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Trotz aller Euphorie: Goldanleger kaufen mit kühlem Verstand

Der starke Anstieg des Goldpreises deutet mitnichten darauf hin, dass Investoren in einen Kaufrausch geraten sind, sagt Fondsprofi Nico Baumbach. Er hält die jüngste Entwicklung vielmehr für eine Folge nüchternen Kalküls.

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© Nomad_Soul / stock.adobe.com

Marktbeobachter trauten ihren Augen nicht: Als die Aktienkurse im Frühjahr auf Talfahrt gingen, rauschte der Goldpreis zunächst ebenfalls in den Keller – obwohl das Edelmetall als sicherer Hafen in Krisenzeiten gilt. Umso rasanter fiel kurze Zeit später die Aufwärtsbewegung aus. Gold übersprang zwischenzeitlich sogar die Marke von 2.000 US-Dollar je Feinunze und markierte damit einen neuen Preisrekord. Beide Entwicklungen waren mitnichten irrational, sagt Nico Baumbach, verantwortlich für die Anlageentscheidungen bei zwei Edelmetallfonds von Hansainvest. Sie waren vielmehr von hoher Rationalität gekennzeichnet.

Weil der Goldpreis im Frühjahr stabiler blieb als die Aktienkurse, war es eine sinnvolle Reaktion, Goldpositionen zu reduzieren und im Aktienmarkt auf Schnäppchenjagd zu gehen, erklärt Baumbach. Als Notenbanken und Regierungen dann Corona-Rettungspakete für die Wirtschaft schnürten, begannen mehr und mehr Anleger, Gold zu kaufen. Auch diejenigen, die dem Edelmetall im Frühjahr abtrünnig geworden waren, kehrten zurück und trieben den Preis weiter in die Höhe. Die ultralockere Geldpolitik und das in der Folge wohl dauerhaft niedrige Zinsniveau lassen es nur folgerichtig erscheinen, sich in Edelmetallen zu engagieren, so der Fondsmanager. So lange die Geldschleusen geöffnet bleiben, sieht er wenig Gefahr für Rückschläge beim Goldpreis.

Silber und Minenaktien ziehen nach
Der Silberpreis ist im Zuge der Gold-Hausse ebenfalls gestiegen. Diese Entwicklung war überfällig, urteilt Baumbach. Die Schere zwischen dem Gold- und dem Silberpreis sei zuvor zu weit geöffnet gewesen. Auch die verbesserten Konjunkturaussichten haben geholfen, den Silberpreis in die Höhe zu treiben. Das Metall kommt, ebenso wie Platin und Palladium, auch in der Industrie zum Einsatz.

"Die beeindruckenden Preissteigerungen bei Silber und Gold haben sich lehrbuchmäßig auch auf ihre Produzenten, die Minenbetreiber, ausgewirkt", berichtet Baumbach. Deren Aktienkurse sind in den vergangenen Wochen signifikant gestiegen. "Auch hier hat sich der Kreis der Investoren verbreitert", sagt der Hansainvest-Experte. Sogar Value-Investoren wie die Anleger-Legende Warren Buffett haben zuletzt Minenaktien gekauft. (fp) 

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