Das Fachmagazin für institutionelle Investoren

Geben Sie Ihren Benutzernamen und Ihr Passwort ein, um sich an der Website anzumelden:
| Märkte
twitterlinkedInXING

Fisch Asset Management: Optimismus ist angebracht

Für Meno Stroemer, Head Portfolio Management bei Fisch Asset Management, sollten institutionelle Investoren für Unternehmensanleihen aus den Schwellenländern optimistisch sein und entsprechende Positionen in diesen Papieren eingehen.

6.jpg
© Zerbor / stock.adobe.com

„Anfang des Jahres 2021 sind die Bewertungen der Emerging Markets (EM)-Corporates unserer Meinung nach interessant. Im Niedrigzinsumfeld hat der Spread gegenüber den Industrieländern allgemein an Attraktivität gewonnen", schreibt Meno Stroemer, Head Portfolio Management bei Fisch Asset Management in Zürich, in einer aktuellen Marktkommentierung.

Interessante Risikoprämien
Während der Coronakrise haben EM-Unternehmensanleihen bei besseren Fundamentaldaten stets eine höhere Entschädigung für das eingegangene Risiko geboten. Nachdem es in den Schwellenländern im Gegensatz zu den Industrieländern keine direkten Käufe von Unternehmensanleihen durch Zentralbanken gegeben hatte, hinkte die Erholung ersterer etwas hinter letzteren her. "Da die Spreads von EM-Corporates nach wie vor im Investment-Grade-Segment etwa 40 Basispunkte und im High-Yield-Segment rund 100 Basispunkte höher als vor dem Beginn der Pandemie sind, besteht aus unserer Sicht beträchtlicher Spielraum für eine Spreadeinengung", prognostiziert Stroemer.

In Bezug auf die Fundamentaldaten von EM-Unternehmen ist Stroemer optimistisch. Er sieht höheres Wachstum auf makroökonomischer Ebene, welches das Gewinnwachstum antreibt und Unternehmen hilft, langsam wieder normale Rentabilitätsniveaus zu erreichen. Außerdem haben Firmen weiterhin sowohl über den Anleihenmarkt als auch durch Bankdarlehen Zugang zu Liquidität. Das erleichtert die Rückkehr zu normalen Gewinnniveaus. Dank dieser Dynamik können EM-Unternehmen ihre Fundamentaldaten 2021 verbessern, sodass sich ihr tendenziell niedrigerer Verschuldungsgrad im Vergleich zu ihren Pendants aus den Industrieländern fortsetzt.

Downgrades werden wahrscheinlicher
Während die Fundamentaldaten der Unternehmen in 2020 stabil blieben, haben sich die Staatsbilanzen vieler Schwellenländer verschlechtert. Diese Tendenz ist zwar nicht auf die Schwellenländer beschränkt, doch vor allem in Ländern wie Mexiko, Kolumbien und Indien, deren ohnehin schon schwierige Haushaltslage sich durch die Pandemie noch verschärfte, müssen laut Stroemer potenzielle Herabstufungen der Länder-Ratings genau im Auge behalten werden. Dies werde aber durch den Umstand gemildert, dass die steigende Verschuldung vor allem auf lokaler Ebene stattfand, was tendenziell tragfähiger sei. Dennoch handelt es sich Stroemer zufolge um einen wichtigen Faktor, der 2021 beobachtet werden sollte.

Generell stellten die Schwellenländer-Anleihen 2020 ihre Robustheit unter Beweis. Sie konnten sich der Volatilität zwar nicht vollständig entziehen, beendeten das Jahr dennoch mit  positiven Gesamtrenditen. Der Beginn der Konjunkturerholung, das lockere geldpolitische Umfeld, Fortschritte bei der Entwicklung von Impfstoffen und das positive technische Umfeld in den Schwellenländern, das auf einem soliden Angebot und einer steigenden Nachfrage beruht, schaffen günstige Voraussetzungen für EM-Unternehmensanleihen.

"Obwohl Covid-19 für viele Schwellenländer natürlich zusätzliche Herausforderungen mit sich bringt und mehrere geopolitische und idiosynkratische regionale Unwägbarkeiten weiterhin gegeben sind, glauben wir, dass die Chancen die Risiken der Anlageklasse im kommenden Jahr kompensieren werden. Wir erwarten daher, dass EM-Unternehmensanleihen auch 2021 positive Renditen erzielen werden", erklärt Stroemer abschließend. (aa)

twitterlinkedInXING

News

 Schliessen

Mit der Nutzung dieser Website stimmen Sie der Verwendung von Cookies und unserer Datenschutzerklärung zu. Mehr erfahren