Fisch AM: USA zwischen besserer Liquidität und leeren Regalen
Während die Finanzmärkte wieder von einer etwas besseren Liquiditätsversorgung profitieren, könnten leere Regale in den USA die Realwirtschaft belasten. Beat Thoma, Chief Investment Officer bei Fisch Asset Management, rät Investoren in Folge zur Vorsicht.

Die Märkte weltweit haben einige heftige Erschütterungen hinter sich. Trotz der jüngsten Turbulenzen nimmt die Liquiditätsversorgung aber deutlich zu. Das dürfte die Börsen stützen und weitere potenzielle Rückschläge dämpfen. Beat Thoma, Chief Investment Officer bei Fisch Asset Management, bleibt aber zunächst vorsichtig. In seiner aktuellen "FischView" erklärt er, was ihm Mut macht – und wo er Gefahren sieht.
„Wir rechnen aufgrund verschiedener Indikatoren mit einer Abkühlung der Konjunktur in den USA, aber nicht mit einer Rezession. Weiterhin werden die Märkte gut mit Liquidität versorgt", prognostiziert Thoma.
Zielkonflikt
Die Ideen von Donald Trumps „Make America Wealthy Again“-Ansatz lassen sich Thoma zufolge nicht alle gleichzeitig umsetzen – und das haben die Märkte mit steigenden Renditen für US-Staatsanleihen quittiert. Hinzu kommt ein möglicher Wohlstandsverlust in den USA gerade für mittlere und niedrige Einkommensklassen, da diese den Zugang zu günstigen Produkten aus China verlieren.
Schlimmstenfalls könnte die Entflechtung mit China in den USA zu leeren Regalen führen, wenn Unternehmen Mitte Mai ihre Lager auffüllen müssen. Große Einzelhandelsketten haben bereits entsprechende Warnungen ausgesprochen. Die Rezessionsgefahr bleibt, weshalb die Fed laut Thoma eine schnelle Senkung des Leitzinses in Betracht ziehen sollte. Eine zu starke Lockerung kann aber aufgrund der hartnäckigen Inflation nicht erfolgen.
Dem US-Präsidenten und seinem Finanzminister Scott Bessent scheint die Lage bis zu einem gewissen Grad bewusst zu sein. Ausnahmen bei den Zöllen gegen China und ausbleibende Attacken gegen den Chef der Fed, Jerome Powell, deuten das an.
Dennoch bleiben Trends zum Nachteil der USA bestehen, welche die Handelsströme ohnehin beeinflussen. Dazu zählen der Bedeutungsverlust der USA gegenüber China, die steigende Verschuldung und die Außenhandelsdefizite. Im Zuge dessen dürfte auch der US-Dollar langfristig an Bedeutung verlieren. "Aktuell sehen wir in Anbetracht der Gesamtlage in vielen Bereichen einen neutralen Markt", erklärt Thoma abschließend. (aa)
