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Fisch Asset Management-CIO Beat Thoma zu den weiteren Marktaussichten

Aktien- und Kreditmärkte profitieren derzeit von einem überhitzungsfreien Umfeld sowie der hohen Zentralbankliquidität. Aus fundamentaler und saisonaler Sicht könnten die nächsten Monate für Risikoanlagen jedoch schwierig werden, meint der Anlagechef von Fisch Asset Management.

Beat Thoma, CIO bei Fisch Asset Management
Beat Thoma, CIO bei Fisch Asset Management
© Axel Gaube / Institutional Money

„Die chinesische Zentralbank und die Regierung leisten derzeit gute Arbeit und steuern geschickt durch ein potenzielles Gefahrenfeld zwischen zu viel oder zu wenig Wachstum. Diese Politik hat auch global einen stabilisierenden Effekt", kommentiert Beat Thoma, CIO bei Fisch Asset Management, die aktuellen Marktsituation. Zusammen mit einer in den USA ebenfalls erkennbaren Wachstumsverlangsamung seien diese Entwicklungen für die Finanzmärkte ausgesprochen positiv. Denn Inflationsgefahren und der Anstieg der langfristigen Zinsen würden gedämpft und es komme zu einem global gut ausbalancierten Aufschwung.

Rezession unwahrscheinlich
Trotz der konjunkturellen Beruhigung rechnet Thoma nicht mit einer Rezession. Die Geldversorgung bleibt außerordentlich großzügig und die fiskalpolitischen Stimuli wirken noch deutlich spürbar bis in das dritte Quartal und abgeschwächt auch noch länger. Zudem verfügen die Konsumenten in den USA und Europa nach wie vor über hohe Bargeldbestände, die in den kommenden Monaten teilweise in den Konsum fließen und damit für eine stabile Nachfrage auf hohem Niveau sorgen.

Allerdings wird die Konsumentenstimmung derzeit aufgrund von Inflationsängsten etwas gedrückt. Mögliche Steuererhöhungen in den USA sorgen zusätzlich für Sparbedarf und bremsen die Kaufkraft der Konsumenten. Der aktuelle Dämpfer ist laut Thoma aber gesund und verteile das Kaufpotenzial gleichmäßiger über die kommenden Quartale.

Zentralbanken machen derzeit guten Job
Die Zentralbanken behalten im aktuellen Umfeld die weitgehende Kontrolle über die Konjunktur, die Inflation und das langfristige Zinsniveau. Die bisher sehr lockere Geldpolitik kann laut Thoma bis auf weiteres gefahrlos fortgeführt werden. Die Märkte reagieren aktuell sehr positiv auf Aussagen der Notenbanken und auch auf laufend veröffentlichte Wirtschaftsdaten. "Das signalisiert ein hohes Vertrauen in die Geldpolitik und ist ein markttechnisch günstiges Signal. Somit profitieren Aktien- und Unternehmensanleihenmärkte (und hier vor allem High Yield) von einem überhitzungsfreien Umfeld", hält Thoma fest.

Teure Märkte, ungünstige Saisonalität
Allerdings seien Thoma zufolge die Märkte gemessen an KGVs, dem Fed-Modell sowie an historischen Credit Spreads teuer bewertet und damit anfällig für Störungen. Hinzu kommt am Aktienmarkt eine negative Saisonalität für die Monate Mai bis Oktober.

"Deshalb sehen wir nur ein limitiertes Aufwärtspotenzial bei gleichzeitig steigender Volatilität. Zinssensitive Papiere und Wachstumswerte dürften sich aufgrund des nur mäßigen Zinsaufwärtsdruck wieder etwas besser entwickeln. Wir bevorzugen aber weiterhin zyklische Werte, die von einer weltweiten Normalisierung der Konjunktur stärker profitieren, insbesondere in Europa", erklärt Thoma abschließend. (aa)

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