Gold: Amundi sieht weiteres Potenzial und argumentiert mit...
Trotz des massiven Preisanstiegs der letzten Monate erwartet Amundi weitere Gewinne und nennt Faktoren wie eine US-Isolation, verschiedene Defizite und vor allem eine wichtige Änderung bei der Investorensichtweise.

Gold könnte laut Amundi angesichts der zunehmenden Isolation der USA von anderen Ländern weiter zulegen. Viele Investoren reduzierten ihre Bestände an Dollar-Anlagen und schichteten in das Edelmetall um, berichtet "Bloomberg News"
Der Übergang hin zu Gold und weg vom Greenback werde zudem durch hohe US-Defizite und Unsicherheiten über die künftige Geldpolitik der US-Notenbank getrieben, sagte Vincent Mortier, Chief Investment Officer des größten europäischen Vermögensverwalters, in einem Interview mit Bloomberg TV. Amundi verwaltet laut seiner Website insgesamt Vermögenswerte im Umfang von rund 2,3 Billionen Euro.
“Wir haben seit zweieinhalb Jahren in Gold investiert, und ich denke, dieser Trend kann anhalten, denn Gold ist langfristig ein sehr guter Schutz vor Entwertung und eine gute Möglichkeit, Kaufkraft zu erhalten”, sagte er.
Gold steuerte am Dienstag auf den siebten Gewinntag in Folge zu, nachdem der Preis am Montag erstmals über 5.000 Dollar je Unze gestiegen war. Der Goldpreis kletterte in den vergangenen zwölf Monaten um ca. 85 Prozent, während der Dollarindex von Bloomberg um etwa 8,5 Prozent gefallen ist.
Ein Großteil der Goldnachfrage komme von institutionellen Investoren wie Zentralbanken und Staatsfonds, sagte Mortier.
Trumps Angriffe auf traditionelle Verbündete, einschließlich des jüngsten Streits mit europäischen Staaten über Grönland, sowie die anhaltenden Zolldrohungen des Präsidenten hätten ihren Preis, sagte Mortier.
“Man kann seine Verbündeten nicht auf Dauer so schikanieren”, sagte er. “Es entstehen neue Allianzen. Die Haltung Europas zu Grönland ist ziemlich interessant und zeigt, dass man unter Druck neue Formen der Gegenwehr finden kann.”
Der kanadische Premierminister Mark Carney hatte vergangene Woche die sogenannten Mittelmächte zu einem abgestimmten Vorgehen aufgerufen. In einer deutlichen Botschaft beim Weltwirtschaftsforum in Davos in der Schweiz warnte er vor Zwangsmaßnahmen durch Großmächte.
Gold ist derzeit für einige Marktteilnehmer alternativlos
Es gebe derzeit kein überzeugendes Argument für Investitionen in andere große Währungen, sagte Mortier.
“Heute möchte man vielleicht keine Euro kaufen, für den Renminbi ist es womöglich noch zu früh, während der japanische Yen unter Druck steht, also bleibt Gold als Alternative”, sagte er. “Das sehen wir bei unseren Kunden sehr häufig.”
Jeder Kursrückgang wird zum Einstieg genutzt
“Trader kaufen in Rücksetzer hinein, statt Anstiege auszunutzen, um zu verkaufen”, sagte Fawad Razaqzada, Analyst bei City Index. “Solange diese Denkweise anhält, ist es schwer, kurzfristig gegen höhere Preise zu argumentieren, selbst wenn es vorübergehend eine Diskrepanz zwischen Fundamentaldaten und Realität gibt.” (aa)
Negative Korrelation


