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Größter Hedge Fonds-Start der Geschichte – Provokation inklusive

Der ehemalige Millenium-Manager Michael Gelband stellt für den Start seines neuen Hedge Fonds den Rekord von acht Milliarden US-Dollar auf. Das wäre an sich schon spektakulär genug. Dass er das Vehikel dann noch ExodusPoint nennt, macht die ganze Geschichte aber noch ein Stück pikanter.

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Star-Manager Michael Gelband hat mit Millenium anscheinend noch eine Rechnung offen – darauf deutet zumindest der Name des Rekord-Fonds hin: ExodusPoint.

In wenigen Tagen wird in der Finanzindustrie ein Stück Geschichte geschrieben. Denn für diesen Juni wurde der bislang größte Start eines Hedge Fonds angekündigt – konkret geht es um den von Michael Gelband auf den Weg gebrachten Exodus Point, der, so die Schätzungen stimmen, mit einem Volumen von acht Milliarden Dollar ins Marktgeschehen eingreifen wird.

Damit schafft der ehemalige Millenium-Manager einen relativ klaren Rekord. Der einzige Launch, der es auch nur in die Nähe dieser Summe schafft ist der des Convexity-Fonds (siehe Grafik unten) – dieser ereignete sich im Jahr 2006 und liegt somit eine ganze Weile zurück.


Die größten Hedge Fonds-Starts des 21. Jahrhunderts

Quelle:Bloomberg


Mit dem ExodusPoint wagt sich Gelband sehende Auges in ein – auf den ersten Blick – negatives Marktumfeld. Die Mittelzuflüsse gehen seit Jahren zurück. Je nach Datenbasis lagen die Mittelzuflüsse 2017 bei knapp 14 bis knapp zehn Milliarden US-Dollar. Die geringere Zahl, die von Bloomberg propagiert wird, käme dem niedrigsten Stand sei 1998 gleich. Financial Times zitiert hingegen die Zahlen von Hedge Fund Research, die besagte 14 Milliarden anführen.

Stärke aus der Schwäche
Allerdings könnte genau diese Marktschwäche dem neuen Fonds in die Hände gespielt haben. Denn Investoren scheinen mit der Idee des Hedgings nach wie vor prinzipiell zufrieden zu sein. Sie ziehen sich jedoch massenweise aus Produkten zurück, die gegenüber der passiven Konkurrenz schlecht abgeschnitten haben. Hinzu kommt, dass viele große Hedge Fonds Restriktionen für den Zustrom neuer Gelder geschafffen haben.

Ohnehin geschieht der Markteintrit des Exodus-Fonds mit bemerkenswert breiter Brust. Denn während die meisten Anbieter ihre Management-Gebühren von durchschnittlich zwei auf 1,4 Prozent gesenkt haben, verlangt ExodusPoint einen nach oben hin offenen Kostenersatz, der von der Dienstreise bis hin zu den Schreibtischen mehr oder weniger alles abdeckt.

Konsquenterweise wird es von Investoren-Seite bezüglich Performance wohl keine Schonfrist geben. "Sie werden von Anfang an ihr 'A-Game' zeigen müssen", meint auch Ronan Cosgrave gegenüber der Nachrichtenagentur Bloomberg. "Den Luxus in Hintergrund einen Track Record aufzubauen, hat die Firma nicht", so der Managing Director von Pacific Alternative Asset Management, der selbst in Hedge Fonds investiert.

Alttestamentarische Gerechtigkeit
Der Name "ExodusPoint" lässt darauf schließen, dass der 59-jährige Starmanager noch eine Rechnung mit seinem ehemaligen Arbeitgeber Millenium Management offen hat. Offiziell bezieht sich der Name zwar nur auf das Alte Testament – dort verficht man aber ja auch bekanntlich das Auge-um-Auge-Prinzip. Zum Hintergrund: Gelband galt bei Millenium die längste Zeit als potenzieller Kronprinz. 2017 kam es zwischen Gelband und Millenium-Gründer Izzy Englander jedoch zu einem Zerwürfnis, als es um eine einflussreichere Position Gelbands und Firmenanteile ging.

In der Folge schied Gelband 2017 – anscheinend auch für Englander überraschend – aus Millenium aus, zog diverse Mitarbeiter mit und ließ noch im selben Jahr den Namen ExodusPoint eintragen und schützen. Rangeleien um Lock-Up-Perioden verzögerten den Start bis Juni 2018. Jetzt muss Gelband jedenfalls liefern ... und das mit nicht ganz sicherem Ausgang. Dass er zweite Reihe kann, hat er spektakulär bei Lehman und Millenium bewiesen. Nun muss er aber zum ersten Mal zeigen, wie er aus der ersten Reihe agiert. (hw)

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