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Gefährliche Mischung: Steigende Zinsen, Ölpreise und hohe Aktienkurse

Laut Einschätzung von Franz Wenzel von AXA IM sollten sich Investoren auf eine vorsichtigere Gangart einstellen. Der Anlagestratege nennt einige Gründe, die bei Investoren rasch für Ernüchterung sorgen könnten.

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Franz Wenzel, AXA Investment Managers: "Investoren sind gut beraten, sich auf eine höhere Volatilität einzustellen.“
© AXA IM

Investoren mit angespannten Risikobudgets sollten ihr Markt-Exposure bei riskanteren Anlageklassen noch einmal auf den Prüfstand stellen. Dafür sprechen derzeit einige Gründe. Beispielsweise die Gefahr von Handelskriegen. So sorgt der derzeitige Handelskrieg zwischen den USA und dem kommunistischen China für Aufsehen und ist Nährboden für weitere Spannungen. Das könnte Folgen für Investoren haben: „Sollte der US-Forderung nach einer weiteren deutlichen Absenkung des chinesischen Außenhandelsüberschusses erneut Nachdruck verliehen werden, würde im Umkehrschluss die schwächelnde Konjunktur weiter belastet. Investoren sind also gut beraten, sich auf eine höhere Volatilität einzustellen“, erklärt Franz Wenzel, Anlagestratege für institutionelle Kunden bei AXA Investment Managers.

Höhere Zinsen und höhere Aktienkurse sind ein gefährlicher Cocktail
Verantwortlich dafür seien steigende (US-)Zinsen und hohe Aktienmarktbewertungen, so Wenzel weiter. Der Dollar habe dabei einmal mehr seinen Charakter als „Fluchtwährung“ unter Beweis gestellt: Trotz oder vielmehr gerade wegen der politischen Unwägbarkeiten hat der Dollar in den vergangenen Wochen deutlich an Wert gewonnen. Über die künftige Geldpolitik gibt es keine Zweifel: Weitere Zinserhöhungen seien laut dem neuen Fed-Chairman Jerome Powell vorprogrammiert.

Europas Realwirtschaft braucht keine Politiker
Für Europa sind viele Marktteilnehmer zuversichtlich, trotz des politischen Stillstands und möglicher Neuwahlen in Italien: „Trotz der mageren Wertentwicklung seit Jahresbeginn bleiben wir davon überzeugt, dass die europäischen Börsen das Jahr 2018 positiv beschließen werden“, so Wenzel. „Die zurückliegende Berichtssaison hat gezeigt, dass sich die Unternehmensgewinne vielversprechend darstellen.“ Die Konjunktur sei nicht notwendigerweise auf eine stabile Regierung angewiesen, das hätten die vergangenen Jahre schon vielerorts gezeigt.

Unterdessen sind die Ölpreise (Brent) so hoch wie seit über dreieinhalb Jahren nicht mehr. Die Diskussion um das Iranatomabkommen und die Krise im Nahen Osten haben den Ölpreis in den vergangenen zwölf Monaten von zunächst 50 US-Dollar auf etwa 75 US-Dollar ansteigen lassen. „Wir unterstellen, dass ein dauerhafter Anstieg von etwa zehn US-Dollar etwa 0,1 Prozent Wachstum kostet“, prognostiziert Wenzel. Sollte der Ölpreis auf heutigem Niveau bleiben, könne das nach dieser Faustregel etwa 0,2 Prozent Wachstum kosten und die Inflation um etwa 0,3 bis 0,4 Prozent anheben.

Drei Prozent sichere Rendite sind für Investoren wieder interessant
Die Renditen von zehnjährigen Staatsanleihen bewegen sich mittlerweile im Bereich um die Drei-Prozent-Marke. Sollten Investoren dieses Niveau nutzen und Positionen aufbauen wollen, sei laut AXA IM angesichts der guten Konjunktur und weiter zu erwartender Zinserhöhungen seitens der US-Notenbank dennoch Vorsicht vor langlaufenden US-Anleihen das erste Gebot der Stunde.

Allein für 2018 werden noch drei Zinserhöhungen unterstellt, gefolgt von drei weiteren Zinsschritten für 2019. Die Erhöhungen werden auch am langen Ende der Zinskurve nicht spurlos vorübergehen, glaubt Wenzel. „Wir wären nicht überrascht, wenn sich die Renditen zehnjähriger US-Staatsanleihen auf Sicht von zwei Jahren in Richtung der Vier-Prozent-Marke bewegen würden“, prognostiziert Wenzel. Unabhängig von diesen möglichen Entwicklungen bliebe laut seiner Aussage für alle ausländischen Investoren weiterhin die Währungssicherung ein zentrales Thema. (aa)

 

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