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Flugtaxifirmen stehen vor Zäsur und holen Airbus-Veteranen zur Hilfe

Zwei deutsche Flugtaxifirmen, die an der Spitze des Wettlaufs um elektrisch betriebene Flugtaxis stehen, sehen sich mit einem Realitätscheck ihrer Konzepte konfrontiert. Ehemalige Führungskräfte der Airbus sollen nun dafür sorgen, ihre miteinander konkurrierenden Produkte marktfähig zu machen.

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Flugtaxis: Wann werden sie den Himmel bevölkern? Und wann werden die Hersteller, so sie es erleben, Gewinne schreiben?
© chesky / stock.adobe.com

Der Vorstandsvorsitzende von Lilium, Klaus Roewe, der im vergangenen Monat antrat und einst das Airbus-Programm für Schmalrumpfflugzeuge leitete, hat angesichts der fallenden Aktienkurse eine Überarbeitung der PR-Strategie des Unternehmens angeordnet, wie er am Mittwoch gegenüber Bloomberg erklärte.

Dirk Hoke, seit April CEO der Volocopter GmbH und ehemaliger Leiter der Airbus-Verteidigungssparte, hat die globalen Ambitionen des Unternehmens zurückgeschraubt und ein weniger anspruchsvolles Ziel für die ersten kommerziellen Flüge gesetzt, sagte er in einem Interview am 18. November.

“Wir müssen zeigen, dass wir ein sehr seriöses Unternehmen sind, und wir müssen besser kommunizieren, was wir tun”, sagte Roewe, der 29 Jahre lang bei Airbus gearbeitet hat. “Wir müssen Fakten, Zahlen und Daten vorlegen und zeigen, dass dieses Flugzeug wirklich einzigartig ist und eine Menge Vorteile hat.”

Die beiden Firmen gehören zu einer Reihe von Unternehmen, die bei der Entwicklung von elektrischen Vertikalstart- und Landefahrzeugen, wie die Flugtaxis richtig heißen, führend sind. Sie wandten sich an die Branchenveteranen, nachdem Programme, die von einigen in der Luftfahrtindustrie einst als Science-Fiction angesehen wurden, nach Investitionen in Milliardenhöhe unter Erfolgsdruck geraten waren.

Das 2011 gegründete Unternehmen Volocopter will den ersten eVTOL rechtzeitig zu den Olympischen Spielen 2024 in Paris auf den Markt bringen, während die vier Jahre später gegründete Firma Lilium den Markteintritt für 2025 plant. Beide arbeiten auf eine wichtige Zertifizierung durch die Europäische Agentur für Flugsicherheit hin.

Sinkende Aktienkurse
Obwohl Flugtaxi-Startups immer mehr Aufträge hereinholen - das britische Unternehmen Vertical Aerospace hat bereits 1.400 Orders ins Aussicht - oder mit Stadtverwaltungen auf der ganzen Welt Betriebsvereinbarungen im Stil von Uber abschließen, sind die Aktienkurse der börsennotierten Unternehmen seit einer Reihe von Börsengängen über Zweckgesellschaften (SPACs) gefallen.

So sind die Aktien der in der Nähe von München ansässigen Lilium, die im September letzten Jahres über ein SPAC an die Börse gebracht wurde, um 86 Prozent abgestürzt. Hintergrund sind Bedenken, ob die Flugtaxi-Schmieden eine ausreichende Anzahl von Batterien mit hoher Energiedichte beschaffen und Sicherheits- und Regulierungshürden überwinden können.

Lilium hat in dieser Woche eine Kapitalerhöhung in Höhe von 119 Millionen US-Dollar  abgeschlossen. Daran beteiligten sich nach Angaben von Lilium unter anderem der US-Mischkonzern Honeywell International und Aciturri Aeronáutica. Das Unternehmen, in dessen SPAC Baillie Gifford, BlackRock, Tencent Holdings und Ferrovial SA investiert hatten, sieht sich angesichts der Wirtschaftsflaute auch mit einem schwierigeren Finanzierungsumfeld für so genannte “Moonshot-Technologien” konfrontiert.

Vertical Aerospace und die US-Konkurrenten Joby Aviation und Archer Aviation mussten ähnliche Kursrückgänge hinnehmen.

Weniger Projekte
Volocopter, das fast 700 Mitarbeiter beschäftigt, hat auf eine Börsennotierung verzichtet, doch könnte sich die Mittelbeschaffung wegen der steigenden Zinsen in Zukunft schwieriger gestalten. Das in Bruchsal ansässige Unternehmen hat bisher mehr als 500 Millionen Euro an Startkapital aufgebracht, darunter 182 Millionen US-Dollar von der saudi-arabischen Firma Neom, die eine futuristische Stadt am Roten Meer baut, und von einem Fonds des chinesischen Automobilherstellers Zhejiang Geely Holding Group. Zu den weiteren Geldgebern gehören das Logistikunternehmen DB Schenker und die Risikokapitalsparte des Chipherstellers Intel.

Downsizing bei der Anzahl der Projekte
Nach Hokes Ankunft hat Volocopter eine Reihe von angedachten kommunalen Projekten zurückgeschraubt, um sich auf die Produkteinführungen in Saudi-Arabien und Paris zu konzentrieren, zusammen mit einem weiteren in Rom und einem vierten, das Touristenflüge in der Umgebung von Singapur anbietet. “Ich denke, es ist jetzt viel vernünftiger”, sagte er. “Man muss realistisch sein: Wenn man 2024 den Betrieb aufnimmt, kann man 2025 noch nicht die Gewinnzone erreichen. Ich bin zuversichtlich, dass wir es bis zum Ende des Jahrzehnts schaffen werden.” (kb)

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