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Größte Börsenrisiken und Chancen ‘22: Das sagen bekannte Anlageprofis

Ein Rundruf von Bloomberg unter Fondsmanagern und anderen Investmentstrategen zeigt, welche Risiken und Chancen für das bald beginnende Anlagejahr gesehen werden. Von besonderem Interesse ist, in welchen Segmenten Übergewichtungen vorgenommen werden.

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© khwanchai / stock.adobe.com

Angesichts der weltweit steigenden Inflation sehen Fondsmanager und Marktstrategen das größte Börsenrisiko im kommenden Jahr in einem überstürzten Strategiewechsel der Notenbanken bei dem Versuch, gegenzusteuern. Da die Erholung von der Pandemie ihren Zenit überschritten zu haben scheint, wird in einer informellen Bloomberg-Umfrage unter 106 Vermögensverwaltern Substanzwert-Titeln eine bessere Performance zugetraut als Aktien, die heuer wegen der Hoffnung auf künftiges Wachstum gestiegen sind. Den wichtigsten Aufwärtskatalysator für das nächste Jahr sahen mehr als 40 Prozent der Befragten in robusterem Wirtschaftswachstum.

2022: Widerstandsfähigkeit gefragt
“Wir glauben, dass 2021 ein Jahr des Aufschwungs war und 2022 ein Jahr der Widerstandsfähigkeit sein wird - mit Investitionen in die Verlagerung von Lieferketten, die Digitalisierung von Unternehmen, Innovationen im Gesundheitswesen und den Aufbau eines nachhaltigeren Planeten”, sagte Katie Koch, Co-Chefin des Bereichs Fundamental Equity bei Goldman Sachs Asset Management. Eine der besten Chancen sieht sie in amerikanischen Small Caps. Hier gebe es “die nächste Generation von Innovatoren und Disruptoren zu attraktiven relativen Bewertungen.”

Im Folgenden eine Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse von Bloombergs Fondsmanager-Umfrage:

Diverse Risiken drohen
Eine Mehrheit der Befragten gab an, dass steigende Inflation oder aggressive geldpolitische Straffung die größten Gefahren für das nächste Jahr darstellen.

“Eines der größten Risiken wäre eine zu starke Straffung des geldpolitischen Umfelds”, sagte Julien Lafargue, Chefmarktstratege bei Barclays Private Bank. “Obwohl die Bedingungen für die Aufhebung der Notfallmaßnahmen erfüllt sind, wird es für die USA und die Weltwirtschaft eine Herausforderung sein, übermäßige Zinserhöhungen, insbesondere von Seiten der Fed, zu tolerieren”

“Covid wird es leider auf absehbare Zeit in der einen oder anderen Form geben”, sagt Marcus Morris-Eyton, Portfoliomanager bei Allianz Global Investors. “Aber wir werden immer besser darin, sowohl die persönlichen als auch die wirtschaftlichen Folgen zu bewältigen”

“Tatsächlich befinden wir uns in einer Blase, die so groß ist wie keine, die ich je erlebt habe – der Zynismus ist verschwunden”, sagt Alasdair McKinnon, Lead Manager des Scottish Investment Trust. “Die extremsten Anzeichen für Spekulation finden sich in Krypto, Spacs und dem allgemeinen Ansturm auf Börsengänge”

Inflationsentwicklung wird mit Argusaugen beobachtet
Trotz der Einigkeit, dass Inflation ein Risiko darstellt, sei es schwieriger, genau zu bestimmen, ab welcher Höhe sie zu einer Gefahr für den Aktienmarkt wird. Für die meisten von Bloomberg befragten Fondsmanager beginnt das Problem, wenn das jährliche Wachstum der US-Verbraucherpreise über drei Prozent liegt. Dennoch geht fast ein Fünftel davon aus, dass die Börse nicht aus der Spur geraten wird, bevor die Inflation über fünf Prozent liegt.

Für Salvatore Bruno, Leiter des Investmentbereichs von Generali Investments Partners, liegt der Wendepunkt bei einer jährlichen US-Inflation, die dauerhaft über vier Prozent liegt. “Wir glauben, dass die Realzinsen die entscheidende Messgröße sind, die überwacht werden muss, um zu verstehen, wie die Märkte entgleisen könnten”

Pascal Blanche, Chief Investment Officer von Amundi, stimmt zu: “Solange die Notenbanken die Zinssätze begrenzen und die Realzinsen so niedrig bleiben, gibt es keine Alternative zu Aktien.” Auch wenn Fed und EZB die Teuerung lange als Corona-erholungsbedingt ignoriert hätten, würden sie “im Jahr 2022 wohl kaum eine Inflation über 4,0 - 4,5 Prozent tolerieren”.

Positives Überraschungspotenzial
Natürlich positionieren sich Anleger Bloomberg zufolge auch für positive Überraschungen. An erster Stelle steht ein Wachstum, das stärker ausfällt als gedacht als gedacht.

“Es gibt immer noch Spielraum für eine positive Wachstumsüberraschung, da die Haushalte in den Industrieländern über große Sparguthaben verfügen, die schneller abgebaut werden können, während die Angebotsknappheit schneller nachlassen könnte als allgemein angenommen”, sagt Hussain Mehdi, Makro- und Anlagestratege bei HSBC Asset Management. “Eine kräftige Erholung des Arbeitsmarktes stützt auch die Aussichten für den Konsum, während das allgemeine geldpolitische Umfeld trotz einer Verlagerung zur Normalisierung weitgehend akkommodierend bleibt.”

“Wir gehen davon aus, dass wir auch im nächsten Jahr ein robustes Wachstumsumfeld haben werden”, sagt Luke Barrs, Leiter des fundamentalen Aktienkundenportfoliomanagements EMEA bei Goldman Sachs Asset Management. “Und obwohl wir uns bewusst sind, dass Inflation und Zinsen im Laufe des Jahres 2022 ansteigen könnten, sehen wir die Aktienmärkte im Großen und Ganzen nicht negativ, solange diese Wachstumsdynamik robust bleibt”

Für 24 Prozent der Umfrageteilnehmer wäre eine vorübergehende Inflation die größte positive Überraschung. “Sinkende Inflationsraten können auch ‘negative’ Gründe haben, also eine Wachstumsverlangsamung”, gibt Stefan Kreuzkamp, Chief Investment Officer bei DWS, zu Bedenken.

Interessante Anlagethemen
Wo investieren Sie nächstes Jahr? Die Bloomberg-Umfrage deutet darauf hin, dass es Zeit für die Suche nach günstig bewerteten Substanz-Aktien ist. 24 Prozent der Befragten sehen den Sektor als ihre Top-Wahl für 2022, wie nachfolgende Grafik zeigt:

Diverse Ansichten
Cesar Perez Ruiz, Chief Investment Officer bei Pictet Wealth Management, setzt indessen auf Firmen, die starke Preise durchsetzen können und damit besser mit Inflation zurecht kommen. 

“Die Volatilität wird wohl weiterhin hoch sein”, sagt Nieves Benito, Chef der Fundamentalanalyse bei Santander Asset Management. Im Fokus stünden daher die Bewertungsunterschiede am Markt.

George Lagarias, Chefökonom bei Mazars Wealth Management, hebt den Übergang zu einer kohlenstoffarmen und nachhaltigeren Wirtschaft hervor. „Es ist nicht übertrieben zu sagen, dass die meisten anderen Anlageszenarien vom Riesenthema Nachhaltigkeit in den Schatten gestellt werden.” Man denke dabei an die die “bloße Geldmenge, die institutionell in ESG gelenkt wird, und an die Regulierungsflut.”

Welche Anlageregion?
Was die geografische Gewichtung angeht, bevorzugten die Befragten die Region, in der sie ihren Sitz haben: Europäer sind überwiegend in europäischen Aktien übergewichtet, während in den USA ansässige Anleger amerikanischen Aktien mehr Vertrauen entgegenbringen und asiatische Anleger weniger pessimistisch in Bezug auf China sind.

Für Kevin Thozet von Carmignac gibt es die attraktivsten Bewertungen allerdings in den Schwellenländern. “Das Potenzial für China, seinen Policy-Mix zu ändern, während die USA voraussichtlich sowohl ihre Geld- als auch Fiskalpolitik straffen werden, sollte chinesische Aktien stützen.” (aa)

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