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Green Bonds: AXA IM fordert neue Assetklasse "Transition Bonds"

Die Flut an Investorengeldern in Green Bonds gefährdet deren zukünftiges Potential. AXA Investment Managers sieht „Übergangsanleihen“ ("Transition Bonds") als einen Ausweg aus dem derzeit bestehenden Dilemma.

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© Monthira / stock.adobe.com

Müssen sich Nachhaltigkeitsinvestoren zukünftig an ein neues Segment innerhalb des „Grüne-Anleihen“-Universums gewöhnen? Wenn es nach AXA Investment Managers (AXA IM) geht, könnte das so sein. Denn laut der Fondstochter des AXA-Konzerns haben sich Green Bonds zwar als Assetklasse etabliert, befänden sich aber nach Ansicht von AXA IM an einem Scheideweg. Ihr Potenzial könnte geschwächt werden, weil der Sektor die hohe Nachfrage nach Neuemissionen zurzeit nicht erfüllen kann.

„Übergangsanleihen“ für Investorengelder
Aus diesem Grund fordert das ESG-Research- und Engagement-Team von AXA IM mit einer sogenannten „Übergangsanleihe“ eine neue Art von Anleihe. Diese soll Unternehmen unterstützen, die zurzeit noch nicht umweltfreundlich agieren und deshalb Probleme haben, Qualitäts-Green-Bonds mit „grüner Taxonomie“ zu rechtfertigen. Voraussetzung für die Emission einer solchen Anleihe soll sein, dass das Unternehmen „grüner“ wird.

Richtlinien für Transition-Bonds ausgearbeitet
Um mögliche Emittenten von Transition Bonds zu unterstützen, hat AXA IM Richtlinien entwickelt. Sie umfassen Themen wie Berichterstattung, Erlösverwendung und Nachhaltigkeitsstrategien für Emittenten. Ziel sei laut AXA IM ein streng definierter Markt für die neuen Papiere.

Die Erlöse der Obligationen könnten beispielsweise zur Finanzierung von CO2-Speichern, Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen und Gaspipelines genutzt werden. Transition Bonds würden Investoren dabei unterstützen, nicht nur Unternehmen Kapital zur Verfügung zu stellen, die bereits umweltfreundlich sind, sondern auch jenen, die es noch werden wollen.

„Wir halten die Einführung einer neuen Assetklasse Transition Bonds für unverzichtbar für Emittenten, die nicht die Kapazitäten oder Fähigkeiten haben, grüne Obligationen zu emittieren. Gedacht ist sie für Unternehmen aus CO2-intensiven Branchen wie Werkstoffe, Rohstoffförderung oder Chemie, aber auch für andere Unternehmen, die zu wenig grüne Assets haben, um einen Green Bond aufzulegen. Damit wären Übergangsanleihen eine alternative Finanzierungsquelle, die explizit dazu dienen würde, Unternehmen umweltfreundlicher zu machen“, sagt Yo Takatsuki, Head of ESG Research and Engagement bei AXA IM.

Mehr Transparenz gefordert
Unternehmen würden die neuen Anleihen ausschließlich zur Finanzierung von Übergangsprojekten nutzen können. Dafür müssen sie aber auch transparent über ihre Verwendung berichten, damit Investoren sicher sein können, dass ihr Kapital in ihrem Sinne eingesetzt wird.

Laut Takatsuki würden Übergangsanleihen eine Verwässerung der Qualität des Green-Bond-Marktes verhindern. Dazu könne es kommen, wenn Anleihen zur Finanzierung von Projekten mit zweifelhaftem Umweltnutzen emittiert werden.

„Das Green-Bond-Konzept hat sich bewährt. Es funktioniert und ist etabliert, aber der Markt steht an einem Scheideweg“, sagt er. „Aus unserer Sicht müssen Green Bonds weiterhin für Ambitionen, Qualität und Integrität stehen. Übergangsanleihen können dazu beitragen, das Qualitätsniveau des Marktes für grüne Anleihen aufrechtzuerhalten. Gleichzeitig stellen sie die für Unternehmen notwendigen finanziellen Mittel, um den technologischen und energetischen Wandel hin zu einer kohlenstoffarmen Welt und Wirtschaft voranzutreiben.“ (aa)

 

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