Das Fachmagazin für institutionelle Investoren

Geben Sie Ihren Benutzernamen und Ihr Passwort ein, um sich an der Website anzumelden:
| Märkte
twitterlinkedInXING

Gold: Big Money bezieht Position, Minenaktien zeigen auffällige Stärke

Die Abkühlung für die Edelmetallhausse hat einige gute Gründe: Einerseits Zinserhöhungsfantasien in den USA, die zusammen mit einem stärkeren Dollar zu einem schwächeren Goldpreis führen. Von Interesse ist aber vor allem die relative Stärke der Minenaktien. Damit bleibt Gold aussichtsreich.

Der Mai war kein "Wonnemonat" für Gold und andere Edelmetalle: Nach dem gewaltigen Anstieg im April gab es im Mai einen Dämpfer für die Edelmetalle. Der Goldpreis sank um fünf Prozent und schloss bei einem Kurs von 1.215 US-Dollar pro Feinunze ab. Dies war gleichzeitig ein Dreieinhalb-Monats-Tief für das gelbe Metall. „Leider konnte Gold den Widerstand an der Marke von 1.300 USD pro Feinunze nicht brechen, was vermehrt zu Gewinnmitnahmen führte“, erklärt Martin Siegel, Edelmetallexperte und Geschäftsführer von Stabilitas.

Steigende Zinsen sind "stimulierend"
Einer der Gründe seien die gestiegenen Erwartungen bezüglich einer erneuten Zinsanhebung seitens der US-Notenbank, was wiederum dem US-Dollar einen starken Auftrieb bescherte. „Auch wenn das der Beginn einer neuen Konsolidierungsphase bei Gold zu sein scheint, sehe ich einen weiteren US-Zinsanstieg – im Gegensatz zur Meinung vieler Analysten und Marktbeobachtern –  langfristig als stimulierend für die Goldpreisentwicklung“, erklärt Siegel. Das Szenario, dass bei steigenden Zinsen und fallenden Kursen eine gefährliche Baisse an den Anleihemärkten entstehen würde, sei nach wie vor aktuell.

Big Money geht in Gold
In der Zwischenzeit wurde auch veröffentlicht, was im vergangenen November schon bemerkbar war: Großspekulant George Soros reduzierte seine Investments an der amerikanischen Börse und kaufte dafür Positionen in Goldminen und Fonds. „Das ist nur die Bestätigung für meine Annahme zum Ende des vergangenen Jahres, dass zu diesem Zeitpunkt großes Geld in die Minenaktien geflossen ist. An manchen Tagen sind die Kurse bei auffälligen Umsätzen gestiegen, an denen sie eigentlich nicht hätten steigen sollen“, sagt Siegel. Der kleine Bruder Silber verlor im Mai 10,3 Prozent und bestätigte seinen Hebel auf Gold in negativer Weise.

Interessante Inter-Market-Entwicklung
Auch Platin und Palladium mussten im Mai Federn lassen und schlossen negativ ab. Platin verlor 10,2 Prozent und fiel somit wieder unter die psychologisch wichtige Marke von 1.000 USD pro Feinunze. Auch Palladium verlor 13,5 Prozent und notierte zum Monatsende bei 542 USD pro Feinunze. „Es ist schon auffällig, wie sich diese beiden Metalle eher parallel zum Silber- und Goldmarkt orientieren und aktuell nichts mit der Industrienachfrage zu tun haben“, sagt Siegel. Zudem hätten Investoren die Erholung im Mai zu Gewinnmitnahmen genutzt. Im Gegensatz dazu seien die Platinminenaktien interessanterweise nicht unter Druck geraten.

Minenaktien mit relativer Stärke
Die Aktien der Minengesellschaften entwickeln sich weiterhin relativ stabil. Zwar sind die Minenaktien im Mai zwischen drei und zehn Prozent gefallen. Dies spiegelt ungefähr den Verlust der physischen Metalle wider. Doch es wäre eigentlich zu erwarten gewesen, dass die Minenaktien prozentual stärker fallen würden, weil sie auch prozentual viel stärker gestiegen sind. Dies ist jedoch nicht geschehen. „Die Minenaktien bauen sogar in dieser Rückschlagphase eine relative Stärke zu den physischen Metallen auf. Das zeigt, dass der Gesamtmarkt nach wie vor intakt und gesund ist“, sagt Siegel.

Basismetalle weiter in der Baisse
Bei den Basismetallen hingegen scheint die Bodenbildungsphase kein Ende zu nehmen. Nach einer leichten Erholung im April gab es Mai wieder einen Rücksetzer. Nickel (-11,4 Prozent), Aluminium  (-6,9 Prozent), Kupfer (-6,3 Prozent), Blei (-5,6 Prozent) und Zink (-2,1 Prozent) landeten im Minus. „Es gibt nach wie vor keine Anzeichen für eine fundamentale Kehrtwende an den Märkten. Deswegen rechnen wir in diesem Sektor mit einer langfristigen Konsolidierungsphase“, prognostiziert Siegel abschließend. (aa)

twitterlinkedInXING

News

 Schliessen