Das Fachmagazin für institutionelle Investoren

Geben Sie Ihren Benutzernamen und Ihr Passwort ein, um sich an der Website anzumelden:
| Märkte
twitterlinkedInXING

Green Bonds: Wie viel Wachstum ist noch zu erwarten?

Der Markt für Grüne Anleihen, alias Green Bonds, wird weiter dynamisch wachsen. Die Green-Bonds-Emissionen sollen 2021 laut NN IP weltweit um beachtliche 50 Prozent des Volumens der letzten zwei Jahren steigen. Damit könnte gesamhaft die Eine-Billion-Euro-Marke erreicht werden.

esg5.jpg
© Dmitry / stock.adobe.com

2021 werde große Veränderungen mit sich bringen, von denen der Green-Bonds-Markt in Europa sehr profitieren würde, prognostiziert NN Investment Partners (NN IP) in einer aktuellen Analyse. Zum einen wird die finale Version des Green Bond Standards der Europäischen Union veröffentlicht. Zum anderen wird die EU ab dem 2. Quartal grüne Anleihen im Wert von schätzungsweise 225 Milliarden Euro emittieren. Dies entspricht einem Drittel des Corona-Konjunkturpakets. Außerdem werden 2021 etliche Länder in den Markt einsteigen und erstmalig grüne Anleihen emittieren.

Die Summe der jährlichen Emissionen grüner Anleihen lag 2019 bei 200 Milliarden Euro und wird laut NN IP in diesem Jahr in etwa auf gleichem Niveau liegen. Für 2021 erwartet das Green-Bond-Team von NN IP einen Anstieg der Emissionen um 50 Prozent, wodurch der gesamte globale Markt für grüne Anleihen um 300 Milliarden Euro auf eine Billion Euro anwachsen wird.

Wichtige Treiber
In erster Linie werden die EU-Taxonomie und der EU Green Bond Standard für einen Anstieg des Marktes für grüne Anleihen sorgen, basierend auf dem „Sustainable Action Plan“ der EU zur Finanzierung eines nachhaltigen Wirtschaftswachstums. Laut EU-Taxonomie wird eine Aktivität als „nachhaltig“ oder „grün“ eingestuft, wenn sie einen wesentlichen Beitrag zu einem oder mehreren von sechs Umweltzielen leistet oder anderen Aktivitäten ermöglicht, einen wesentlichen Beitrag zu leisten. Außerdem darf keinem anderen Umweltziel geschadet werden und der soziale sowie Governance-Schutz muss eingehalten werden. Der EU Green Bond Standard verlangt, dass die wirtschaftliche Aktivität, die eine Anleihe finanziert, an der EU-Taxonomie ausgerichtet ist.

NN IP ist davon überzeugt, dass die Verabschiedung der ersten Version der neuen EU-Taxonomie und des EU Green Bond Standards eine langfristig positive Auswirkung auf die Integrität und Transparenz des europäischen Green-Bonds-Marktes haben und als Blaupause für die Regulierung in anderen Ländern dienen wird. Die Gründe:

·         Der schnell wachsende Markt für grüne Anleihen wird weiter standardisiert und professionalisiert

·         Das Wissen über die Umweltverträglichkeit wirtschaftlicher Aktivitäten sowie über die Möglichkeiten eines Übergangs zu mehr Nachhaltigkeit steigt

·         Investoren erhalten einen zunehmend detaillierten Überblick darüber, in was sie investieren, und können somit fundiertere Entscheidungen treffen

·         Emittenten erhalten mehr Orientierung, um grüne Assets oder Aktivitäten zu identifizieren

Breitere Emittentenbasis zu erwarten
NN IP ist daher der Meinung, dass diese Gesetzesvorlage das Wachstum des weltweiten Green-Bonds-Marktes beschleunigen könnte, indem sie zusätzliche Sektoren wie z. B. die Industrie dazu bewegt, grüne Anleihen zu emittieren. Derzeit wird der Markt von Finanzunternehmen, Versorgungsunternehmen und regierungsnahen Emittenten dominiert.

Jovita Razauskaite, Portfolio Manager Green Bond, NN IP, sagt: „Diese neuen Vorschriften läuten ein Jahrzehnt ein, das ein Wendepunkt im Klimaschutz sein könnte. Europa nimmt mit seinem Ziel, bis 2050 kohlenstoffneutral zu sein, dabei eine Vorreiterrolle ein. ESG und Green Finance sind tatsächlich im Mainstream angekommen. Die Pandemie hat ebenfalls einen positiven Effekt, da viele Länder offensichtlich mehr Finanzmittel benötigen, und da grüne Ziele wichtiger denn je sind, wird der Markt für grüne Anleihen allgemein als große Chance gesehen.“

Darüber hinaus erwartet NN IP, dass die Entwicklung des Green-Bonds-Marktes von Ländern angespornt wird, die ihre ersten Green Bonds im Jahr 2021 emittieren wollen. Dazu zählen unter anderem Italien, Spanien, Großbritannien, Dänemark, die Ukraine und Slowenien. Des Weiteren werden schon bekannte Emittenten wie die Niederlande, Frankreich und Deutschland erneut in den Markt einsteigen, um den Klimawandel zu bekämpfen. Insgesamt ist die Pipeline grüner Staatsanleihen umfangreich und deutlich größer als in den Vorjahren.

Nicht zuletzt wird die Emission neuer Next Generation EU-Bonds, von denen 225 Milliarden Euro zwischen 2021 und 2023 für Umweltprojekte eingesetzt werden, den supranationalen Anteil am globalen Green-Bond-Universum deutlich vergrößern. Die EU wird voraussichtlich im 2. Quartal 2021 mit der Emission dieser Anleihen beginnen, um die nationalen Konjunktur- und Resilienzpläne der Mitgliedsländer zu unterstützen. (aa)

Redaktionelle Anmerkung: "Green Bonds" sind eines der vielen interessanten Themen in der aktuellen Print-Ausgabe von "Institutional Money" (4/2020). Nachzulesen auf den Seiten 176ff oder online HIER.

 

twitterlinkedInXING

News

 Schliessen

Mit der Nutzung dieser Website stimmen Sie der Verwendung von Cookies und unserer Datenschutzerklärung zu. Mehr erfahren