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Franklin Templetons Michael Hasenstab am falschen Fuß erwischt

Starfondsmanager Michael Hasenstab erlitt bei einigen seiner Rentenfonds einen Rücksetzer, da es bei der Präsidentenwahl in Argentinien zu einem vom Markt unerwünschten (Vor)-Ergebnis kam. Aber auch andere Fondsmanager verzeichneten Verluste.

Michael Hasenstab, Chief Investment Officer von Templeton Global Macro
Michael Hasenstab, Chief Investment Officer von Templeton Global Macro
© Christoph Hemmerich / Institutional Money

Hohe Zinsen am Rentenmarkt sind kein „Free Lunch“, sondern werden in der Regel über das Eingehen höherer Risiken erkauft. Das zeigt sich dieser Tage bei jenen Fonds, die nennenswertes Exposure in Argentinien haben. Immerhin lockten in Argentinien laufende Renditen im zweistelligen Prozentbereich.

Das wohl prominenteste und auch bekannteste Beispiel ist Michael Hasenstab, Chief Investment Officer von Templeton Global Macro und Chef-Navigator der hauseigenen Flaggschiffs Templeton Global Bond sowie des Templeton Global Total Return. Was ist geschehen?

Populismus kommt Investoren teuer
Bei einer Vorwahl in Argentinien erlitt der amtierende und marktfreundlich eingestellte Mauricio Macri eine Niederlage gegen den Linkspopulisten Alberto Fernández aus dem Peronisten-Lager der früheren Präsidentin Christina Kirchner, die an der Seite von Fernández Vizepräsidentin werden will. Nun fürchten Investoren, dass bei der eigentlichen Präsidentenwahl am 27. Oktober 2019 die Linken das Ruder übernehmen, das gebeutelte Land erneut in den Ruin führen und ausländische Anleihegläubiger nicht bedienen.

Nach Bekanntwerden des Vorwahl-Ergebnisses stürzte der argentinische Peso gegenüber dem US-Dollar um mehr als 20 Prozent auf 53 Peso auf ein neues Rekordtief ab. Der Aktienindex Merval kollabierte um ca. 30 Prozent.

Diese Kursrückgänge wirkten sich auf die Portfolios von Managern wie Michael Hasenstab äußerst negativ aus. In Summe verloren sechs seiner von ihm verantworteten Fonds 1,8 Milliarden US-Dollar an Wert. Dieser hohe Wert erklärt sich damit, weil Hasenstab Rentenfonds mit einem Volumen von mehr als 65 Milliarden US-Dollar verwaltet, die argentinische Anleihen beimischen und er bzw. Franklin Templeton zu den größten Inhabern argentinischer Anleihen gehören.

Größere Wette, größere Verluste
So hat Hasenstab, wie „Investmentweek“ berichtet, zusätzlich zum bestehenden Argentinien-Exposure im Mai 2018 rund 75 Prozent einer drei Milliarden US-Dollar schweren argentinischen Emission erworben. Das wirkt sich nun auf die NAV einzelner Fonds aus: Der rund 11,3 Milliarden US-Dollar schwere Templeton Emerging Markets Bond Fond, der mehr als zehn Prozent Argentinien-Exposure hatte, fiel zu Wochenanfang um 3,5 Prozent bzw. verlor ca. 400 Milliarden US-Dollar an Volumen. Aufgrund niedrigerer Argentinien-Gewichtung geringere Verluste erlitten der Templeton Global Total Return (2,5% Rückgang) und der Templeton Global Bond Fonds (1,8% Rückgang).

Der Markt preist inzwischen über CDS (Credit Default Swaps) die Ausfallswahrscheinlichkeit Argentiniens für die kommenden fünf Jahr auf 75 Prozent ein.

Anzumerken ist, dass Investoren über viele von Hasenstabs Fonds explizit von seine Wetten auf „exotischen“ Märkten mit hohen, laufenden Renditen bzw. Währungsaufwertungspotenzial setzen und damit mit zwischenzeitlichen Rücksetzern höchstwahrscheinlich gut umgehen können.

Andere EM-Fonds müssen auch bluten
Der Abverkauf argentinischer Wertpapiere betrifft aber nicht nur einige Franklin Templeton-Fonds, sondern auch die Fonds von Mitbewerbern wie M&G, Ashmore, Fidelity, BlackRock, T Rowe Price oder Pimco. Laut JP Morgan war eine Übergewichtung von Argentinien Ende Juli die beliebteste Wette bei Schwellenländeranleihenmanagern. Nun wurden sie am falschen Fuß erwischt…

Lage scheint sich wieder zu beruhigen
Wie Raphael Marechal, Leiter Portfolio Management Schwellenländer-Anleihen bei Nikko Asset Management, gab es auch eine Ansteckung auf andere liquide Schwellenländermärkte mit hohem Betafaktor, etwa auf den mexikanischen Peso, die türkische Lira, den südafrikanischen Rand und den brasilianischen Real. Sie sei darauf zurückzuführen, dass Anleger illiquide argentinische Positionen nicht abwickeln konnten und stattdessen versuchten, ihre Portfolios über liquide Devisenmärkte anderer Schwellenländer abzusichern.

"Mittlerweile ist die Ansteckung bereits verblasst. Der Peso, die Lira, der Rand und Real beendeten den Dienstag wieder im positiven Bereich, während die eigenwillige politische Entwicklung in Argentinien den größten Teil argentinische Vermögenswerte weiter nach unten zieht", erläutert Marechal. (aa)

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