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Goldman Sachs: Drei China-Strategien

Chinas Volkswirtschaft ist eines der großen ökonomischen Versprechen für das 21. Jahrhundert. Der Aktienmarkt hingegen wirkt auf manche Investoren opak und kompliziert – das nicht immer zu unrecht. Ein Wegweiser von Goldman Sachs bietet Orientierung.

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Bei einem passiven Ansatz in chinesische Aktien geht ein Anleger nur über eine aktiv gemanagte Allokation globaler Schwellenländeranlagen, etwa gemessen am MSCI EM Index. Diese konservative Strategie minimiert zwar den Tracking Error gegenüber dem MSCI ACWI, doch es entsteht ein China-Engagement, bei dem traditionelle H-Shares vorherrschen. Die Möglichkeit, Chancen bei A-Shares zu nutzen, wird begrenzt. Ein aktives Management und ein besonders in Bezug auf China kompetentes Portfoliomanagement werden bei diesem Ansatz immer wichtiger. Sie können aber eventuell nicht die Tatsache ausgleichen, dass der Manager die Aufnahme von A-Shares in MSCI-Indizes aufholen muss, weil diese im Vergleichsindex unterrepräsentiert sind.
© goldman sachs

Für Luke Barrs, Head of Fundamental Equity Client Portfolio Management EMEA bei Goldman Sachs Asset Management "ist es schon fast paradox: Der Anteil Chinas an Aktienindizes stimmt immer weniger mit der weltwirtschaftlichen Bedeutung des Landes und der Größe seines Aktienmarktes überein." Denn China stellt rund 17 Prozent des globalen BIPs und wird in diesem Jahrzehnt voraussichtlich die US-Wirtschaft größenmäßig überholen. Allein der Inlandsmarkt für China A-Shares macht 19 Prozent des weltweiten Handelsvolumens und mehr als zehn Prozent der globalen Aktienmarktkapitalisierung aus. Mit mehr als 3.600 Aktien und einer Marktkapitalisierung auf der Basis des Streubesitzes von circa drei Billionen USD im Jahr 2019 ist der A-Shares-Markt der zweitgrößte Aktienmarkt der Welt.

Trotz der Bedeutung der chinesischen Wirtschaft und Aktienmärkte lag die Gewichtung von China im MSCI ACWI Ende 2019 knapp unter vier Prozent und die Gewichtung von A-Shares nur bei 0,5 Prozent . "Ein Markt im Wandel – mit Luft nach oben Der gestiegene ausländische Besitz von China A-Shares, besonders seitens institutioneller Anleger, könnte nun die Merkmale des chinesischen Inlandsmarktes verändern", so Barrs. Nach wie vor dominieren Privatanleger bei A-Shares – etwa 80 Prozent des Handelsvolumens gehen auf ihr Konto. In der Regel sind sie kurzfristig orientiert, weniger erfahren und lassen sich mehr von Stimmungen leiten.

Diskrepante Volatilität
Das führt zu höherer Volatilität bei A-Shares im Vergleich zu Industrieländern oder Schwellenländeraktien insgesamt. Institutionelle Anleger sind generell mehr auf Fundamentaldaten und Unternehmensführung fokussiert und könnten daher zunehmend dazu beitragen, dass hochwertigere Unternehmen mit starker Unternehmensführung und stabilen langfristigen Aussichten besser abschneiden. Dementsprechend rechnen wir auch mit einer Verlagerung der Kapitalflüsse weg von qualitativ schwächeren Unternehmen und spekulativeren Anlagen. Letztlich dürften Anleger, die sich mehr nach Fundamentaldaten richten sowie die vollständige Aufnahme in globale Indizes ebenfalls zu niedrigerer Volatilität beitragen – so wie in Korea und Taiwan, nachdem diese vollständig in die Indizes aufgenommen wurden. Die Institutionalisierung dieser Märkte führte mit der Zeit zu einem etwa 30-prozentigen bis 40-prozentigen Anteil ausländischer Anleger. In Korea ist die durchschnittliche Volatilität in den letzten 30 Jahren tatsächlich um etwa 35 % gefallen. "Wir gehen davon aus, dass die Entwicklung des chinesischen Aktienmarktes ähnlich verlaufen wird", meint Barrs.

Welche unterschiedliche Besonderheiten es bei A- und H-Shares zu beachten gibt, und welche drei Strategien sich für ein erfolgreiches "China-Play" aus Goldmans Sicht anbieten, haben wir in der oben angeführten Galerie zusammengefasst – einfach in das erste Bild oder hier hineinklicken. (hw)

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