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Fondsriesen zeigen sich unbeeindruckt von Wall Streets Aktienwarnung

Wall-Street-Schwergewichte wie Stan Druckenmiller und David Tepper mögen bezüglich der Aktien Alarm schlagen, aber einige der größten Investoren der Welt halten an ihren Positionen fest oder stocken sie sogar auf.

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Auf seine Warnung geben einige Manager großer Fondsgesellschaften nicht viel: Stanley Druckenmiller.
© Bloomberg / Bloomberg News

Vermögensverwalter und Strategen bei Capital Group, Franklin Templeton und BlackRock, die zusammen Anlagen von rund 8,8 Billionen US-Dollar betreuen, halten Aktien nach wie vor für attraktiv, auch wenn die Gefahr einer zweiten Welle von Coronavirus-Infektionen zu einem Zeitpunkt droht, zu dem es noch keine medizinische Lösung gibt.

Warum Fondsmanager Aktien aufbauen
Ihre Gründe? Die erste Phase des Ausbruchs sei überstanden, Zentralbanken und Regierungen stützten die Märkte und Aktien seien im Vergleich zu anderen Anlageklassen wie Anleihen attraktiv. “Ich bin erfreut über die sinkenden Wachstumsraten von Neuinfektionen und Mortalität”, sagte Steven Watson, ein Portfoliomanager bei Capital Group, gegenüber Bloomberg. “Ich werde nicht so weit gehen zu sagen, dass wir am Anfang vom Ende sind, aber ich denke, wir können sagen, dass wir zumindest am Ende vom Anfang sind.”

Warnungen von Wall Street-Legenden ignoriert
Ein Index globaler Aktien hat mehr als die Hälfte seiner Verluste in der Pandemie wieder wettgemacht und ist gegenüber dem Tief vom 23. März um 28 Prozent gestiegen. Während sich die Aktien trotz der schwachen Aussichten für die Volkswirtschaften weiter erholen, haben legendäre Investoren wie Druckenmiller und Tepper gewarnt, dass das Chance-Risiko-Verhälntis für Aktien das schlechteste seit Jahren sei.

Auch eine zweite Infektionswelle hält Steven Watson von Capital Group nicht ab
Watson sagt, er habe nur wenige Änderungen an seinem Portfolio vorgenommen und nur einige Aktien verkauft, deren „Erholungsverlauf“ lang aussieht. Er sagt, sein Optimismus habe einen Vorbehalt: Die Zentralbanken müssen die monetären Antworten liefern, die für einen Neustart des Wachstums erforderlich sind. “Was das Risiko einer erneuten Infektion betrifft, werden weitere Infektionswellen die Märkte nach unten drücken”, sagte er. “Wir müssen uns darauf einstellen, aber ich würde mich nicht vom Markt fernhalten.”

Etwas mehr Aktien auch bei Franklin Templeton in Multi-Asset-Fonds
Franklin Templetons Multi-Asset Solutions Group, die rund 123 Milliarden Dollar verwaltet, hat ihre Aktienposition Mitte März vorsichtig erhöht und ist kurz vor dem Anstieg der Kurse zu einer neutralen Position zurückgekehrt. Das Team setzt darauf, dass globale Aktien bis Ende 2021 besser abschneiden werden als Anleihen, sagt Wylie Tollette, Leiter Anlagelösungen für Kunden. Dies liege an den niedrigen Renditen der meisten Staatsanleihen der Industrieländer und der erwarteten Volatilität an den Rentenmärkten, insbesondere bei den Unternehmensanleihe-Spreads.

“Vorsichtig positiv”
“Unser Basisszenario geht davon aus, dass wir bei den Covid-Fällen mehrere Spitzen sehen werden, bis eine medizinische Lösung gefunden ist”, sagte er im Bloomberg-Talk. “Mit Blick auf die nächsten zwölf bis 18 Monate sind wir bezüglich Aktien und Anleihen aus risikobereinigter Ertragsperspektive vorsichtig positiv.” Laut Tollette tendiert sein Team zu „defensiven Sektoren und Regionen“, da es eine langsame und ungleichmäßige Konjunkturerholung erwartet, bis ein Impfstoff oder eine wirksame Behandlung gefunden ist. Sie dürfte wohl eher die Form des Logos von Nike haben als eine V- oder U-Form, sagte er. “Wir erwarten eine vollständige Erholung des globalen BIP nicht vor Ende 2021 oder 2022”, sagte er. “Damit würde die Covid-Krise in Bezug auf das BIP länger dauern als die globale Finanzkrise, aber deutlich kürzer und weniger schwerwiegend als eine Depression sein.”

BlackRock bleibt beu neutraler Aktiengewichtung
BlackRock hält auch an der neutralen Gewichtung von Aktien fest und bevorzugt den Kauf von Qualitätswerten in verschiedenen Regionen. Der Vermögensverwalter verweist auf die Billionen Dollar, die von Zentralbanken und Regierungen zur Eindämmung der Krise in die Wirtschaft gepumpt wurden. “Wir sehen die beispiellose Reaktion der Politik zur Dämpfung der Pandemie-Auswirkungen als Schlüssel zur Stützung der globalen Aktienmärkte - vor dem Hintergrund historischer Unsicherheiten in Bezug auf Aktivität und Gewinn”, schrieben Analysten um Mike Pyle, den globalen Chef-Anlagestrategen beim BlackRock Investment Institute, in einer Note. “Wir bevorzugen immer noch einen Ansatz mit Fokus auf Qualität und mögen Volkswirtschaften mit viel politischem Spielraum.”

Capital Group-Manager optimistischer als viele andere
Watson von der Capital Group sagt, er sei weiterhin zuversichtlich, was die Aussichten für seine Aktienauswahl angeht, auch weil er die SARS-Epidemie von 2003 miterlebt habe. “Ich habe heute wenig Cash und ich mag alle Unternehmen, die ich halte”, sagte er. “Ich bin optimistischer als manche andere.” (kb)

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