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So schlägt GAM-Starfondsmanager Ernst Glanzmann Japans Aktienmarkt

Ernst Glanzmann, Fondsmanager des Aktienfonds GAM Japan Leaders Strategy, präsentierte vor Profianlegern seinen Fonds und erklärte, wie er am japanischen Aktienmarkt von Zürich heraus reüssiert. Sein Ansatz unterscheidet sich von jenen vieler anderer Manager, was auch die Outperformance erklärt.

Ernst Glanzmann, Fondsmanager des Aktienfonds GAM Japan Leaders Strategy
Ernst Glanzmann, Lead Manager des Japanaktienfonds GAM Japan Leaders Strategy
© GAM

„Im breiten Topix-Index gibt es sehr viele Unternehmen, die von Japans allgemeiner Wirtschaftsentwicklung nur sehr wenig abhängen“, eröffnete Ernst Walter Glanzmann, Leadmanager des GAM Japan Leader Strategy Aktienfonds seinen Vortrag, den er in der zweiten Septemberhälfte in Wien vor professionellen Marktteilnehmern hielt. Zu Vortragsanfang erklärte Glanzmann, warum Japan aus wirtschaftlicher Sicht besser dasteht, als viele westliche Investoren annehmen. Er zeigte anhand einer Grafik, dass trotz mauen japanischen BIP-Wachstums der letzten Jahre und Jahrzehnte börsengelistete, japanische Unternehmen ihre EBITDAs pro Jahr zwischen vier und 4,5 Prozent steigern konnten. Das führte dazu, dass Japans Unternehmen ihre Gewinne auch im Vergleich zum Rest der Welt ausbauen konnten. Fortschritte gab es aber auch bei der Eigenkapitalrendite und den Margen japanischer Unternehmen. „Japans Unternehmen haben ihre Hausaufgaben gemacht“, betonte Glanzmann. Trotzdem ist der japanische Aktienmarkt mit einem „Trailing“-KGV von 13,5 günstiger als der Weltaktienmarkt ex-Japan mit einem KGV von ca. 17,5. Hinzu kommt eine Dividendenrendite von ca. 2,5 Prozent, die sich gegenüber 2,6 Prozent beim Weltaktienmarkt ex-Japan nicht verstecken braucht. „Japan wird langsam ein Dividenden-Play, weil sich die Dividendenrendite internationalen Niveaus angleicht“, erklärt Glanzmann.

Temporäre Wachstumsschwäche
Die weltweit um sich greifenden Handelskriege sorgten aber auch zuletzt für Sorgenfalten auf den Stirnen japanischer Unternehmenslenker. Sofern sich der Handelskonflikt, der auch zwischen Japan und China, wie auch insbesondere zwischen Japan und Südkorea, geführt wird, nicht weiter verschärft, sollte sich die wirtschaftliche Lage bald wieder aufhellen. Aufgrund von Basiseffekten würden japanische Unternehmen zukünftig wieder bessere Zahlen berichten. Rückenwind kommt von niedrigeren Rohstoffpreisen, beispielsweise bei Öl. „Nächstes Jahr sind von japanischen Unternehmen höhere Gewinne zu erwarten“ prognostizierte Glanzmann, der zumindest für Japan keine Rezession erwartet und dies mit Zahlen zu den Verschiffungen, der Chipbranche, sowie den Auftragseingängen der Maschinenindustrie untermauerte, die sich zumindest aus mittelfristiger Sicht noch immer in einem Aufwärtstrend befinden und derzeit nur eine Phase des „Durchatmens“ erlebten. Auch die Anfang Oktober 2019 vorgenommen Erhöhung der „Konsumsteuer“ von derzeit acht auf zukünftig zehn Prozent sollte auf längere Sicht keine negativen Auswirkungen auf die Gewinn japanischer Unternehmen haben. Langfristig ist auch die Anlagestrategie von Glanzmann.

Outperformance
„Man kann sich gar nicht mehr vorstellen, Aktien japanischer Unternehmen zu kaufen“, brachte Glanzmann die Stimmung vieler Investoren hierzulande und wohl auch weltweit gegenüber dem Aktienmarkt am Kabutochō auf den Punkt. „Investoren können aber aus dem japanischen Markt viel herausholen. Man muss nur wissen, wie man es macht“, betonte der erfahrene Japan-Experte Glanzmann, der für GAM seit über einem Jahrzehnt Japan-Portfolios für institutionelle Investoren managt und seit der zusätzlichen Übernahme des GAM Japan Leaders Fonds (weiße Linie) Anfang Juni 2015 sowohl den Topix (gelbe Linie), als auch den MSCI Japan-Index (rote Linie) klar outperformte, wie der nachfolgende Chart zeigt:

Top-Qualität und ruhige Hand führen langfristig zu Outperformance
Damit stellt sich auch die Frage, wie ein Manager mit Sitz in der Schweiz am drittgrößten Aktienmarkt der Welt über Jahre verlässlich reüssieren kann und nur ein einziges Jahr seit Strategiestart 2008 knapp hinter der Benchmark Topix lag (2018, 1,1 Prozent Underperformance). Ansonsten wurde jedes Jahr spürbare Outperformance geliefert. So wurde 2009 die Benchmark laut GAM-Angaben um unglaubliche 21,9 Prozentpunkte geschlagen.

Einerseits hat Glanzmann mit Reiko Mito eine Japanerin als Co-Managerin. Andererseits legt Glanzmann Wert auf allerstrengste Selektion bei der Einzeltitelauswahl. Nur die besten Geschäftsmodelle finden Gnade vor den Augen des disziplinierten Schweizers und diese auch nur dann, wenn die entsprechenden Aktien günstig bewertet sind. Daher werden aus den mehr als 2000 Aktien umfassenden Anlageuniversum nur etwas mehr als 100 Werte genauer analysiert und aus diesen lediglich 24 gekauft. Dies resultiert konsequenterweise in einem hohen Active Share von zuletzt etwa 88 Prozent. Aus diesem Grund müssen Investoren trotz der wenigen Titel auch keine übermäßigen Risiken fürchten, denn Glanzmann kauft nur Unternehmen, die stabile Erträge erwirtschaften.

Die Einzeltitel werden gleichgewichtet, einmal im Jahre findet eine Ausbalancierung statt, um vom „Mean-Reversion“-Effekt zu profitieren. Hinzu kommen extrem lange Haltezeiten und ein sehr geringer Turn Over. So hat Glanzmann in den elf Jahren, seit der die Leader-Strategie managt, nur 34 Einzeltitel im Fonds gehabt. „Das ist ein Beteiligungsportfolio, kein Trading-Portfolio“, erklärte Glanzmann seinen Ansatz kurz und knackig in einem einzigen Satz. Seiner Ansicht nach fehle vielen Investoren das Herzblut, um sich intensiv mit dem japanischen Markt zu beschäftigen. „Eine erfolgreiche Japan-Strategie bedarf ausreichend Zeit und Geduld“, betonte Glanzmann, mit Verweis auf die letzte Grafik oben in der Bildergalerie. (aa)

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