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Globale ETF-Mittelzuflüsse legen erneut kräftig zu

Die globalen ETF-Märkte verzeichneten im August weiterhin hohe Nettomittelzuflüsse von insgesamt 50,0 Milliarden Euro. Das Interesse an Aktien-ETFs hat sich erneut erholt, wobei die Zuflüsse in Aktien- und Anleihe-Produkte im August mit 22,7 Milliarden Euro und 22,9 Milliarden Euro gleichauflagen.

Hermann Pfeifer, Amundi
Hermann Pfeifer, European Head Institutional Sales ETF, Indexing & Smart Beta sowie Head Amundi ETF, Indexing & Smart Beta Germany, Austria & EE
© Amundi

Europäische Anleger wenden sich wieder risikoreicheren Renten-ETFs zu, zeigt der Amundi Flow Report. Im August sind Renten-ETFs 3,9 Milliarden Euro zugeflossen. Davon entfielen 2,2 Milliarden Euro auf Staatsanleihe-ETFs. Anleger sind wieder etwas risikofreudiger, was sich auch an der Nachfrage nach ETFs auf Schwellenländer-Staatsanleihen festmachen lässt. So investierten Anleger im August 916 Millionen Euro neue Mittel in ETFs auf chinesische Staatsanleihen. "Obwohl Anleger noch nicht größere Summen in Schwellenländer-Unternehmensanleihen investierten, sehen wir erste Schritte, Kapital in Staatsanleihen der von der Corona-Pandemie zuerst betroffenen Regionen zurückzuleiten", sagt Hermann Pfeifer, European Head Institutional Sales ETF, Indexing & Smart Beta sowie Head Amundi ETF, Indexing & Smart Beta Germany, Austria & EE.

Normalisierung der Credit-Spreads bedeutet schwaches Interesse für Corporates
Im Gegensatz dazu beginnt infolge der Normalisierung der Credit-Spreads und niedrigerer Renditen das Interesse an Unternehmensanleihen aus Industrieländern zu schwinden. Die Zuflüsse in diese Anlageklasse beliefen sich auf 930 Millionen Euro und befinden sich auf annähernd gleichem Niveau wie die Allokationen in chinesische Staatsanleihen.

Aktien-ETFs in Europa erstmals seit März wieder vor Renten-ETFs
Der gestiegene Risikoappetit hat dazu geführt, dass die Nachfrage nach Aktien-ETFs auf 4,1 Milliarden Euro angesprungen ist. Das Anlegerinteresse konzentrierte sich auf die großen globalen Indizes, die ein Plus von rund 2,5 Milliarden Euro verbuchten. Die wiederkehrende Risikobereitschaft spiegelte sich bis zu einem gewissen Grad auch in den Sektor-Allokationen wider. So sind aus dem defensiven Sektor Gesundheitswesen 127 Millionen Euro ab- und dem zyklischen Sektor Grundstoffe 195 Millionen Euro zugeflossen. Real Estate legte hingegen zu, während Finanzdienstleistungen im Laufe des Monats Verluste hinnehmen mussten.
Fast alle anderen Aktienstrategien profitierten vom „Risk-on“-Trend, mit Ausnahme von Smart Beta mit Rückgaben in Höhe von 626 Millionen Euro. Während das Interesse hierfür insgesamt zurückging, wiesen Anleger Momentum-ETFs 143 Mllionen Euro an Neugeldern zu, was das gestiegene Interesse an risikoreicheren Strategien unterstreicht.

Rohstoffe: Gewinnmitnahmen bei Gold-ETFs
Nach Monaten eines starken Goldpreisanstiegs zwischen Mitte März und Anfang August um 34 Prozent und außergewöhnlichen Zuflüssen, drehte die Nachfrage nach Gold-ETFs in den negativen Bereich. Der Trend weg von sicheren Häfen und hin zu risikoreicheren Anlagen führte zu Abflüssen von 100 Millionen Euro aus börsengehandelten Goldstrategien. Darin spiegelten sich auch Gewinnmitnahmen von Anlegern wider. Rohstoffe verzeichneten global Zuflüsse im Volumen von 3,6 Milliarden Euro, wobei das Interesse an Gold-ETFs nachließ.

August 2020: ETF Flows nach Regionen & Exposures

Quelle: Amundi; per 31.08.2020 gab es 2545 europäische ETFs, 3802 amerikanische ETFs und asiatische 1888 ETFs

(kb)

 

 

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