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GAM: Ist Japan wieder ein Engagement wert?

Ernst Glanzmann und Reiko Mito, Fondsmanager bei GAM Investments, gehen der Frage nach, ob der japanische Markt westlichen Investoren ein gutes Chancen-/Risikoverhältnis bietet. Dabei ist auch ein Blick zurück in die Vergangenheit hilfreich, immerhin gab es in Japan die „weltgrößten Witwenmacher“…

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© Smith / stock.adobe.com

In den vergangenen drei Jahrzehnten haben sich die japanischen Finanzmärkte den etwas ungerechtfertigten Ruf erworben, sie würden Anleger konstant enttäuschen. „Japanische Staatsanleihen (JGBs) wurden als „weltgrößte Witwenmacher“ bezeichnet, während viele Anleger das Bild eines Aktienmarktes vor Augen haben, der Ende der 1980er Jahre spektakulär einbrach und sich trotz zahlreicher Fehlstarts nie richtig erholen konnte. Beide Aussagen sind jedoch irreführend“, schreiben Ernst Glanzmann und Reiko Mito, Fondsmanager bei GAM Investments, in einer aktuellen Analyse.

Never trade against the Fed – and the Bank of Japan
Der Begriff „Witwenmacher“ bezieht sich laut den beiden Autoren insbesondere auf Leerverkäufe japanischer Staatsanleihen. Gemeint ist die damalige Wette, dass die Renditen von niedrigen Niveaus ausgehend steigen müssten – nachdem die Bank of Japan (BoJ) im Jahr 1999 erstmals eine Nullzinspolitik eingeführt hatte –, und damit verbunden die Annahme, dass die JGB-Kurse unvermeidlich fallen würden.

Mittlerweile versuchen zahlreiche Anleger, sich auf eine „Normalisierung“ der Geldpolitik an den Märkten der westlichen Industrienationen zu positionieren, die bislang jedoch nicht wirklich eintrat. Der jüngste Richtungswechsel in der Geldpolitik der Fed zeige dies nur allzu deutlich.

Der einzige wirkliche Unterschied zwischen diesen beiden Szenarien besteht darin, dass die Leerverkäufer japanischer Staatsanleihen die enorme Loyalität der lokalen Anleger unterschätzen, die trotz der mageren Renditen zusätzlich JGB-Positionen aufbauten. In ähnlicher Weise hat sich die BoJ insbesondere unter der Führung von Zentralbankgouverneur Kuroda vorbehaltslos hinter die Reflationsbemühungen der Regierung gestellt.

Konnte sich Japan erholen?
Im weiteren Teil der Analyse gehen Glanzmann und Mito der Frage nach, ob es tatsächlich zutreffe, dass sich japanische Aktien nicht vollständig vom extremen Rückschlag Ende der 1980er Jahre erholen konnten.

In den vergangenen Jahren war laut GAM Investments eine bemerkenswerte Dynamik zu beobachten: Ungeachtet der allgemeinen Marktrichtung wurden japanische Aktien zunehmend günstiger. Gelegentliche Verkaufswellen am japanischen Aktienmarkt wurden von einer nervösen Stimmung getrieben, die im Widerspruch zur Verbesserung der Fundamentaldaten stand.

Selbst während der von Ministerpräsident Abe ausgelösten Rally von 2012 bis 2018 konnten die steigenden Aktienkurse nicht mit dem Wachstum der Unternehmensgewinne Schritt halten.

„Während US-Markt-Kommentatoren davon sprechen, dass der S&P 500 Index billiger ist als zu bestimmten Zeiten in der Vergangenheit, können wir auf außerordentlich attraktive Bewertungen japanischer Aktien verweisen“, schreiben Glanzmann und Mito.

Der Markt notiert derzeit mit niedrigeren Kurs-Gewinn-Verhältnissen als während der globalen Finanzkrise und zum Zeitpunkt der Regierungsübernahme durch Shinzo Abe. „Angesichts der positiven mikro- und makroökonomischen Entwicklungen lässt sich dies anhand fundamentaler Kriterien zunehmend schwieriger rechtfertigen“, sprechen Glanzmann und Mito damit implizit eine Kaufempfehlung aus. (aa)

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