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Für Nouriel Roubini sind wir auf dem Weg zum Kalten Krieg 2.0

Die Weltwirtschaft hat zwei große negative Schocks auf der Angebotsseite erlitten, zuerst durch die COVID-19-Pandemie und jetzt durch die Invasion in der Ukraine auf Befehl des russischen Präsidenten Wladimir Putin.

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Professor Dr. Nouriel Roubini
© Dania Maxwell / Bloomberg

Der Ukraine-Krieg habe zu einem Anstieg der Inflation geführt, weil seine kurzfristigen Auswirkungen auf das Angebot und die Rohstoffpreise die Folgen der übermäßigen geld- und fiskalpolitischen Anreize in den Volkswirtschaften der Industriestaaten noch verstärkt hätten, so der als Dr. Doom bezeichnete Ökonomie-Professor Nouriel Roubini.

Kalten Krieg 2.0 ante portas
Die Welt stehe kurz vor dem Zusammenbruch und einer Finanzkrise, die an das Jahr 2008 erinnere, so der renommierte Ökonom weiter. "Wir hatten auch einen großen geopolitischen Schock mit dem Krieg, und dieser gibt uns einen Hinweis auf eine viel größere geopolitische Depression in den kommenden Jahren. China, Russland, Iran und Nordkorea werden die USA und den Westen herausfordern. Der Krieg in der Ukraine ist nur die erste Schwelle auf dem Weg zu diesem Kalten Krieg 2.0. Die Frage ist, ob es ein kalter oder ein heißer Krieg sein wird. Wir befinden uns in einer sehr schwierigen Situation, in der extreme Dinge passieren", so der Wirtschaftswissenschaftler von der Stern School of Business der New York University, der meint, dass ein Teil der Herausforderung aus der Gleichzeitigkeit von Problemen resultiert, mit denen die USA und andere politische Entscheidungsträger konfrontiert sind und die widersprüchliche Lösungen erfordern.

Geldpolitik, Steuerpolitik, Sanktionspolitik
"Es gibt viele politische Instrumente, aber die westliche Politik hat auch sehr widersprüchliche Ziele", sagte Roubini. "Es gebe das Ziel, die Inflation zu drücken, die jetzt deutlich höher liegt. Aber es gibt auch eine Beschäftigungsquote am Höchststand, die dem Ziel zuwiderläuft. Und dann wollen die Politiker Sanktionen, um Russland zu bestrafen und andere davon abzuhalten, das Falsche zu tun. All dies bedeutet, dass es sehr schwierig ist, ein optimales politisches Gleichgewicht zu erreichen."

Sanktionen als Inflationsturbo
Weitere fiskalische Anreize und Sanktionen gegen Russland könnten nach Ansicht des Ökonomen die Inflation anheizen und damit die geldpolitischen Bemühungen teilweise zunichte machen. Darüber hinaus werde das Bestreben der Zentralbanken, die Inflation durch höhere Zinsen einzudämmen, mit einer akkommodierenden Finanzpolitik unvereinbar werden, was zu einem Anstieg der langfristigen Zinssätze und Spreads führen könnte, die sich bereits nach oben bewegten.

Rezessionswahrscheinlichkeit steigt
Mit der Zeit könnte eine straffere Geldpolitik zu einer Verlangsamung des Wachstums oder gar zu einer Rezession führen, so Roubini. Der Wirtschaftswissenschaftler nennt zwei mögliche Ausgänge. "Die politischen Entscheidungsträger geben eines ihrer Ziele auf, was zu höherer Inflation, geringerem Wachstum, höheren langfristigen Zinssätzen oder weicheren Sanktionen führt - vielleicht begleitet von niedrigeren Aktienindizes. Alternativ könnten sie sich damit begnügen, jedes Ziel nur teilweise zu erreichen, was zu einem makroökonomischen Ergebnis von höherer Inflation, geringerem Wachstum, höheren langfristigen Zinssätzen und weicheren Sanktionen führen würde - mit niedrigeren Aktienindizes. Aber so oder so werden Haushalte und Verbraucher das Problem zu spüren bekommen, was sich später auch auf die Politik auswirken wird", schließt er.

Roubini hat nicht immer recht
Mitte 2020 stellte er beispielsweise die Dauerhaftigkeit des Wirtschaftsaufschwungs nach dem ersten Corona-Konjunkturschock in Frage, und den Börsenaufschwung, der im März 2020 gestartet war, sah er nach kurzer Zeit wieder abflauen. Allerdings notieren trotz erhöhten Gegenwinds durch Zinsen, Inflation und den Ukraine-Krieg die großen Aktienmärkte aktuell immer noch deutlich höher als im Februar 2020 vor dem Ausbruch der Corona-Pandemie. Des Weiteren ist Roubini auch als heftiger Kritiker von Kryptowährungen bekannt. (kb)

 

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