Das Fachmagazin für institutionelle Investoren

Geben Sie Ihren Benutzernamen und Ihr Passwort ein, um sich an der Website anzumelden:
| Märkte
twitterlinkedInXING

Gute Aussichten für europäische High-Yield-Bonds wittert T. Rowe Price

Das günstige Kreditumfeld in Europa wird wohl noch in absehbarer Zeit bestehen bleiben. Vor diesem Hintergrund erklärt Mike Della Vedova, European High Yield Bond Portfolio Manager bei T. Rowe Price, warum ein Fokus auf einen Bottom-up-Ansatz bei der Fundamentalanalyse wichtig geworden ist.

della_vedova_mike_komprimiert.jpg
Mike Della Vedova, European High Yield Bond Portfolio Manager bei T. Rowe Price

Zum ersten Mal seit vielen Jahren befinden sich die weltweiten Märkte für High-Yield-Anleihen an unterschiedlichen Zykluspunkten. Diese Entwicklung ist hauptsächlich Unterschieden in der Geldmarktpolitik zuzuschreiben. Das sind gute Neuigkeiten für Investoren von europäischen High-Yield-Anleihen, da das Marktumfeld in Europa weit attraktiver ist als in den USA. 

USA schon am Ende des Kreditzyklus und damit weniger attraktiv

Während sich in den USA das Ende des Kreditzyklus und somit der Beginn eines Umfelds steigender Leitzinsen anbahnt, geht es bei europäischen High-Yield-Anleihen weniger um die Zinsstrukturkurve. Es handelt sich um einen reinen Kreditmarkt, wobei der Fokus vollkommen auf der Auswahl der Wertpapiere liegt. Es gilt als allgemein anerkannt, dass es wohl noch eine geraume Zeit dauern wird, bis die EZB die Zinsraten anhebt, sodass Überraschungseffekte im Markt weniger wahrscheinlich sind als in den USA. Europäische und US-amerikanische High-Yield-Anleihen sind strukturell verschieden. Im Schnitt haben europäische High-Yields ein höheres Rating und eine kürzere Fälligkeit als ihr amerikanisches Gegenstück. Die Erlösarten und die für den Erlös maßgeblichen Faktoren unterscheiden sich ebenfalls deutlich. 

Zwei unterschiedliche Universen

Anfang 2015 war die Nachfrage nach Kapital im US-amerikanischen Öldienstleistungssektor extrem hoch. Der Energiesektor machte ungefähr 10 Prozent des amerikanischen High-Yield-Marktes aus verglichen mit nur 6 Prozent in Europa. Dieser signifikante Unterschied machte sich bei den Erträgen bemerkbar. Die Metall- und Bergbaubranche waren ebenfalls für die schlechten Ergebnisse in den USA verantwortlich, da die Preise für Kohle und andere Rohstoffe stark gefallen waren. Allerdings kann das gute Ergebnis europäischer High-Yields nicht als Ausreißer bezeichnet werden - diese Anleihen haben ihr amerikanisches Pendant während der vergangenen vier Kalenderjahre übertroffen. Da Anleihen von europäischen High-Yield-Unternehmen jünger und weniger etabliert sind, mussten diese Unternehmen traditionell Aufschläge am Markt zahlen. 

Anleihen mit B-Rating bleiben attraktiv 

Wo stehen wir jetzt? Mike Della Vedova, European High Yield Bond Portfolio Manager bei T. Rowe Price, führt aus: "Die Hauptsorge sind Zahlungsausfälle. Moody‘s prognostiziert eine Ausfallrate für europäische High-Yield-Anleihen von 3 Prozent in diesem Jahr, für US-amerikanische High-Yield-Anleihen werden 5,4 Prozent prognostiziert. Dies wird sich in naher Zukunft auch nicht ändern." Viele Investoren würden übersehen, dass High-Yield-Anleihen ein Kreditmarkt seien. Dabei gehe es nicht um den Betafaktor oder risikoreiches Verhalten. Der Antrieb dieses Marktes liege in der Leistungsfähigkeit von Wertpapieren einzelner Unternehmen, die eine erfolgreiche Sanierung vollzögen.

Gesamte Kapitalstruktur wird überprüft

Della Vedova und seine Kollegen gehen an den Markt heran, indem sie die gesamte Kapitalstruktur überprüfen, um die besten Investmentoptionen zu identifizieren: "Wir folgen nicht einfach externen Ratings. Stattdessen verfolgen wir einen reinen Bottom-up-Ansatz und greifen auf die umfassenden Recherche-Ressourcen zurück, die uns bei T. Rowe Price zur Verfügung stehen. Derzeit sind wir in 85 Emittenten investiert, die von elf Investmentanalysten abgedeckt werden." 

Die größten Gewinnchancen sehen sei derzeit in Anleihen, die mit einem einfachen „B“-Rating bewertet sind. Dennoch sei es sehr wichtig, größte Sorgfalt bei der Auswahl walten zu lassen. Wenn es gelinge, die Gewinner zu bestimmen, könne man auf beachtliche Erträge hoffen. 

Wie sieht es mit der Liquidität im Markt aus?

Schließlich wird Della Vedova häufig nach der Liquidität im Markt gefragt, da der von Brokern gehaltene Bestand signifikant geringer ist als vor der Krise: "Zweifelsohne hat sich die Welt verändert, so dass es noch wichtiger geworden ist, den Markt, in dem man sich bewegt, zu kennen. Aber bei der Liquidität geht es nicht nur um Zahlen, es gilt auch darum, Qualitätsaspekte zu beachten. Investoren müssen sich unbedingt mit der Liquidität befassen, bevor sie irgendwelche Wertpapiere kaufen. Nach dem Kauf ist es häufig zu spät, um sich darüber Gedanken zu machen. Wir bei T. Rowe Price profitieren von unserem eigenen Trading Desk, da wir so Einblick in verschiedene Feinheiten des Marktes haben. Die geringere Liquidität bedeutet auch, dass wir besonders Acht geben müssen auf die Größe unserer einzelnen Positionen und auf die Kapitalstruktur insgesamt". (kb)

twitterlinkedInXING

News

 Schliessen

Mit der Nutzung dieser Website stimmen Sie der Verwendung von Cookies und unserer Datenschutzerklärung zu. Mehr erfahren