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Griechenland mit deutlich höherem BIP-Überschuss als erwartet

Wer hätte das gedacht: Hellas hat sich nach seiner Katharsis nachhaltig aus dem Schuldensumpf herausgearbeitet und kann nun guten Gewissens neue Hilfsmaßnahmen nach übertroffenen Haushaltszielen ankündigen.

© vegefox.com / stock.adobe.com

Eckpunkte:

  • Griechenlands BIP-Überschuss 2025 höher als erwartet
  • Viertes Jahr in Folge Ziele übertroffen
  • Bevölkerung kommt in Genuss inflationsdämpfender Maßnahmen

Griechenland hat neue Wirtschaftshilfen im Wert von rund 500 Millionen Euro angekündigt, nachdem Daten gezeigt hatten, dass der Staatshaushalt im vergangenen Jahr die Ziele übertroffen hat. Die neuen Maßnahmen umfassen Zuschüsse für Familien mit Kindern, Unterstützung für Mieter sowie eine Verlängerung der Subventionen für Diesel und Düngemittel, erklärte Premierminister Kyriakos Mitsotakis in einer Fernsehansprache.

Gut ein Prozent mehr BIP-Überschuss in 2025 als ursprünglich geplant
„Ich bin mir der schwierigen internationalen Lage bewusst, die die ohnehin schon hohen Lebenshaltungskosten für unsere Haushalte zusätzlich belastet“, sagte Mitsotakis. Die Ankündigung erfolgte, nachdem Daten von Eurostat und dem griechischen Statistikamt am Mittwoch veröffentlicht wurden. Diese zeigen, dass Griechenland im Jahr 2025 einen Überschuss von 1,7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) erzielt hat – im Vergleich zu einem Zielwert von 0,6 Prozent.

Ziele schon das vierte Jahr in Folge übertroffen
Dies war das vierte Jahr in Folge, in dem der griechische Haushalt die Ziele übertraf und der Regierung in Athen somit Spielraum für weitere Hilfsmaßnahmen verschaffte. Nach einer verheerenden, zehnjährigen Staatsschuldenkrise kehrt Griechenland schrittweise zur Normalität zurück, verfolgt Haushaltsdisziplin und hat seine Kreditwürdigkeit wiederhergestellt.

Wirtschaftliches Gleichgewicht nicht gefährden
Trotz der Erholung wichtiger Wirtschaftsindikatoren kämpfen die Bürger mit steigenden Lebenshaltungskosten, die sich in den letzten Monaten aufgrund des Preisdrucks durch den Iran-Krieg noch verschärft haben. Die Frage der Bezahlbarkeit steht in Meinungsumfragen konstant an erster Stelle und erhöht den Druck auf die Regierung, die sich bis zum nächsten Frühjahr einer Parlamentswahl stellen muss. „Die jüngsten Maßnahmen sind das Beste, was wir tun können, ohne das hart erarbeitete wirtschaftliche Gleichgewicht zu gefährden“, sagte Mitsotakis.

Im März kündigte die griechische Regierung zwei Maßnahmenpakete an
Damit wollte sie bereits den steigenden Preisen für Öl und bestimmte Güter entgegenwirken. Das erste Paket beinhaltet eine Begrenzung der Gewinnmargen für Kraftstoffe und Lebensmittel und gilt bis Juni. Das zweite Paket gilt nun für April und Mai und umfasst Subventionen in Höhe von rund 300 Millionen Euro für Diesel, Benzin und Düngemittel sowie gezielte Entschädigungen für Küstenreedereien, die verpflichtet werden, reduzierte Ticketpreise anzubieten. (kb)

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