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Gibt es 2019 nun wieder mehr Potential am Corporate Bond-Primärmarkt?

Wer über guten Zugang zum Primärmarkt verfügt, profitiert oft von einem speziellen Bonuszuckerl, dem Primär­markt Pick-Up. Neuemissionen bieten einen Spread, der über der Kurve bestehender Anleihen des Unternehmens liegt. Jetzt, wo die EZB nicht mehr netto kauft, könnte dieser lukrativer werden.

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Mag. Bernhard Tollay, Geschäftsführer der METIS INVEST GmbH
© Metis Invest

Um das Interesse der Marktteilnehmer zu wecken und die Neuemission zum Erfolg zu führen, wird dieser Pick-Up als Incentive angeboten. Was für Erstemissionen oder weniger bekannte Emittenten eine Notwendigkeit darstellen mag, ist allerdings auch bei renommierten Namen zu beobachten, weiß Bernhard Tollay, Geschäftsführer der Metis Invest, der für tailormade Asset Management zuständigen Tochter der Merkur Versicherung AG in Graz.

In den letzten Monaten war der Pick-Up eher mau
In den letzten Jahren schien der Pick-Up jedoch an Bedeutung zu verlieren. Tollay dazu: "Das EZB-Kaufprogramm trieb die Nachfrage in die Höhe, und die generell engen Spreads ließen wenig Spielraum zu. An den Neuemissionen der Unilever im Februar 2018 ist beispielsweise so gut wie kein Pick-Up fest­zustellen gewesen. Die IPT-Ankündigung erfolgte rund 20 Basispunkte über der Spreadkurve, engte sich daraufhin aber vor allem am langen und kurzen Ende so stark ein, dass die Papiere letzt­endlich praktisch auf der Kurve emittiert wurden." Die folgende Grafik zeigt die damalige Situation exemplarisch auf, wobei unter IPT der "initial price talk" zu verstehen ist. Dieser findet vor dem Bookbuilding statt und sammelt Meinungen zur Spannnweite des Spreads der künftigen Neuemission ein. 

Unilever Neuemissionen Februar 2018

Quelle: Metis Invest; Spread-Daten: iBoxx Markit

Zum Jahreswechsel wurden die Karten am Primärmarkt neu gemischt
Das EZB-Kaufprogramm hat nun geendet, womit ein wesentlicher Marktteilnehmer nur noch partiell durch Reinvestitionen von Tilgungen in Erscheinung tritt. Das Emissionsvolumen ist im Vergleich zu 2017 zwar rückläufig, jedoch ausgehend von einem sehr hohen Level. Die auslaufenden Spreads mögen auch neue Investoren anlocken, jedoch ist es wahrscheinlich, dass Emit­tenten wieder stärker um Investoren konkurrieren und mehr Incentives, unter anderem in Form des Pick-Ups, bieten müssen. Der Effekt kann bereits mit dem deutlichen Zurückfahren des EZB-Kaufprogramms im Oktober 2018 beobachtet werden.

Incentives kehren zurück
Betrachtet man exemplarisch die im Dezember neu emittierten SAP-Anleihen, scheint diese Hoffnung berechtigt. Tollay führt aus: "Die vier Neuemissionen wurden rund 20-25 Basis­punkte über der bestehenden Kurve angekündigt und engten sich nur rund 12-17 Basispunkte ein. Somit wurde mit dem Schließen der Bücher ein ansehnlicher Pick-Up über alle Laufzeiten erzielt." Die folgende Grafik illustriert diesen für Fondsmanager wie jene von Metis Invest glücklichen Umstand.

SAP Neuemissionen Dezember 2018

Quelle: Metis Invest; Spread-Daten: iBoxx Markit 

Verbesserte relative Attraktivität von Corporate Bonds ist zu erwarten
Weitere Entwicklungen am Primärmarkt werden mit Spannung erwartet. Es sei jedoch davon auszugehen, so Tollay, dass sich für einen Investor mit gutem Zugang zum Primärmarkt 2019 interessante Optionen bieten werden und Corporate Bonds als Assetklasse an Attraktivität, zum Beispiel auch gegenüber Staatsanleihen, gewinnen dürften. 

Metis kann Euro Corporates - auch in 2018 
Via Metis Invest bietet die Grazer Merkur Versicherung ihr Knowhow im Management von Unternehmensanleihen auch anderen institutionellen Investoren an. Die Ergebnisse der beiden Corporate-Fonds, des Sirius 25 - Euro Corporate Bond Fund (Asset von 343 Millionen Euro) und des jungen, mit 1. August 2017 aufgelegten Metis Bond Euro Corporate ESG (22,5 Millionen) können sich 2018 durchaus sehen lassen. Während sich der große Fonds im 75. Perzentil seiner Bloomberg-Vergleichsgruppe 2018 befindet, konnte der Metis Bond Euro Corporate ESG Fonds im 95. Perzentil das vergangene Kalenderjahr abschließen. Dieser  verfügt derzeit über keine Benchmark, "da der Unterschied in den ESG-Kriterien im Fonds und der bekannten Bloomberg Barclays Benchmark zu groß ist", wie Tollay anmerkt. (kb)

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