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Goldaufschwung steht auf wackligen Beinen

Es gibt einige widersprüchliche Signale im Goldsektor. So hinken etwa Goldminenaktien eigenartigerweise Gold hinterher. Und Palladium weist starke Schwankungen auf.

Martin Siegel, Edelmetallexperte und Geschäftsführer von Stabilitas
Martin Siegel, Edelmetallexperte und Geschäftsführer der Stabilitas GmbH
© Stabilitas

Der Edelmetallsektor erlebt aktuell eine spannende Phase. Während Silber mit einem Plus von 2,7 Prozent und einem Monatsschlusskurs von 15,32 US-Dollar pro Feinunze weiterhin vor sich hindümpelt, legte Gold auf Monatssicht 6,4 Prozent zu. Der Schlusskurs lag im Juni bei 1.409 US-Dollar und damit nur knapp unterhalb eines neuen 6-Jahreshochs.

Signale mit Widerspruch
„Gold sendet derzeit sehr widersprüchliche Signale. Einerseits wurde die wichtige Marke um 1.380 US-Dollar geknackt. Zusammen mit dem zwischenzeitlichen Sechs-Jahres-Hoch ist das ein klares charttechnisches Kaufsignal“, sagt Martin Siegel, Edelmetallexperte und Geschäftsführer der Stabilitas GmbH. „Auf der anderen Seite sprächen mehrere Entwicklungen gegen eine nachhaltige Goldhausse, so Siegel weiter: „Sowohl die Preise für Silber wie auch für die Minenaktien sind weniger stark gestiegen, als es bei einer gesunden Edelmetallhausse zu erwarten wäre. Zusätzlich sind Privatanleger beim physischen Metall mehrheitlich auf der Verkäuferseite. Das bedeutet, dass der Goldaufschwung auf eher wackligen Füßen steht“.

Platin erholte sich nach einem schwachen Vormonat
Es schloss mit einem Plus von 1,5 Prozent bei 836 US-Dollar. Palladium entwickelte sich indes wieder positiv. Es beendete den Monat bei 1.540 US-Dollar, was einem satten Plus von 16 Prozent entspricht. Damit nimmt Palladium wieder Kurs auf sein Allzeithoch um 1.610 US-Dollar von März diesen Jahres. „Die Palladium-Korrektur in den letzten Monaten erscheint angesichts des anhaltenden Angebotsdefizits übertrieben“, sagt Siegel. Der drastische Einbruch scheint eher auf Spekulationen an den Terminmärkten hinzudeuten.

Aktien der Minengesellschaften legten im vergangenen Monat moderat zu
Sie hielten aber mit der Goldpreisentwicklung nicht mit. „Die Goldminenaktien entwickeln sich parallel zum Gold aufwärts, zeigen aber nicht den bei einer breit angelegten Aufwärtsbewegung typischen Vorlauf und Hebel auf den Goldpreis“, sagt Siegel.

Xetra-Gold erreicht neuen Rekord beim Goldbestand und beim verwahrten Vermögen
Während Siegel von privaten Goldverkäufern spricht und damit wohl physisches Gold meint, meldet Xetra-Gold einen Zuwachs von rund 13 Tonnen gegenüber dem Jahresbeginn. Der Goldbestand der börsengehandelten Inhaberschuldverschreibung Xetra-Gold (ISIN: DE000A0S9GB0) sei zum 30. Juni auf einen neuen Rekord von 194,3 Tonnen angestiegen. Das entspreche einem Plus von rund 13 Tonnen im Jahresverlauf. Zum Jahreswechsel waren noch 181,5 Tonnen Gold im Zentraltresor für deutsche Wertpapiere in Frankfurt eingelagert. Xetra-Gold ist damit das führende physisch hinterlegte Gold-Wertpapier in Europa. (kb)

 

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