Frankfurts Wohnimmobilienpreise steigen deutlich langsamer
Die Wohnimmobilienpreise in Deutschlands Finanzmetropole nehmen langsamer zu als in der jüngeren Vergangenheit. Dem gegenüber stehen fallende Preise bei vielen Gewerbeimmobilien.

Eckpunkte:
- Die Preisanstiege bei Frankfurter Wohnimmobilien verlieren an Schwung
- Im Gegensatz dazu gehen die Preise bei anderen Segmenten sogar zurück
Die Preise für Wohnimmobilien in der Finanzmetropole Frankfurt steigen zwar weiter an, aber weniger deutlich als in den Quartalen davor. Das zeigen neue Daten des Verbands deutscher Pfandbriefbanken (VDP), in dem sich Immobilienfinanzierer zusammengeschlossen haben und der Bloomberg vorliegt. Der VDP veröffentlichte die Daten Anfang dieser Woche.
Beruhigung
Demnach verteuerten sich Wohnimmobilien in Frankfurt im zweiten Quartal gegenüber dem Vorjahreszeitraum um rund 2,4 Prozent. Im ersten Quartal hatte das Plus noch bei 4,0 Prozent gelegen und im vierten Quartal 2025 sogar bei über 5,0 Prozent, so die VDP-Daten.
Den größten Zuwachs wiesen im zweiten Quartal die Preise für Mehrfamilienhäuser auf, die um 2,6 Prozent kletterten. Selbstgenutztes Wohneigentum verteuerte sich in Frankfurt um 1,6 Prozent, wobei Eigenheime um 1,9 Prozent und Eigentumswohnungen um 1,3 Prozent zulegten.
Deutschlandweit verteuerten sich Wohnimmobilien im zweiten Quartal dieses Jahres um 1,9 Prozent, während Büro- und Einzelhandelsimmobilien einen Rückgang von 1,2 Prozent beziehungsweise 0,2 Prozent verzeichneten.
Uneinheitliche Entwicklung der unterschiedlichen Segmente
“Erstmals seit anderthalb Jahren bewegten sich die Preise in den
Objektklassen wieder uneinheitlich”, sagte VDP-Hauptgeschäftsführer Jens Tolckmitt. “Während Büro- und Handelsimmobilien im Preis nachgaben, zeigte sich bei Wohnimmobilien weiterhin ein Preisanstieg – allerdings weniger dynamisch als in den Vorquartalen.”
Der Gewerbeimmobilienmarkt reagiere stärker als der Wohnimmobilienmarkt auf die geopolitischen Entwicklungen, die gestiegenen Inflationserwartungen und die daraus resultierende Zinsentwicklung. Auch die verhaltene konjunkturelle Entwicklung wirke sich wenig überraschend stärker auf Gewerbeimmobilien aus.
Vor wenigen Wochen hatte bereits LBBW-Chef Rainer Neske eine trübe Prognose zum Gewerbeimmobilienmarkt abgegeben. Im Bloomberg-Interview sagte er, er rechne mit einer mehrjährigen Talphase. Es habe Anfang des Jahres zwar erste Anzeichen für eine Erholung bei Gewerbeimmobilien gegeben. Diese sei jedoch mit Beginn des Iran-Kriegs “obsolet” geworden.
Ganz anders ist offenbar die Lage bei Wohnimmobilien. Hier führt laut Tolckmitt der Nachfrageüberhang weiterhin zu Preissteigerungen.
Der VDP hat derzeit rund 50 Mitglieder, darunter Deutsche Bank, Commerzbank, Deutsche Pfandbriefbank und Landesbanken wie etwa die Helaba. (aa)

