Goldpreis nahe 5.000 Dollar: Risikoscheu treibt auch Silber und Platin
Gold ist auf ein Allzeithoch von fast 5.000 US- Dollar je Unze gestiegen, und auch der Silberpreis markierte einen neuen Rekord, da Investoren angesichts der geopolitischen Risiken verstärkt auf Diversifizierung setzen und Edelmetalle kaufen.

Am Freitag, dem 23. Januar 2026, kostete die Unze Gold zeitweise mehr als 4.967 US-Dollar. Die Bullion-Notierung steuert auf einen Wochengewinn von fast acht Prozent zu, was auch durch einen schwächeren Dollar begünstigt wird. Silber legte bis zu 3,1 Prozent auf temporär 99,22 Dollar je Unze zu, und auch der Platinpreis erreichte einen neuen Rekordwert. Indessen sank der Bloomberg-Dollar-Index in dieser Woche um 0,8 Prozent.

Zu geringes Goldangebot ist bei Diversifikationsbestrebungen preistreibend
“Das Goldangebot reicht einfach nicht aus, um sowohl bezüglich des US-Marktes als auch der politischen Spannungen zu diversifizieren, wodurch Preisobergrenzen recht fragil werden”, sagte Ahmad Assiri (Bild links), Marktstratege bei der Pepperstone Group. Gold hat nach seinem besten Jahresergebnis seit 1979 die rasante Rallye fortgesetzt und 2026 bislang weitere 15 Prozent zugelegt.
Vielfalt von Gründen für einen starken Goldpreis
Die erneuten Angriffe von US-Präsident Donald Trump auf die Federal Reserve, ebenso wie militärische Interventionen in Venezuela und Drohungen, Grönland zu annektieren, schüren an den Finanzmärkten die Suche nach Sicherheit. Im sogenannten "Debasement Trade" ziehen sich Investoren aus Staatsanleihen und Währungen zurück und setzen stattdessen auf Alternativen wie Gold.
Wer nicht selbst am Tisch sitzt, wird zum Menue
Trump hat seine Drohungen zurückgenommen, wegen der Grönland-Frage Strafzölle gegen europäische Staaten zu verhängen. Washingtons Rahmenabkommen zu der Insel lasse die USA “alles tun können, was wir wollen”, sagte Trump am Donnerstag an Bord der Air Force One, dies umfasse auch Maßnahmen des Militärs. In zwei Wochen wolle er weitere Details bekannt geben, so der US-Präsident. “Es wächst die Erkenntnis, dass Europas Mittelmacht-Staaten nicht mehr zwingend am Verhandlungstisch sitzen”, so Assiri. “Sie laufen vielmehr Gefahr, selbst zum Menüpunkt zu werden.” (kb)