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Goldman Sachs erhöht Goldpreisziel für Ende 2026 auf 5.400 Dollar

Die US-amerikanische Investmentbank hebt ihr Goldpreisziel für Dezember 2026 auf mittlerweile 5.400 US-Dollar je Unze an. Das könnte jedoch noch immer nicht das Ende der Fahnenstange sein.

© I Viewfinder / stock.adobe.com

Goldman Sachs hat seine Goldpreisprognose für das Jahresende um mehr als zehn Prozent angehoben. Zur Begründung verwies die Bank auf eine wachsende Diversifizierung privater Investoren in Goldbarren zusätzlich zur bereits starken Nachfrage von Zentralbanken und börsengehandelten Fonds. Darüber informiert Bloomberg News.

Buy and Hold
Das Geldhaus erhöhte sein Preisziel für Dezember 2026 von zuvor 4.900 Dollar auf 5.400 Dollar je Unze. Dies sei an die Annahme geknüpft, dass private Investoren, die Gold als Absicherung gegen makropolitische Risiken gekauft haben, diese Positionen bis zum Jahresende beibehalten, schrieben Analysten um Daan Struyven und Lina Thomas in einer am 21. Januar datierten Mitteilung.

Im Unterschied zu früheren Absicherungen - die an konkrete Ereignisse wie die US-Wahl im November 2024 gebunden waren - würden Positionen gegen aktuelle Risiken wie zur fiskalischen Nachhaltigkeit in diesem Jahr womöglich nicht vollständig aufgelöst. Sie seien “hartnäckiger”, so die Analysten.

Schlechte Politik sorgt für Unsicherheit und steigende Goldnachfrage
Der Goldpreis ist in den vergangenen zwölf Monaten um mehr als 70 Prozent gestiegen und hat in einer rasanten Rally immer neue Rekordstände erreicht. Kapitalanleger setzen zunehmend auf Sicherheit angesichts von Verschiebungen im Machtgefüge der internationalen Politik und des Umstands, dass Donald Trump mit seinen Angriffen auf die Federal Reserve das Vertrauen in die Unabhängigkeit der US-Notenbank erschüttert.

Angesichts wachsender Sorgen über die langfristige Ausrichtung der Geld- und Fiskalpolitik in großen Volkswirtschaften werde Gold zudem durch Nachfrage im Zusammenhang mit dem sogenannten Debasement-Trade gestützt, so Goldman. Dazu zählten physische Käufe durch vermögende Familien sowie der Erwerb von Call-Optionen durch Investoren.

ETF- und Zentralbankenkäufe
Die Goldkäufe der Zentralbanken dürften 2026 im Durchschnitt 60 Tonnen pro Monat erreichen. Die Währungsbehörden in den Schwellenländern würden “wahrscheinlich die strukturelle Diversifizierung ihrer Reserven in Gold fortsetzen”, schrieben die Analysten.

Die Bestände westlicher Gold-ETFs sind seit Anfang 2025 um rund 500 Tonnen gestiegen - und haben damit stärker zugelegt als Analysten erwartet hatten, die sich ausschließlich am Ausblick auf Zinssenkungen in den USA orientiert hatten. Goldman erwartet für 2026 eine weitere Lockerung der Geldpolitik der Fed um 50 Basispunkte.

Prognoserisiken: "deutlich nach oben verzerrt"
Die Risiken für die angehobene Prognose seien “deutlich nach oben verzerrt, da private Investoren angesichts anhaltender globaler politischer Unsicherheit weiter diversifizieren könnten”, schreiben die Analysten. “Eine starke Verringerung der wahrgenommenen Risiken im Hinblick auf den langfristigen Kurs der globalen Fiskal- und Geldpolitik würde jedoch ein Abwärtsrisiko darstellen, falls sie zu einer Auflösung makropolitischer Absicherungen führen sollte.” (aa)

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