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Green Bonds als Treiber einer Wirtschaft im Wandel

Der Klimawandel ist für Investoren ein systemisches Risiko, das nur schwer in Investmentportfolios durch Diversifikation zu minimieren ist.

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© Dmitry / stock.adobe.com

Sowohl durch das Ansteigen der Erderwärmung als auch dem Übergang zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaft entstehen Risiken, die sowohl weitreichende Folgen für die Weltwirtschaft als auch Investmentportfolios haben können. Investoren müssen daher zunehmend Chancen nutzen, die sich durch den Wandel ergeben. ‚Green Bonds‘, Anleihen bei denen das Geld ausschließlich in nachhaltige und klimafreundliche Unternehmen fließt, könnten sich in dieser Gemengelage als ein geeignetes Instrument erweisen, um einerseits CO2-Emissionen einzudämmen und gleichzeitig die Widerstandsfähigkeit des Portfolios zu erhöhen. 

Wachsendes Segment
„Der Markt für Green Bonds ist ein wachsendes Segment im Fixed-Income-Universum und bietet vielfältige und liquide Möglichkeiten“, sagt Yannik Zufferey, CIO im Bereich Fixed Income bei Lombard Odier Investment Managers (LOIM). „Wir sind der Ansicht, dass dieser Markt mit dem Übergang zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaft weiterwachsen wird. Um auch in Zukunft nachhaltige Erträge zu erzielen, ist es essenziell, Unternehmen zu identifizieren, die für genau diesen Wandel gut positioniert sind. Das sind aus unserer Sicht vor allem Unternehmen, die ihre CO2-Bilanz relativ gut managen und klimaschonend agieren, damit sie sich schnell und problemlos neuen Regularien, Innovationen oder einem veränderten Verbraucherverhalten anpassen können.

Hier kommen Green Bonds ins Spiel. Seit der Einführung dieser Produkte im Jahr 2007 wurden insgesamt 521 Milliarden US-Dollar am Markt emittiert. Heute ermöglicht es die Größe und Vielfalt des Marktes, Anlagestrategien zu entwerfen, die in Bezug auf Bonität, Duration, Region und Branche gut diversifiziert sind. Dabei ist der zentrale Punkt, mehr Kapital an umweltfreundliche Anlagemöglichkeiten zu allokieren.

Auf dem Weg zu einer eigenständigen Sub-Assetklasse
Laut der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) könnte die jährliche Emission von Green Bonds bis zum Jahr 2035 zwischen 620 und 720 Milliarden US-Dollar erreichen und das Gesamtvolumen des Marktes zwischen 4,7 und 5,6 Billionen US-Dollar betragen. Diese Größenordnung würde bereits eine eigenständige Anlageklasse darstellen.

Treiber der Nachfrage ist der Klimawandel
Ein wichtiger Treiber der Nachfrage nach Green Bonds ist und bleibt die Aufmerksamkeit rund um das Thema Klimawandel. Dabei wird die Nachfrage vermutlich weiter steigen, da nach Schätzungen des IPCC Report, die Finanzierungskluft für die Minderung and Anpassung an den Klimawandel im Jahr 2030 bei rund 300 Milliarden US-Dollar jährlich liegen wird. Vor diesem Hintergrund wird der Markt für Green Bonds als Instrument genutzt, um diese Lücke zu schließen. Dadurch sollen positive ökologische und soziale Veränderungen angestoßen und gleichzeitig Kapital aufgenommen werden. Neben der Größe hat auch die Diversifikation der Anleiheemissionen zugenommen.

Emittentendiversifikation nimmt zu
Ursprünglich wurde der Großteil von Regierungen und supranationalen Unternehmen getätigt; Heute fallen bereits mehr als die Hälfte des Gesamtmarktes auf Unternehmensseite. Erwähnenswert sind hier beispielsweise die US-Hypothekenagentur Fannie Mae als weltweit größter Emittent sowie der Amsterdamer Flughafen Schiphol, der durch Green Bonds nachhaltige Gebäude und saubere Transportwege finanziert.“ (kb)

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