Das Fachmagazin für institutionelle Investoren

Geben Sie Ihren Benutzernamen und Ihr Passwort ein, um sich an der Website anzumelden:
| Märkte
twitterlinkedInXING

Flossbach: Warum Ouzo-Bonds bei Institutionellen wieder begehrt sind

Griechische Staatsanleihen erfreuen sich seit einiger Zeit ebenso großer wie unerwarteter Beliebtheit. Hinter dem Hype stecken vermutlich verzweifelte Großanleger, vermutet Flossbach-Experte Sven Langenhan.

adobestock_91127259_a.jedynak.jpg
© A.Jedynak / stock.adobe.com

Griechenland galt in den vergangenen Jahren als Europas Sorgenkind, Ratingagenturen stuften die Bonität des Landes auf Ramschniveau herab. Es ist gerade einmal ein Jahr her, dass sich die Regierung in Athen nach dem Ende des Hilfsprogramms wieder mit einer Anleihe an den Kapitalmarkt wagte. Nun feiern Griechen-Bonds bei Anlegern ein Comeback, berichtet Sven Langenhan, Anleihespezialist beim Kölner Asset Manager Flossbach von Storch. Darauf deuten die gesunkenen Renditen griechischer Staatsanleihen hin.

Die Risikoaufschläge hellenischer Schuldtitel gegenüber Zinspapieren anderer Euro-Länder sind deutlich gefallen. Griechen-Bonds rentierten zuletzt in vielen Laufzeit-Segmenten niedriger als italienische Staatsanleihen. Die hohe Nachfrage kommt vor allem aus einer ganz bestimmten Ecke, sagt Langenhan: Hinter dem Hype um die Papiere stehen vermutlich Verwalter von Anleiheportfolien, die in europäische Schuldtitel investieren müssen und versuchen, trotz Nullzinsen Rendite zu erwirtschaften. "Koste es, was es wolle – und jedem Risiko zum Trotz", analysiert der Anlageprofi.

Stecken auch ETFs hinter dem Preisanstieg?
Hinter den Kursanstiegen bei griechischen Staatsanleihen könnten auch Hedgefonds stehen, sagt der Flossbach-Experte. Oder ETFs: Das Handelsvolumen bei griechischen Bonds ist im europäischen Vergleich gering. "Einzelne Orders, etwa von Indexfonds, können daher einen größeren Markteinfluss haben", erklärt Langenhan. Das Anleihekaufprogramm der Europäischen Zentralbank (EZB) könnte ebenfalls eine Rolle spielen. Die Kursanstiege dürften aber hauptsächlich von institutionellen Investoren auf Renditejagd verursacht werden.

Anlegern zeige der Hype auf Griechen-Bonds vor allem eines, sagt Langenhan: "Für Investoren, die Anleihen kaufen, um sie bis zur Fälligkeit zu halten, sind gleichzeitig mit den Zinsen in der Eurozone auch die Ertragschancen verschwunden, die das Risiko angemessen kompensieren." (fp)


Flossbach von Storchs Prof. Dr. Thomas Mayer hält am 13. Institutional Money Kongresses (25. bis 26. März 2020 im Wiesbadener Congress Center) einen Workshop zum Thema "Konjunktur und Kapitalmarkt am Anfang des neuen Jahrzehnts". Interessiert? Nähere Informationen sowie eine Anmeldemöglichkeit finden Sie nachfolgend.

twitterlinkedInXING

News

 Schliessen

Mit der Nutzung dieser Website stimmen Sie der Verwendung von Cookies und unserer Datenschutzerklärung zu. Mehr erfahren