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Gilt der Satz „Politische Börsen haben kurze Beine“ heute noch immer?

63 Prozent der Finanzprofis halten diese Börsenweisheit noch für richtig, aber 60 Prozent sehen stärkeren Einfluss der Politik auf Kapitalmärkte. Das sind die Ergebnisse einer Umfrage unter DVFA Mitgliedern zu Umgang mit politischer Unsicherheit.

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DVFA-Vorstandsvorsitzender Stefan Bielmeier
© DZ BANK

In den letzten Monaten standen die Kapitalmärkte weltweit stark unter dem Einfluss politischer Entwicklungen; die Rallye vor der Wahlentscheidung in Frankreich ist dafür nur das jüngste von vielen Beispielen. Dabei lautet eine alte Börsenweisheit: „Politische Börsen haben kurze Beine“. Von seinen Mitgliedern wollte der DVFA e.V, der Verband der Investment Professionals, wissen, ob sie diese Faustregel noch für gültig halten: Mit einer Zustimmungsquote von 63 Prozent wird sie zwar immer noch von der Mehrheit der am Kapitalmarkt tätigen Verbandsmitglieder geteilt. Aber immerhin 29 Prozent kommen zu einer anderen Einschätzung.

Politischer Einfluss auf Investmententscheidungen nimmt zu

Dass Politik generell einen stärkeren Einfluss auf die Kapitalmärkte hat als zuvor – dieser Aussage stimmen 59 Prozent der Befragten zu. Bei vielen hat sich diese Erkenntnis auch ganz konkret auf ihre Arbeit ausgewirkt: Mehr als die Hälfte der Analysten, Fondsmanager und Banker geben zu Protokoll, dass der Einfluss politischer Entwicklungen auf ihre Investmententscheidungen größer geworden ist. Schließlich gehe es in der politischen Debatte um extremere Positionen und damit auch um möglicherweise gravierendere Veränderungen (56 Prozent).

Wo bleibt die politische Mitte?

Den stärkeren Einfluss der Politik auf die Kapitalmärkte begründen die Befragten auch mit dem „asymmetrischen Risiko“. Ereignisse, die zwar relativ unwahrscheinlich sind, aber dramatische Folgen hätten, könnten von den Kapitalmärkten nur schwer bewertet werden (44 Prozent). Dass durch populistische Strömungen die politische „Mitte“ verloren gehe und damit der politische Prozess unberechenbarer werde, sehen ebenfalls 44 Prozent als Grund.

Angst vor populistischen Strömungen unter Investment Professionals weit verbreitet

80 Prozent sehen die Gefahr, dass sie für „Disruption“ in Europa sorgen. Dabei wird das Risiko, dass die EU auseinanderbrechen könnten, von 51 Prozent als das größte Risiko bewertet. Auch die Beschränkung des Freihandels macht Sorge: 45 Prozent sehen sie als größtes Risiko. Nur 13 Prozent hingegen halten den Konflikt zwischen den USA und Nordkorea für das größte Risiko.

Szenarioanalysen werden für Investoren immer wichtiger

DVFA-Vorstandsvorsitzender Stefan Bielmeier: „Selbst wenn der Wahlsieg Macrons die Kapitalmärkte erst einmal aufatmen lässt – die politischen Risiken in Europa sind nur aufgeschoben, nicht aufgehoben. Langfristig orientierte Anleger müssen sich darauf einstellen, dass gemäßigte politische Kräfte weiterhin unter starkem Druck stehen und grundsätzliche Kursänderungen à la Brexit und Trump jederzeit möglich sind und die Kapitalmärkte beeinflussen können. Szenarioanalysen werden für Investoren immer wichtiger.“

Die Umfrage wurde vor der gestrigen Stichwahl zur Präsidentschaft in Frankreich und der Landtagswahl in Schleswig-Holstein durchgeführt; 162 Mitglieder der DVFA nahmen daran teil. (kb)

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DVFA e.V.: Die Standesorganisation der Investment Professionals in den deutschen Finanz- und Kapitalmärkten mit 1.400 persönlichen Mitgliedern. Der Verband engagiert sich für die Professionalisierung des Investment-Berufsstandes, erarbeitet Standards und fördert den Finance-Nachwuchs. Der Verband ist international verankert. Er ist Mitglied von EFFAS - European Federation of Financial Analysts Societies mit über 17.000 Investment Professionals europaweit und auch Mitglied bei der ACIIA - Association of Certified International Investment Analysts, einem Netzwerk mit 100.000 Investment Professionals weltweit.

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