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Goldpreis bei 2.400 US-Dollar? Benjamin Louvet erscheint dies möglich

Der Goldpreis hat in den letzten Monaten nachgegeben und stand jüngst aufgrund steigender Renditen am Anleihemarkt unter Druck. Benjamin Louvet, Fondsmanager des OFI Precious Metals Funds bei OFI Asset Management, erläutert, warum aus seiner Sicht die Goldrallye nur eine Pause macht.

Benjamin Louvet, Fondsmanager des OFI Precious Metals Funds bei OFI Asset Management
Benjamin Louvet, Fondsmanager des OFI Precious Metals Funds bei OFI AM
© OFI Asset Management

„Wir sind sehr optimistisch, was die Goldpreisentwicklung in diesem Jahr angeht – vor allem, weil wir eine steigende Inflation erwarten und glauben, dass deren Wirkung unterschätzt wird", sagt Benjamin Louvet, Manager des OFI Precious Metals Funds bei OFI Asset Management. "Das ist zum einen eine Folgeerscheinung der Corona-Pandemie und der massiven Konjunkturprogramme, die weltweit die Staatsverschuldung in neue Rekordhöhen schrauben. Zum anderen hängt es von den Notenbanken ab. Da sie weiter eine lockere Geldpolitik verfolgen, dürften die Realzinsen, also die um die Inflation bereinigten Nominalzinsen, im negativen Bereich bleiben – oder sogar noch tiefer fallen. Das ist die bestmögliche Unterstützung für den Goldpreis. Denn dessen Wertentwicklung verläuft umgekehrt proportional zu den Realzinsen. Gold sollte in diesem Szenario also quasi automatisch teurer werden."

Weitere Faktoren, die eine Inflation stärker als erwartet anheizen können
Erstens könnten Basiseffekte bei den Rohstoffpreisen zumindest kurzfristig einen Inflationsschub auslösen. Der Ölpreis liegt derzeit um mehr als 40 US-Dollar pro Barrel höher als im März letzten Jahres. Die Metallpreise sind insgesamt gestiegen, und auch die wichtigsten Agrarrohstoffe haben sich nach einer Reihe von Produktionsausfällen in verschiedenen Anbauregionen verteuert.

Durch die Energiewende entstehendes Inflationspotential
Der Ausstieg aus der Nutzung fossiler Energieträger ist unausweichlich und wird den Ausbau der erneuerbaren Energien fördern. Allerdings haben die erneuerbaren Energien eine geringere Energiedichte und ihre Gewinnung ist aus diesem Grund teurer. Da die Energieproduktion durch beispielsweise Sonne oder Wind naturgemäß schwankt, können auch beim Ausbau dieser Energieträger die herkömmlichen Stromnetze nicht abgeschaltet werden, ohne kostspielige Speicherlösungen einzusetzen. Aus diesem Grund ist Strom in Deutschland, wo viele erneuerbare Energien ausgebaut werden, derzeit fast doppelt so teuer wie in Frankreich, wo diese noch immer nur marginal vorhanden sind.

Fazit
Aus all diesen Gründen könnte die Inflation höher steigen als zurzeit vom Markt erwartet und damit den Goldpreis nach oben treiben. Louvetdazu: "Wir halten es daher für möglich, dass dieser 2021 die Marke von 2.400 US-Dollar pro Unze erreicht.“ (kb)

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