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Genobanken-Präsidentin sieht zu hohe Risiken nach Stützungen

Nachdem mindestens drei genossenschaftliche Banken in den vergangenen Monaten gestützt werden mussten, hat Sektor-Präsidentin Marija Kolak einige Banker in der Gruppe kritisiert und vor hohen Kosten für die Solidargemeinschaft gewarnt, wie Bloomberg News berichtet.

Marija Kolak, Präsidentin des Bundesverbands der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR)
Marija Kolak, Präsidentin des Bundesverbands der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR)© Thomas Silz / BVR

“Einige Verantwortliche sind viel zu hohe Risiken eingegangen. Und sie haben nicht darauf geachtet, dass Kontrollsysteme ausreichend angewandt werden”, so Marija Kolak am Montag bei der Bilanzpressekonferenz laut Redetext, aus dem Bloomberg zitiert. Es sei “offensichtlich, dass die Fälle für unsere Solidargemeinschaft teurer als Sanierungen in anderen Jahren werden könnten."

Über ihre Sicherungseinrichtung versprechen sich alle genossenschaftlichen Banken, sich in Krisensituationen gegenseitig zu stützen. Mit der VR-Bank Bad Salzungen Schmalkalden, der Volksbank Dortmund-Nordwest und der Volksbank Düsseldorf Neuss hatten zuletzt gleich drei Institute auf solche Hilfe der Solidargemeinschaft zurückgreifen müssen. Dabei geht es um eine Summe von mehreren hundert Millionen Euro.

Sicherungseinrichtung hat genug Power
Kolak nannte am Montag keine Summen, erklärte jedoch, dass die die Sicherungseinrichtung auch deutlich höhere Volumina ohne Schwierigkeiten bewältigen könne. “Die Sicherungseinrichtung ist eine sehr gut ausgestattete Solidargemeinschaft. Sie ist kein Freifahrtschein für hochriskante Geschäfte und grob fahrlässiges Handeln”, sagte die Präsidentin des Bundesverbands der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR).

Kolak kündigte einige Veränderungen bei der Institutssicherung an
Details dazu skizzierte ihr Vorstandskollege Daniel Quinten. Es sei zwar nicht geplant, die Selbstständigkeit der 672 Volksbanken und Raiffeisenbanken, Sparda-Banken und PSD Banken anzutasten. Allerdings sollen Institute, “die bundesweit agieren und/oder in völlig neue Geschäftsmodelle expandieren, kritischer begleitet werden”, sagte er.

Investitionen in effizientes und effektives Monitoring
Zudem ist unter anderem angedacht, die Sicherungseinrichtung zu stärken. “Wir werden in ein effizientes und effektives Monitoring verstärkt investieren”, erklärte Quinten. “Wir werden das mit Blick auf die Anzahl und Qualifikation der Mitarbeiter tun und wir haben es bereits getan mit Blick auf den Einsatz von Technologien, mit denen wir Informationen auslesen und auswerten können.” Auch sei geplant, dass Sicherungseinrichtung, Prüfer und die DZ Bank als zentrale Akteure für die Institutssicherung enger zusammenarbeiten. Die DZ Bank fungiert als Zentralbank für die genossenschaftlichen Primärbanken.

Dreimal die Sicherungseinrichtung angezapft
Bei der VR-Bank Bad Salzungen Schmalkalden war Anfang 2024 bekannt geworden, dass ein Wertberichtigungsbedarf von 280 Millionen Euro bei Krediten, Immobilien und Beteiligungen entstanden ist. Die Volksbank Dortmund-Nordwest war wegen Immobilienfonds in Schieflage geraten, in die sie investiert hatte. Und die Volksbank Düsseldorf Neuss sah sich mit einer Forderung von 100 Millionen Euro konfrontiert, nachdem sie eigener Lesart zufolge das Opfer “betrügerischer Machenschaften” geworden ist.

Trotz der Stützungsfälle haben sich die genossenschaftlichen Primärbanken im vergangenen Jahr operativ gut entwickelt. Sie steigerten ihren Jahresüberschuss vor Steuern um 2,3 Prozent auf 9,5 Milliarden Euro. (kb)

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