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Gold-Experte Ronald Stöferle: Kurs steigt um mehr als 70 Prozent!

Die Aussichten für Gold sind bestens, bis Mitte 2018 sollte der Goldpreis von derzeit rund 1.320 auf 2.300 US-Dollar steigen. Dafür sprechen viele gute Gründe, wie der Jubiläumsausgabe des international bekannten „In Gold we Trust“-Reports zu entnehmen ist.

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Die beiden Incrementum-Partner Mark Valek (links) und Ronald Stöferle (rechts) gehen von stark steigenden Goldpreisnotierungen aus und rechnen mit der Wiederkehr von Inflation in Europa.
 
© Menzl

„Gold ist wieder zurück im Bullenmarkt“, erklärte der international bekannte Goldexperte und Incrementum-Partner Ronald Stöferle anlässlich der Präsentation des mittlerweile zehnten „In Gold we Trust“-Reports diese Woche in Wien. Professionelle Marktteilnehmer und Goldexperten weltweit schätzen dieses jährlich auf Englisch und Deutsch erscheinende Werk, das in seiner deutschen Version auf mittlerweile beachtliche 160 Seiten kommt. Allein die Vorjahresausgabe verzeichnete mehr als 1,5 Millionen Downloads und dürfte damit – zumindest laut Einschätzung der zwei Autoren – eine der meist gelesenen Goldstudien weltweit sein. Das Werk findet als „Goldstandard“ der Gold-Studien sogar in den USA jedes Jahr große Beachtung. In zwölf Kapiteln analysieren die Partner und Fondsmanager der unabhängigen Investmentboutique Incrementum aus Liechtenstein, Ronald Stöferle und Mark Valek, den Zustand der internationalen Finanzarchitektur und deren Wechselwirkungen auf die Goldpreisentwicklung.

Verkaufspanik bei Gold läutete neuen Bullenmarkt ein
Stöferle erinnerte am Anfang seiner Präsentation, dass letztes Jahr bei Gold fast schon Verkaufspanik zu verzeichnen war. Investoren fürchteten Zinserhöhungen in den USA sowie deflationäre Tendenzen. Goldman Sachs und viele andere bekannte Asset Manager äußerten sich „bearish“ für Gold, der darauf folgende Ausverkauf beim gelben Edelmetall war fast schon „Lehrbuchmäßig“ der perfekte Nährboden für einen neuen Bullenmarkt.

Folgerichtig hat sich das Blatt gewendet, Short-Seller mussten ihre Positionen schließen, die Bären räumten das Feld, erste antizyklisch agierende Investoren sind über Futures und ETFs in Gold eingestiegen. Das hat den Goldpreis auf von knapp über 1.000 US-Dollar im Dezember 2015 auf derzeit mehr als 1.300 US-Dollar getrieben.

Der jüngste Brexit-Entscheid sollte Gold ebenfalls in die Hände spielen, da aufgrund erhöhter Unsicherheit am Markt einerseits die Goldnachfrage steigt, anderseits Zinserhöhungen unwahrscheinlicher werden.

Never trade against the Fed
Wichtigster Faktor für weiter steigende Goldnotierungen sei laut Incrementum aber der unbedingte Wille der Zentralbanken, die Inflation, genauer gesagt das allgemeine Preisniveau, nach oben in Richtung ihres Zwei-Prozent-Ziels zu bringen. Dafür kaufen die EZB und auch die Bank of Japan im Rahmen ihres QE-Programms jeden Monat Anleihen im Wert der Höhe der gesamten, weltweiten Gold-Jahres-Produktion. „Innerhalb von nur 30 Tagen drucken die EZB und die Bank of Japan zusammen den unglaublichen Gegenwert einer Jahresproduktion Gold“, erklärte Stöferle.

„Gold kostet keine Zinsen“
Keinesfalls unterschätzen sollten Investoren die mittel- bis langfristige Auswirkungen nicht mehr existenter Zinsen bei sicheren Anleihen. Negativzinsen machen Gold (aber auch Bargeld) damit plötzlich zu einer hochattraktiven Assetklasse. „Früher hieß es: Gold zahlt keine Zinsen“, erklärte Stöferle. „Heute heißt es: Gold kostet keine Zinsen“.

Laut Valek sei bereits zu beobachten, dass institutionelle Investoren vor dem Hintergrund negativer Renditen immer öfter in Gold-ETFs umschichten. So habe die Münchener Rück vor einigen Monaten erklärt, einerseits in Bargeld, anderseits in Gold zu investieren. „Es fließen aufgrund des Anlagedrucks viele Gelder in die Assetklasse Gold.“

Game Over bei Zinserhöhungen?
Zusätzlich sorgen sich viele vorausschauende Marktteilnehmer darüber, dass Zentralbanken die Kontrolle über die Systemstabilität verlieren beziehungsweise die Inflation im Falle einer starken Beschleunigung derselben nicht mehr eindämmen könnten. Waren früher Zinserhöhungen ein geeignetes Mittel zur Inflationsbekämpfung, hat dieses Schwert - angesichts überschuldeter Staaten, Unternehmen und auch Konsumenten, sowie riesiger Bestände an (in Folge unter Abschreibungsbedarf kommenden) Rentenpapieren in den Bilanzen von Versicherungen sowie Geschäfts- und vor allem Zentralbanken - an Schärfe verloren beziehungsweise sind Zinserhöhungen oder Geldmengenreduktionen realpolitisch nicht mehr möglich, ohne das Finanzsystem ernsthaft zu gefährden. Daher kaufen viele Investoren sicherheitshalber Gold oder Goldminenaktien, die allein seit Jahresanfang mehr als 100 Prozent zulegten und als Vorlaufindikator für weiter steigende Goldpreise sprechen.

Klares Inflations-Signal
Der Anstieg von Gold, Silber sowie entsprechenden Minenaktien hat bei Incrementum den hauseigenen Indikator ein eindeutiges Inflationssignal generieren lassen. Damit sollten Investoren auf Assetklassen wie Gold, Silber, Inflationsgeschützte Anleihen, Aktien aus dem Energie- und Rohstoffsektor (insbesondere Edelmetalle), aber auch auf Rohstoffwährungen wie dem Australischen Dollar setzen. (aa)

 

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