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Green-Bond-Markt verliert seine jugendliche Dynamik

Beim erwarteten Emissionswachstum Grüner Anleihen gab es 2018 eine Enttäuschung. Vor allem Emittenten aus dem Unternehmensbereich zögerten angesichts des schwierigen Gesamtmarktumfelds, aber auch aufgrund des Mehraufwands, den Green Bonds bedingen. Dafür springen andere Emittenten in die Bresche.

Johann Plé, Portfoliomanager bei AXA Investment Managers
Johann Plé, Portfoliomanager bei AXA Investment Managers
© AXA IM

Das Wachstum bei Green Bonds verliert etwas an Schwung. Darüber berichtet Johann Plé, Portfoliomanager bei AXA Investment Managers, in einer aktuellen Markteinschätzung. Ein Rückblick: Seit Auflegung des ersten Green Bonds im Jahr 2007 ist der Markt für grüne Anleihen exorbitant gewachsen. So hat sich die Zahl der Emissionen seit 2015 jedes Jahr verdoppelt.


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CBI-Schätzungen wurden 2018 nicht erreicht
Laut dem AXA IM-Mann ging Anfang 2018 diese Dynamik jedoch zurück – die Schätzungen der Climate Bond Inititative (CBI) wurden im vergangenen Jahr nicht erreicht. Doch es gibt auch gute Nachrichten. Anders als 2017 waren die Emissionen Grüner Anleihen im vergangenen Jahr stabil, und der Quotient aus Zeichnungswünschen und Emissionen blieb recht hoch. „Die Nachfrage nach Green Bonds hält weiter an, selbst in turbulenten Zeiten“, schlussfolgert Plé.

Trotz allem stieg das Emissionsvolumen um 45 Prozent, und auch neue staatliche Emittenten gingen an den Markt, beispielsweise Indonesien, Irland und Belgien. Darüber hinaus kamen im vergangenen Jahr neben Staatsanleihen auch etwa 23 Prozent der Neuemissionen aus dem Finanzsektor. Das ist ein Anstieg um fast 60 Prozent mehr als noch 2017.

Die größte Enttäuschung 2018 stellten laut Plé die Emissionen von Unternehmen dar: Sie gingen um zehn Prozent zurück. „Dies zeigt, dass viele bisherige Emittenten grüner Anleihen nicht erneut an den Markt gingen. Es gilt aber auch zu bedenken, dass es für ein Industrieunternehmen teuer und zeitaufwendig ist, die Voraussetzungen für die Emission Grüner Anleihen zu schaffen. Emittenten, die diese ersten Herausforderungen gemeistert haben, dürften auch in Zukunft grüne Anleihen begeben“, so Plé weiter.

2019 wird spannend
Der AXA IM-Experte rechnet damit, dass 2019 staatliche Emittenten wie die Niederlande Grüne Anleihen auf den Markt bringen könnten. „Dies und die vielen geplanten Neuemissionen von Unternehmen, etwa aus dem Automobil- und dem Telekommunikationssektor, könnten für hohes Wachstum sorgen“, pronostiziert Plé.

Darüber hinaus verbesserten sich die Voraussetzungen für die Emission grüner Anleihen: Die Emittenten bauen ihr Berichtswesen aus und informieren transparenter über die Mittelverwendung. „Natürlich ist uns bewusst, dass wir von einem internationalen Standard für grüne Anleihen noch weit entfernt sind. Allerdings entwickelt sich der Markt in die richtige Richtung. Für dieses Jahr wird allgemein mit europäischen Regeln für grüne Anleihen gerechnet. Dann könnte der Markt für Investoren zugänglicher werden, und Neuemissionen würden leichter fallen“, erklärt der AXA-IM-Mann.

Neues Jahr, neues Glück
2018 wurden die Erwartungen der Investoren oft nicht erfüllt. Dennoch blickt Plé hinsichtlich des Marktwachstums von grünen Anleihen optimistisch in die Zukunft: Der Markt für grüne Anleihen umfasse heute ein Volumen von 240 Milliarden US-Dollar und dank einer verbesserten Länder- und Sektordiversifikation falle es ihm leichter, ohne Verzerrungen des Risiko-Ertrags-Profils Neuemissionen aufzunehmen. „Der Markt für Green Bonds wird somit stabiler und gleicht mehr und mehr dem klassischen Anleihemarkt. Und da das Klimabewusstsein wächst, können wir darauf vertrauen, dass 2019 ein grünes Jahr sein wird – und dass mehr grüne Anleihen begeben werden als in den Jahren zuvor“, schließt Plé. (aa)

 

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