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GAM findet nicht aus den roten Zahlen heraus

Der in Zurich ansässige Vermögensverwalter GAM muss einen Verlust von mehreren Millionen Franken für das erste Halbjahr 2019 verkünden. Grund sind die Nachwirkungen der Affäre um Manager Tim Haywood. Es gibt aber auch Positives zu berichten.

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Die Nachwehen des Skandals sind noch deutlich zu spüren.
© peterschreiber.media / stock.adobe.com

Die Affäre um Anleihenmanager Tim Haywood und die daraus resultierenden Mittelabflüsse verfolgen den Schweizerischen Asset Manager GAM augenscheinlich immer noch. Die Fondsgesellschaft erwartet laut Pressemitteilung im Vergleich zum ersten Halbjahr 2018 einen Einbruch beim operativen Gewinn vor Steuern. 

Vor einem Jahr standen noch 91,3 Millionen Schweizer Franken (rund 82 Mio. Euro) als Vorsteuergewinn in den Büchern, nun sollen es nur rund zwei Millionen Franken sein – wobei zudem bereits performanceabhängiger Erträge von rund fünf Millionen Franken einberechnet seien. Die zwei Millionen würden laut GAM zudem "nicht wiederkehrende und akquisitionsbezogene Posten ausschließen". Mit anderen Worten: Unterm Strich steht eine rote Zahl.

GAM schreibt denn auch weiter, dass man für das erste Halbjahr 2019 einen Konzernverlust, von rund 14 Millionen Franken (12,6 Mio. Euro) erwarte, der die oben erwähnten "nicht wiederkehrende und akquisitionsbezogene Posten einschließt". Zum Vergleich: Im ersten Halbjahr 2018 gab es noch einen Gewinn von 25,4 Millionen Franken (23 Mio. Euro).

Weiterhin sinkendes Fondsvolumen
Der Vermögensverwalter begründet die misearblen Zahlen mit dem erneuten Rückgang des verwalteten Vermögens im Geschäftsbereich "Investment Management" mit den Publikumsfonds auf geschätzte 52 Milliarden Franken  (46,7 Mrd. Euro) per 30. Juni 2019. Vor einem Jahr waren es noch 84,4 Milliarden Franken (75,8 Mrd. Euro) gewesen, zum Jahreswechsel 56,1 Milliarden Franken (50,4 Mrd. Euro).

Ein Grund für das gesunkene verwaltete Vermögen ist der andauernde Verkauf vom Werten in den sogenannten Absolute-Return-Bondsfonds (ARBF). Diese wurden bis Mitte vergangenen Jahres von Tim Haywood gemanagt, der die Firma wegen Verstöße gegen interne Vorschriften verlassen musste – was er aber bestreitet. Haywood hatte weitgehend illiquide Schuldtitel von Firmen des indisch-britischen Unternehmers Sanjeev Gupta gekauft, welche GAM aber wieder abstoßen konnte. Zudem haben Anleger in den vergangenen zwölf Monaten auch Geld aus anderen GAM-Fonds abgezogen.

Geschäftsbereich "Private Labelling" läuft dagegen
Allerdings gibt es nicht nur schlechte Nachrichten. Im Geschäftsbereich "Private Labelling", hinter dem sich GAMs Aktivitäten als Service-KVG verbergen, geht die Führungsspitze von einem Anstieg des verwalteten Vermögens im Verlauf des ersten Halbjahr um knapp 8 (rd. 7 Mrd. Euro) auf rund 84 Milliarden Franken (rd. 75 Mrd. Euro) aus. Ende Dezember betreute man 76,1 Milliarden Franken (68,3 Mrd. Euro), vor einem Jahr 79,4 Milliarden Franken (71,3 Mrd. Euro).

Daraus resultiert ein verwaltetes Vermögen der Gruppe von rund 136 Milliarden Franken (122 Mrd. Euro) per 30. Juni 2019, verglichen mit 132,2 Milliarden (118,7 Mrd. Euro) per 31. Dezember 2018 und 163,8 Milliarden Franken (147 Mrd. Euro) Ende Juni 2018. (jb)

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