Gefördertes Wohnen bringt mehr Rendite als frei finanziertes
Der Markt für gefördertes Wohnen hat sich in letzter Zeit zu einem zunehmend wichtigen Bereich der institutionellen Anlage entwickelt. In Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheiten und steigender Zinsen bietet dieses Segment nicht nur stabile Einnahmen, sondern auch eine attraktive Renditeperspektive.

Die Wohnungskrise spitzt sich in Deutschland immer mehr zu. Gefördertes Wohnen ist eine direkte Antwort auf den dringenden Bedarf an bezahlbarem Wohnraum, der in vielen Städten und Regionen Deutschlands besteht, und bietet so Anlegern sozial nachhaltige Investitionsmöglichkeiten.
Bessere Rahmenbedingungen sorgen für mehr Rendite bei gefördertem Wohnraum
Neben den sozialen Aspekten bietet gefördertes Wohnen auch finanzielle Vorteile. Dr. Tim Schomberg, CEO von Kingstone Real Estate, führt aus: "Der ausschlaggebende Grund, warum dieses Segment derzeit so gefragt ist, liegt in den Renditen. Aktuell erzielen wir mit gefördertem Wohnen eine Ausschüttungsrendite von über 4,0 Prozent pro Jahr. Im Vergleich dazu liegen die Renditen im frei finanzierten Wohnungsbau aufgrund der gestiegenen Bau- und Finanzierungskosten häufig nur zwischen 2 und 3,5 Prozent. Diese Differenz von bis zu 200 Basispunkten macht gefördertes Wohnen zu einer interessanten Anlageklasse."
Warum es diesen Renditeunterschied gibt
Der Unterschied in den Renditen lasse sich vor allem durch die jeweiligen Rahmenbedingungen im freien und im geförderten Wohnungsbau erklären, so Dr. Schomberg weiter. "In den letzten Jahren haben wir einen deutlichen Anstieg der Zinsen und weiterhin hohe Baukosten erlebt, die die Rentabilität im frei finanzierten Wohnungsbau erheblich gedrückt haben. Im Gegensatz dazu wird die Rendite im geförderten Wohnen durch verschiedene staatliche Fördermaßnahmen stabilisiert. Zu den wichtigsten Förderungen gehören Baukostenzuschüsse, zinsgünstige Darlehen sowie Miet- und Tilgungszuschüsse."
Investitionsentscheidung abhängig von regionalen Förderbestimmungen
Allerdings gibt es große regionale Unterschiede in Deutschland: Aufgrund der lokalen Förderlandschaft sind bestimmte Regionen attraktiver als andere. Aktuell konzentriert man sich bei Kingstone Real Estate auf den Süden der Republik – insbesondere auf Bayern und Baden-Württemberg. Diese Bundesländer bieten auf Landesebene gute Förderprogramme. Aber auch Hessen ist ein interessanter Zielmarkt für Investitionen.
Föderalismus lässt grüßen
Einschränkend muss allerdings gesagt werden, dass es keine pauschale Antwort auf die Frage gibt, in welchen Regionen sich Investitionen lohnen. Schomberg konkret: "Jedes Bundesland hat seine eigenen Förderprogramme, die zum Teil mit kommunalen Programmen kombiniert werden können. Auch auf Bundesebene existieren zusätzliche Fördermöglichkeiten. Daher ist es notwendig, die spezifischen Bedingungen für jedes einzelne Projekt genau zu prüfen und sich dabei auf fundiertes Expertenwissen zu stützen."
Einnahmesicherheit durch Vermietungssicherheit
Gefördertes Wohnen bietet darüber hinaus eine hohe Einnahmesicherheit. Die Nachfrage nach bezahlbarem Wohnraum ist in vielen Regionen Deutschlands nach wie vor sehr hoch, und diese Nachfrage garantiert eine hohe Vermietungssicherheit. Zusätzlich ist es auch im geförderten Wohnungsbau möglich, moderate Mietsteigerungen umzusetzen. Diese liegen in der Regel bei etwa 1,5 bis 2 Prozent pro Jahr, je nach Bundesland.
Zusätzlicher Vorteil
Ein weiterer Vorteil vor allem für langfristig orientierte Investoren ist, dass die geförderten Wohnungen nach dem Auslaufen der Förderperiode, die in der Regel nach 25 Jahren endet, in den freien Markt übergehen. Dies bedeutet, dass die Wohnungen dann ohne die Mietpreisbindung der Förderprogramme vermietet werden können. Für langfristige Investoren bedeutet dies eine attraktive Möglichkeit, von marktnahen Mieten und einer potentiellen Wertsteigerung zu profitieren.
"Abschließend möchte ich festhalten, dass gefördertes Wohnen die Aspekte Rendite und bezahlbares Wohnen verbindet und zeigt, dass dies kein Widerspruch sein muss", sagt Schomberg. (kb)