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Geopolitische Krisen werden an der Börse überschätzt

Die Ukraine-Krise spitzt sich zu, die Rhetorik wird drastischer. „Für die Börsen sind solche geopolitischen Konflikte immer ein Grund für erhöhte Volatilität – aber so gut wie nie Auslöser eines Bärenmarktes“, sagt Benjamin Bente, Geschäftsführer der Vates Invest.

Benjamin Bente
Benjamin Bente, Geschäftsführer der Vates Invest GmbH.
© Vates Invest

In der Vergangenheit hat sich gezeigt, dass solche geopolitischen Krisen, auch kriegerische Auseinandersetzungen, in der Wahrnehmung der Leute zwar sehr viel Aufmerksamkeit erhalten, an den Börsen jedoch selten deutliche Spuren hinterlassen. „Die Annexion der Krim durch Russland, ein Vorläufer der gegenwärtigen Eskalation, hat den US-Aktienmarkt ein paar Prozente gekostet“, sagt Benjamin Bente, Geschäftsführer der Vates Invest GmbH. Das lag aber alles im Bereich der normalen Schwankungen, zu denen auch andere Ereignisse führten. „Aus Börsensicht war das völlig unbedeutend“, so Bente.

Konjunktureinbruch oder knappe Liquidität lösen wirklich Abwärtsbewegungen aus
Solche Krisen oder andere Schocks, die sich nicht etwa auf Konjunktureinbrüche oder Liquiditätsverknappungen stützen, zeigen fast einheitlich, dass die Abwärtsbewegungen deutlich geringer ausfallen als erwartet. „Oder dass die Verluste bereits nach kurzer Zeit wieder aufgeholt sind“, sagt Bente. „Geopolitische Krisen und exogene Schocks werden überbewertet.“ Ein konkretes Beispiel: Die Anschläge vom 11. September 2001 werden immer als eine große Krise gesehen. „An den Börsen war es allerdings so, dass sehr schnell und hart abverkauft wurde, dann aber binnen weniger Wochen der gesamte von dem Ereignis verursachte Kursverlust wieder aufgeholt wurde“, sagt Bente.

Krisen verschlechtern Stimmung und verstärken Wirkung
Dass es damals in der Folge trotzdem weiter abwärts ging, war der Tatsache geschuldet, dass sich die US-Wirtschaft bereits in einer Rezession befunden hatte. „Solche Krisen sind insofern keine direkten Auslöser, drücken aber auf die Stimmung und verstärken die Wirkung, wenn es auf ein konjunkturell oder monetär angeschlagenes Umfeld trifft“, so Bente. Dies könnte in den kommenden Wochen der Fall sein. „Die Fed ist auf einem Kurs der Liquiditätsverknappung, wenn hierzu eine Auseinandersetzung in Osteuropa kommt, könnte das durchaus kurzfristig zu einer stärkeren Abwärtsbewegung führen“, sagt Bente. Aber selbst dies, das zeigt das Beispiel des 11. September, ist nicht das Kernproblem der Börsen.

So könnte aus der Ukraine-Krise doch heftigeres Ungemach drohen
„Ein wenig muss jedoch trotzdem relativiert werden“, sagt Bente. „Denn wenn es zu einem immer weiter eskalierenden Konflikt mit immer härteren Wirtschaftssanktionen kommt, trifft das auch irgendwann die Konjunktur.“ So zum Beispiel, wenn die russische Wirtschaft aus dem Zahlungsverkehrssystem Swift ausgeschlossen und im Gegenzug kein Gas mehr nach Europa liefern würde. „Dann könnte sich eine sichtbare Verwerfung entwickeln, anders als bei der Krim-Krise 2014, die im Chart des S&P 500 keinerlei Spuren hinterlassen hat“, so Bente. (kb)

Geopolitische Krisen alleine lösen keinen Bärenmarkt in den USA aus
Insofern bleibt das Fazit, dass allein von einer geopolitischen Krise kein US-Bärenmarkt ausgelöst wird. „Das auch, weil sich die geopolitischen Krisen der vergangenen Jahrzehnte alle weit außerhalb der USA abgespielt haben“, so Bente. Dies ist auch diesmal wieder der Fall. Dabei wird sich durch die Ukraine-Krise mit Sicherheit die Volatilität verstärken. „Da dies in eine Zeit trifft, in der die Fed die Zügel anzieht, kann die Marktreaktion schon etwas stärker ausfallen“, sagt Bente. „Wirkliche Sorgen um den US-Aktienmarkt als Leitbörse der Welt muss man sich derzeit aber wegen der Ukraine-Krise nicht machen.“ (kb)

 

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