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Gebührenmodelle für Hedgefonds in einer Welt nach "2/20"

Da viele Hedgefonds in den letzten zehn Jahren Long-only- oder Beta-Renditen erzielten, hat sich der Druck auf die Gebühren in den letzten Jahren verstärkt. Wie Start-up-Manager Gelder von Allokatoren anziehen können, ist Gegenstand heftiger Debatten, da sich die Gebührenmodelle verschoben haben.

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© magele-picture / stock.adobe.com

Das traditionelle "Two and Twenty"-Gebührenmodell - jahrelang ein Eckpfeiler der Hedge-Fonds-Branche - existiert heute für die meisten Manager nicht mehr, was jedoch nicht bedeutet, dass bestimmte etablierte Manager nicht immer noch in der Lage sind, solche Gebühren zu erheben, so Stephane Berthet, Gründer von Hyphen Alternative Advisors und Moderator des gebührenorientierten Panels auf dem diesjährigen hedgeweekLIVE European Emerging Managers Summit, von dem "Hegdeweek" berichtet

Niedrigere Gebühren als Köder für Start-up-Manager
Insgesamt sind die durchschnittlichen Gebühren auf eine Größenordnung von 1,0 bis 1,5 Prozent für das Management und zwischen 10 bis 15 Prozent und 20 Prozent für die Performance gesunken, so die Diskussionsteilnehmer, wobei die Referenten feststellten, dass aufstrebende Manager in der Startphase immer häufiger niedrigere Gebühren anbieten, um Anlegerkapital anzuziehen.

Einheitliches Gebührenmodell ist Schnee von gestern
In der Diskussion wurde darauf hingewiesen, dass die Gebührenmodelle zunehmend von einer Vielzahl von Faktoren beeinflusst werden, darunter das Geschäftsmodell, die Anlagestrategie, die Höhe des erforderlichen Betriebskapitals und der Grad der Liquidität. Die Redner erörterten auch die Vorzüge von Gebührenverhandlungen, Gründeranteilsklassen, Lock-ups und anderen Bedingungen und Strukturen.

Fairness-Gedanke greift um sich
"Als wir anfingen, war es ein Einheitsmodell mit einer 2/20 Gebührenstruktur. Das ist heute nicht mehr der Fall", so Richard Lamplough, CEO von Lancaster Investment Management, das 2008 gegründet wurde und Long/Short- und Long-Only-Fonds verwaltet. Die Investoren haben heute andere Bedürfnisse und Wünsche und legen auf bewerten verschiedene Dinge höchst unterschiedlich, so Lamplough, der hinzufügte, dass Gebührenmodelle auf Anpassung und Fairness ausgerichtet sein sollten. Er wies auch darauf hin, dass die Branche zunehmend unausgewogen geworden sei, da große Multi-Manager- und Multi-PM-Fonds den Investoren"enorme Gebühren mit wenig oder gar keiner Liquidität" berechnen könnten.

Alyx Wood, CIO bei Kernow Asset Management, räumte ein, dass die Frage der Gebühren oft ein heikles Thema zwischen Managern und Investoren sein kann, und sagte, er würde lieber mit seinen Kunden über Aktien und Strategien sprechen. Wood, dessen auf britische Aktien fokussierter Long/Short Contrarian-Fonds 2019 aufgelegt wurde, erzählte von seinen Erfahrungen mit externen Anlegern und erinnerte sich an eine frühe Diskussion mit einem Kunden, der die Gebührenstrukturen beobachtete: "Sie wollen am Anfang unagemessen billig sein - und danach beruhigend teuer." "Es geht nur um Vertrauen. Es ist ein Geschäft mit Menschen - man muss sie auf eine fünfjährige Reise mitnehmen", so Wood. "Hoffentlich bekommt man die Kunden, die man verdient." 

Strategieadäquate Gebühren
Patrick Ghali, geschäftsführender Gesellschafter und Mitbegründer des globalen institutionellen Anlageberaters Sussex Partners, weist darauf hin, dass zwischen Hedge-Fonds-Manager und Anleger ein gewisses Maß an "Geben und Nehmen" herrschen muss, und ist der Ansicht, dass die Gebühren der Strategie entsprechen müssen. "Wenn man etwas hat, das unglaublich selten ist, dann kann man dafür Gebühren verlangen; etwas, das jährlich eine verrückte Zahl erreicht, auf risikobereinigter Basis fantastisch ist, unglaublich beständig und schwer nachzubilden ist - das wird Geld kosten", erklärt Ghali. "Aber wenn man etwas hat, das eine Ware ist, weil es 500 Leute anbieten, kann man dafür keine horrrenden Gebühren verlangen."

Zu tief sollen Gebühren auch nicht fallen, denn Investoren wollen stabile Partner
Im Hinblick auf die sich verändernde Form der Hedge-Fonds-Gebühren und die Frage, wie sich die Gebührenstrukturen auf die Geschäftsmodelle der Verwaltungsgesellschaften auswirken, merkte er an, dass die Gebühren zwar im Allgemeinen gesunken sind, die Anleger jedoch sicherstellen wollen, dass das Geschäft stabil ist. "Investoren wollen kein Geschäftsrisiko; sie sind keine Risikokapitalgeber", fügte Ghali hinzu. (kb)

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