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Guindos: EZB-Politik soll auf Bankenturbulenzen Rücksicht nehmen

Der EZB-Vizepräsident Luis de Guindos gab einen Einblick, was die EZB derzeit alles beschäftigt. Beispielsweise die Bankenkrise, die noch immer zu hohe Kerninflation, aber auch die hohen Schulden des Nicht-Banken-Sektors.

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Luis de Guindos
© Bloomberg / Bloomberg News

Angesichts einer “Phase sehr großer Unsicherheit” im Bankensektor muss die Europäische Zentralbank über ihre Zinspolitik laut EZB-Vizepräsident Luis de Guindos von Sitzung zu Sitzung entscheiden. Sie dürfe sich nicht im Voraus auf bestimmte Maßnahmen festlegen. “In Bezug auf die Zukunft sind wir beweglich”, sagte der spanische Notenbanker in einem Interview mit Business Post, das am Sonntag auf der Website der EZB veröffentlicht wurde und über dessen Highlights Bloomberg News berichtet.

“Die Frage ist jetzt, wie sich die Ereignisse im US-Bankensystem und bei der Credit Suisse auf die Wirtschaft des Euroraums auswirken werden”, sagte de Guindos. “In den nächsten Wochen und Monaten müssen wir beurteilen, ob sie zu einer weiteren Straffung des Finanzierungsumfelds führen werden.”

Nicht-Banken respektive Schattenbanken machen Sorgen
Nach dem Fall der Credit Suisse Group betreffe die Hauptsorge der EZB im Hinblick auf die Finanzstabilität die Lage der Nicht-Banken. Deren Anteil am Finanzsystem sei in Europa gewachsen. In Zeiten sehr niedriger Zinsen seien sie in Bezug auf Liquidität, Laufzeit, Darlehensvergabe und Kredithebel viele Risiken eingegangen.

“Wir sind nicht die Aufsichtsbehörde für Nicht-Banken - aber Nicht-Banken sind mit den traditionellen Banken, die wir beaufsichtigen, verflochten, und deshalb schauen wir uns auch diesen Sektor an”, sagte de Guindos.

Von der Finanzkrise 2008 unterscheide sich die derzeitige Lage recht deutlich. Die Banken verfügten über eine viel bessere Kapital- und Liquiditätsausstattung, die weit über den Mindestanforderungen liege.

Trotz der Probleme im Bankensektor hatte die EZB die Zinsen am 16. März - wie bereits bei der vorangegangenen Sitzung angekündigt - um einen halben Prozentpunkt angehoben. Entgegen ihrer Praxis bei den letzten Sitzungen gab sie nun allerdings keine Hinweise auf ihre zukünftigen Schritte. Stattdessen hieß es, die Unsicherheit in Bezug auf die Gesundheit des Bankensektors habe ihren datenabhängigen Ansatz “bestärkt”.

“Zeitnahe” Rückkehr
De Guindos betonte das Ziel einer “zeitnahen” Rückkehr zum EZB-Inflationszielwert von zwei Prozent. “Wir wissen, dass es nicht morgen sein kann, aber es muss innerhalb unseres Projektionshorizonts geschehen, der einen Zeitraum von zwei Jahren umfasst”, sagte er. Dabei sei “der Inflationstrend wichtiger ist als das bloße Erreichen des Zwei-Prozentziels”.

Die Gesamtinflation in der Eurozone werde in den nächsten sechs bis sieben Monaten recht schnell zurückgehen, da Basiseffekte zum Tragen kämen, so de Guindos. Dabei verwies er auf sinkende Energiepreise, abnehmende Engpässe in den Lieferketten sowie die verzögert einsetzende Wirkung der bisherigen Zinserhöhungen.

“Ich sehe den Rückgang der Gesamtinflation positiv, doch wir müssen die Entwicklung der Kerninflation sehr genau beobachten”, sagte de Guindos. “Um unser Ziel zu erreichen, muss auch die Kerninflation zurückgehen.”

Die am Freitag anstehenden Euroraum-Inflationsdaten für März werden wahrscheinlich zeigen, dass die Kerninflation - die volatile Elemente wie Lebensmittel- und Energiepreise ausklammert - in diesem Monat einen neuen Rekordwert erreicht hat. Die Gesamtteuerung indessen dürfte stark rückläufig sein.

“Ohne einen deutlichen Rückgang der Kerninflation ist es sehr schwierig, sich dem Zwei-Prozentziel nachhaltig anzunähern”, sagte de Guindos.

EZB-Direktorin Isabel Schnabel betonte auf einer Konferenz am Sonntag, die Gesamtinflation habe zwar zu sinken begonnen. Die Kerninflation indessen erweise sich als “hartnäckig”, hieß es in einer auf der EZB-Website veröffentlichten Präsentation. (aa)

Gesamtinflation und Kerninflation im Vergleich

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