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Goldman Sachs warnt vor "Schmerz"

Die höchsten Bewertungen sei 117 Jahren lassen die Investment-Banker folgende Warnung an die Marktteilnehmer aussprechen: "Alles hat ein Ende." Paradoxerweise raten sie in ihrem Hauptszenario aber trotzdem dazu, die Aktienquote zu erhöhen – schlicht, weil Bonds noch riskanter wirken.

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Wenn der Bär erst einmal Anlauf genommen hat, kann es für Bullen relative schnell eng werden. Goldman Sachs warnt in einem Report jedenfalls schon vor möglichem "Schmerz".

Auf welchen historischen Fakten diese Warnung beruht, erfahren sie im folgenden Chart – einfach kurz ins Bild klicken.
© eyetronic / Fotolia

Gemeinhin wird mit dem Adjektiv "historisch" eher inflationär umgegangen. Die Finanzmärkte bilden da keine Ausnahme. Kann man jedoch auf einen 117-jährigen Höchst-, oder Tiefststand hinweisen, darf dieses Eigenschaftswort mit relativ gutem Gewissen verwendet werden. Genau das ist in der jüngsten Goldman Sachs-Analyse der Fall, in der die  Marktteilnehmer geraten wird, dass sie sich unter Umständen auf einen Bärenmarkt einstellen sollten – exakte Angaben zum Timing gibt es leider nicht.

117 lange Jahre
Dafür stellt die Analyse-Abteilung einen Chart in den Raum, der untermauert, wieso man sich Sorgen machen sollte. Laut diesem sind die Bewertungen historisch hoch. Überall. Genauer gesagt sind alle wichtige Segmente im Durchschnitt so teuer wie zuletzt im Jahr 1900. "Es ist selten der Fall, dass Aktien-, Anleihen- und Creditmärkte zur selben Zeit ähnlich teuer sind. Gesehen haben wir das nur in den Roaring 20ies und den Golden 50ies", heißt es in dem Report. Die Schlussfolgerung: "Alle hat irgendwann ein Ende. Es wird schlussendlich einen Bärenmarkt geben."



Workshop: Aktien Quantitativ: Aktiv oder Passiv – Vorteil durch Big Data

Goldman Sachs warnt also vor möglicherweise zu heiß gelaufenen Märkten. Vor diesem Hintergrund gibt Osman Ali auf dem Institutional Money Kongress 2018 Einblicke in die quantitative Aktienstrategie von Goldman Sachs Asset Management.

Sein Quantitative Investment Strategies (QIS) Team kombiniert einen fundamentalen Investmentansatz und die quantitative Analyse großer Mengen konventioneller und unkonventioneller Daten. Das QIS Team blickt auf über zwei Dekaden Erfahrung zurück und liefert konsistente, erklärbare Performance und umfassende Risikosteuerung. Für diese und andere Verantstaltungen können Sie sich hier anmelden.

 



Spielraum wird immer weniger
Die hohen Bewertungen erhöhen das Risiko eines Rückschlages, "schlicht weil es weniger Spielraum gibt", so der Report weiter. Tatsächlich befinden wir uns – langfristig gesehen – seit 1985 in einem marktübergreifenden Bullenmarkt. Ein klassisches 60/40-Portfolio auf den US-Markt, das zu 60 Prozent aus Aktien und zu 40 Prozent aus Anleihen besteht, hat seit diesem Jahr einen durchschnittlichen Jahresertrag von 7,1 Prozent abgeworfen. Das steht im Gegensatz zu den 4,8 Prozent, die man während des gesamten vorigen Jahrhunderts pro Jahr erzielen konnte.

Rasch auftretender Schmerz
In einem Basisszenario geht Goldman nun davon aus, dass es in den kommenden Jahren zu einer Anpassung der Erträge nach unten kommen wird. In einem – aus Goldman-Sicht – weniger wahrscheinlichen Fall kommt es jedoch zu einem "rasch auftretenden Schmerz", der zu klaren Abschlägen quer über die Asset-Klassen führen würde.

Die vorgeschlagene Goldman-Strategie, die vom Basisszenario ausgeht: Risiko erhöhen, also die Aktienkomponente verstärken. Dort finde man höhere, risikoadjustierte Erträge und würde außerdem das Durations-Risiko der Anleihenmärkte besser unter Kontrolle bekommen. Das gilt, wie gesagt, für das Basisszenario. Tritt das "Schneller-Schmerz-Szenario" ein, wird man die Pein wohl aussitzen müssen oder sich über Leerverkäufe als Bär positionieren müssen. Das Trostpflaster für alle, deren Investment-Vorgaben ein allzu hohes Exposure Richtung Hedging verunmöglichen: Bärenmärkte für 60/40-Portfolios, die mehr als 25 Prozent an Verlusten verursachten, dauerten in der Regel 19 Monate, nach zwei Jahren waren die Verluste wieder wettgemacht.

Den entsprechenden Bewertungs-Chart finden Sie, indem sie oben ins Bild-, oder einfach hier klicken. (hw)

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