Das Fachmagazin für institutionelle Investoren

Geben Sie Ihren Benutzernamen und Ihr Passwort ein, um sich an der Website anzumelden:
| Märkte
twitterlinkedInXING

Gesundheitsinvestments in den Emerging Markets haben Charme

Am nachhaltigen Wachstum der Schwellenländer können Investoren durch zahlreiche Anlagemöglichkeiten teilhaben. Speziell Gesundheitsinvestments bieten Chancen, von attraktiven Nischenmärkten und dem Trend der fortschreitenden Symbiose von Technologie und Gesundheit zu profitieren.

andreas_scharf_klein_quer.jpg
Andreas Scharf ist Investment Analyst Healthcare bei apoAsset. Der studierte Betriebswirt und Master of Science in Finance ist unter anderem für die Analyse von Unternehmen und Märkten des Gesundheitssektors sowie für die Entwicklung neuer Anlageideen und die Weiterentwicklung von Investmentprozessen zuständig. Zudem gehört er zum Spezialisten-Team für den Fonds apo Emerging Health. 
© Apo Asset Management GmbH

Über 6,5 Milliarden Menschen und damit über 85 Prozent der Gesamtbevölkerung leben in Schwellenländern und tragen, gemessen am BIP, mehr als 40 Prozent zur weltweiten Wirtschaftsleistung bei – Tendenz steigend. Unlängst hat sich neben BRIC auch die Bezeichnung MIST gesellt, die stellvertretend für die Länder Mexiko, Indonesien, Südkorea und Türkei steht und deren Wachstumsdynamik in den letzten Jahren an Fahrt aufgenommen hat. Für Anleger sind Investments aus Schwellenländern unabdingbar, um am nachhaltigen Wachstum, dem demografischen Wandel und an der rasant wachsenden Technologisierung zu partizipieren. Nicht zuletzt durch die niedrigeren Korrelationen zu entwickelten Märkten sind sie als Diversifikationsbaustein aus vielen Portfolios nicht mehr wegzudenken, schreibt Andreas Scharf, Investment Analyst Healthcare bei apoAsset.

Aufholpotential zu entwickelten Ländern
Speziell der Gesundheitsmarkt bietet Investoren, die in Schwellenländern investieren wollen, Chancen. So zeichnet sich das Aufholpotenzial zu den entwickelten Ländern in den Gesundheitsausgaben der Schwellenländer in Relation zum BIP ab. Geben die USA etwa 17 Prozent des BIP für Gesundheit aus, sind es in den meisten Schwellenländern deutlich unter zehn Prozent. Die ärztliche Versorgung in Entwicklungsländern birgt ebenfalls deutliches Potenzial nach oben. So betreuen in Brasilien im Schnitt 2,1 Ärzte 1.000 Einwohner, während es in OECD-Ländern 3,4 sind. Bei steigendem Wohlstand und fortschreitender Entwicklung ist von einer Angleichung auszugehen und Investments in Gesundheit dürften zunehmen.

Gesundheitsmarkt bietet attraktive Nischen
Gesundheitsinvestments in Schwellenländern haben oft einzigartige Alleinstellungsmerkmale und bedienen attraktive Nischenmärkte. So operiert zum Beispiel das costaricanische Unternehmen Establishments Labs als globales Unternehmen für Hightech-Medizinprodukte und Ästhetik. Es verantwortet die Entwicklung, Herstellung und Vermarktung von silikongefüllten Brust- und Körperimplantaten in einem relativ unelastischen Nachfrageumfeld nach Brustrekonstruktion bedingt durch Mastektomie (Amputation). Nach Rückrufen von Wettbewerberimplantaten ist die Motiva-Linie die einzige auf dem Markt verbliebene, die durch Studien die Sicherheit des Produktes nachgewiesen hat. Mit diesem Alleinstellungsmerkmal kann sich das Unternehmen von Wettbewerbern abheben und Großteile des Gesamtmarktes für sich beanspruchen. Auch das ungarische Unternehmen Gedeon Richter mit Fokus Osteuropa bedient insbesondere die Nische Frauengesundheit und hat mit der Übernahme der Hormonpflaster-Sparte von Johnson & Johnson die Spezialisierung auf Gynäkologie voranbringen können.

Symbiose von Technologie und Gesundheit
Mit einem Investment in Schwellenländer partizipiert der Investor zudem am Trend der steigenden Symbiose aus Technologie und Gesundheit. Vor allem asiatische Unternehmen weisen Alleinstellungsmerkmale auf und bieten oft einzigartige Opportunitäten, an der rasant wachsenden Digitalisierung in der Gesundheitsbranche teilzuhaben. Das Unternehmen Ping An Healthcare aus China betreibt eine mobile Plattform für Online-Konsultationen und Gesundheitsmanagement. Es ermöglicht mit seiner Technologie Zugang zu Gesundheitsdiensten in China und schafft Effizienz in dessen Gesundheitsmarkt. Digitale Anwendungen für jedermann lassen die Bedeutung der Gesundheit in der Bevölkerung steigen. Prävention wird ebenfalls zunehmend wichtiger und lässt den Krankheitsmarkt, ähnlich wie in den entwickelten Ländern, auch in den Schwellenländern mehr und mehr zu einem Gesundheitsmarkt werden.

Fokus auf lokale Player
Für eine Direktinvestition in heimische Unternehmen spricht dabei, dass sich lokale Player in ihrem heimischen Umfeld besser entfalten können. Etablierte Unternehmen der entwickelten Welt haben es in der Regel schwer, direkt über eigene Anstrengungen Märkte in Schwellenländern zu erschließen. Oft sind gesetzliche, kulturelle und soziale Hürden zu hoch für ein Direktinvestment. Häufig fehlt ihnen auch das Know-how, bestimmte Nischen und Märkte zu bedienen. (kb)

 

twitterlinkedInXING

News

 Schliessen

Mit der Nutzung dieser Website stimmen Sie der Verwendung von Cookies und unserer Datenschutzerklärung zu. Mehr erfahren