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Franklin Templeton und Legg Mason: Ein neuer Gigant entsteht

Die Konsolidierungswelle in der Fondsbranche erreicht mit der Übernahme von Legg Mason durch Franklin Templeton einen vorläufigen Höhepunkt. Zuletzt hatten sich Janus und Henderson, Standard Life und Aberdeen sowie Jupiter und Merian zusammengetan. Scope Analysis sieht sich den Deal näher an.

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© Gajus / stock.adobe.com

Bislang verwalten Franklin Templeton und Legg Mason Vermögen in Höhe von 688 respektive  806 Milliarden US-Dollar zum Jahresultimo 2019, zusammen kämen sie also auf fast 1,5 Billionen US-Dollar. Damit entsteht durch den Zusammenschluss der sechstgrößte unabhängige Asset Manager weltweit – nach BlackRock, Vanguard, Fidelity Investments und Capital Group aus den USA sowie Amundi aus Frankreich.

Nummer sechs der Welt geboren
Aus Sicht von Scope könnte Franklin Templeton ein Coup gelungen sein. Durch den Zusammenschluss mit Legg Mason würde nicht nur volumensmäßig eine neue Dimension erreicht, es ergäbe sich auch auf Ebene von Assetklassen und Kundengruppen eine deutlich andere Struktur. Da beide Anbieter breit aufgestellt sind, bestehen zwangsläufig einige Überschneidungen, aber es sind auch markante Unterschiede festzustellen.

Deutliche Verschiebungen bei Assetklassen
Besonders ins Auge fällt, dass es auf Ebene der Anlageklassen eine deutliche Verschiebung hin zu einer stärkeren Konzentration auf festverzinsliche Anlagen geben wird. Während bei Legg Mason Rentenstrategien mit einem Anteil von 55 Prozent am gesamten verwalteten Vermögen dominieren, beträgt die Rentenquote bei Franklin Templeton 36 Prozent.

Renten- und Aktienquote verändern sich
Im Gegenzug weist Franklin Templeton mit 39 Prozent eine höhere Quote an Aktienstrategien als Legg Mason mit 27 Prozent auf. Aus Perspektive von Franklin Templeton sinkt mit der Übernahme der Anteil der Aktienstrategien von 39 auf 33 Prozent, während im Gegenzug das verwaltete Vermögen im Bereich Fixed Income von 36 auf 46 Prozent steigt.

Die restlichen 20 Prozent am verwalteten Vermögen entfallen auf Multi-Asset-Strategien, Alternative Investments und Geldmarktfonds. Der Anteil der Multi-Asset-Lösungen, die sich in den letzten Jahren allgemein einer sehr hohen Nachfrage erfreut haben, halbiert sich nach dem Zusammenschluss beider Häuser von 18 auf neun Prozent. Im Gegenzug erhöhen sich die Assets im Segment Alternative Investments auf insgesamt sieben Prozent.

Margenstarke Aktiensegment verliert an Bedeutung
Da die Abhängigkeit vom volatileren Aktiengeschäft zugunsten von Anleihen sinkt, könnte man von einer ausgewogeneren Assetklassen-Struktur sprechen. Allerdings verliert damit ausgerechnet das besonders margenstarke Aktiensegment an Bedeutung, dass bisher den größten Teil des Gebührenaufkommens bei Franklin Templeton beigesteuert hat.

Aus Sicht von Franklin Templeton steigt Anteil institutioneller Assets stark an
Verstärkt wird dieser Effekt durch beträchtliche Verschiebungen auf Ebene der Kundengruppen. Bei Franklin Templeton werden 72 Prozent des Vermögens für Privatkunden verwaltet, während bei Legg Mason 75 Prozent der Assets auf institutionelle Investoren entfallen, die deutlich geringere Gebührensätze zahlen. Daher werden nach Übernahme von Legg Mason nur noch 47 Prozent des verwalteten Vermögens von Privatkunden stammen, während sich der Anteil margenschwächerer institutioneller Assets von 25 auf 51 Prozent erhöht. (kb)

 

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