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GAM streicht konzernweit jede zehnte Stelle, macht Riesenverlust

Asset Manager GAM kalkuliert für 2018 mit einem Verlust von 925 Millionen Franken. Daneben kündigt man umfassende Massnahmen zur Stärkung des Kerngeschäfts sowie Kostensenkungen zur Unterstützung der Profitabilität an.

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Nun regiert die Axt: Im Zuge der nötigen Resturkturierung von GAM angesichts schwindender Assets im Gefolge der Krise um den in Ungnade gefallenen Starmanager Tim Haywood im Juli greift Interim-CEO David Jacob hart durch und entledigt sich der Altlasten. Haywood wurden Fehler im Risikomanagement vorgeworfen, sein Fonds liquidiert.
© ghklo / Fotolia

Das verwaltete Vermögen der Gruppe von 139,1 Milliarden Schweizer Franken per 30. November 2018 bedeutet einen Rückgang gegenüber jenen 146,1 Milliarden Franken, die man per 30. September 2018 managte. Der Rückgang ist hauptsächlich auf Nettoabflüsse von 4,2 Milliarden Franken im Investment Management zurückzuführen. Die Börse quittierte die  Vorstellung der Zahlen mitz einem zirka 30-prozentigen Kursabschlag. 

Konzernweites Restrukturierungsprogramm zur Effizienzsteigerung
Dadurch soll die Profitabilität unterstützt und die Organisation vereinfacht werden. Man will sich für künftiges Wachstum zu positionieren. Die erwartete Reduktion der fixen Personal- und Sachkosten um mindestens 40 Millionen Franken bis Ende 2019 wird sich erst in den Ergebnissen 2020 vollständig widerspiegeln.

Magere Performancegebühren lassen Gewinn sinken
Der erwartete zugrundeliegende Gewinn vor Steuern von zirka 125 Millionen Franken (davon zirka 3 Millionen Performancegebühren) für 2018 ist mit 172,5 Millionen Franken für 2017 (davon 44,1 Millionen Performancegebühren) zu vergleichen.

Fast eine Milliarde geschätzter IFRS-Jahresverlust 2018
Der zu erwartende Wertminderungsaufwand bezüglich Goodwill für die Gruppe beträggt ungefähr 885 Millionen Franken. Dazu kommen noch in etwa 62 Millionen Franken Wertminderungsaufwand im zweiten Halbjahr 2018 im Zusammenhang mit Cantab Investment-Management- und Kundenverträgen. Auch nicht wiederkehrende Aufwendungen von zirka 30 Millionen Franken im Zusammenhang mit dem Restrukturierungsprogramm sowie Beratungskosten im Zusammenhang mit der Absolute-Return-Bond-Strategie mit uneingeschränktem Anlageansatz (ARBF) gilt es zu verbuchen.

Trüber Ausblick 2019 
Angesichts der deutlich niedrigeren verwalteten Vermögen und der schrittweisen Umsetzung des Kostensenkungsprogramms erwartet GAM, dass die Ergebnisse 2019 erheblich unter jenen von 2018 liegen werden. Nun steht Kapitalstärkung im Vordergrund, die Dividende für 2018 wird ausfallen. Dazu kommt, dass die Dividendenpolitik für 2019 und darüber hinaus mit dem Ziel einer Mindestausschüttung von 50 Prozent des zugrundeliegenden Reingewinns revisiert wird. Am 21. Februar 2019 werde die endgültigen Ergebnisse für das Gesamtjahr 2018 bekanntgegeben.

Ungewisse Zukunft
Das Top-Management prüft alle strategischen Optionen wie etwa den Zusammenschluss mit Mitbewerbern. Neben den Abflüssen im Zuge der Auflösung der von Tim Haywood gemanagten Absolute Return-Strategie und weiteren Outflows aus anderen Fonds im Gefolge sind es nun die schwachen Börsenmonate Oktober und November, die im Besonderen europäischen Asset Managern zusetzten und damit die GAM-Krise verstärken. Alleine im dritten Quartal waren insgesamt 18 Milliarden US-Dollar abgeflossen, berichtete Bloomberg. 

Mit Bleibe-Prämien versuchte GAM, Schlüssel-Kräfte im Fondsmanagement mittelfristig an das Haus zu binden, um die Negativspirale zu beenden. Der 76-jährige Milliardär Mario Gabelli meldete Mitte November den Erwerb von 2,68 Millionen Aktien und ist damit einer der wenigen, der auf GAM setzt. Seine Position ist aber jetzt deutlich unter Wasser. (kb)

Treffen Sie GAM am 12. INSTITUTIONAL MONEY KONGRESS in Frankfurt 2019!

 

 

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