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Fisch AM: Diskrepanz wird immer größer

Nach Ansicht des Anlagechefs von Fisch Asset Management sind viele positive Entwicklungen bereits eingepreist. Damit sollten institutionelle Investoren zumindest auf kurze Sicht wohl vorsichtiger bei Risikopapieren werden.

Beat Thoma, CIO bei Fisch Asset Management
Beat Thoma, Fisch Asset Management
© Axel Gaube / Institutional Money

Die weitere Entwicklung an den Aktienmärkten ist derzeit von hoher Unsicherheit geprägt. Auf der einen Seite werden die globalen Aktien- und Kreditmärkte bleiben weiterhin stark von der lockeren Geldpolitik der Zentralbanken positiv beeinflusst. Da sich die Konjunktur gleichzeitig verhältnismäßig langsam erholt, vergrößert sich aber die Diskrepanz zwischen der fundamentalen Entwicklung und der Bewertung der Märkte. "Viele positive Entwicklungen und Erwartungen sind derzeit bereits in den Kursen eingepreist", erklärt Beat Thoma, CIO bei Fisch Asset Management in Zürich.

Allerdings befänden sich die Finanzmärkte nicht in einer eigentlichen Blase. Gewisse Sektoren (IT, Software) seien jedoch mittlerweile sehr teuer bewertet. Der Gesamtmarkt werde Thoma zufolge aber weiterhin gestützt von einer Kombination aus lockerer Geldpolitik und intakter wirtschaftlicher Erholung. Der fiskalpolitische Stimulus bleibt weltweit wichtig und dürfte auch in den USA weiterhin gewährleistet sein.

Fundamentale Bewertung vs. Liquiditätsversorgung
Unverändert sei laut Thoma eine Abnahme der monetären Dynamik zu beobachten. Die Geldmengen M1 und M2 stagnierten auf hohem Niveau und die Bilanzen der Fed und auch der EZB wüchsen nicht mehr weiter. Probleme für die Finanzmärkte seien aber erst bei einer Reduktion der Bilanzen oder fallenden Geldmengen zu erwarten. Dies sei im Augenblick noch nicht der Fall. Zudem wäre bei Marktunruhen oder einer schwächeren Konjunktur sofort wieder mit neuen Liquiditätsspritzen zu rechnen. Die abnehmende Geldmengendynamik könnte zudem mittelfristig den US-Dollar wieder stabilisieren und damit auch allfällige Inflationsgefahren dämpfen.

Hoffen auf medizinischen Durchbruch
Potenziell wirksame Covid-19 Impfstoffe, die im vierten Quartal des Jahres weltweit erwartet werden, sorgen für zusätzliche Unterstützung an den Finanzmärkten. Verschiedene Impfstoffprojekte kommen derzeit in die Testphase III und sind vielversprechend bezüglich der erwarteten Antikörperbildung. Indien beginnt bereits jetzt mit größeren Impfkampagnen und produziert monatlich 50 Millionen Dosen des von Oxford University und AstraZeneca entwickelten Impfstoffs. Russland und China melden ebenfalls den baldigen Impfstart.

"Wirksame Impfstoffe könnten sehr positive Auswirkungen auf einzelne von Covid-19 stark betroffenen Sektoren (Reiseindustrie, Luftfahrt, Freizeit) haben. Der Gesamtmarkt dürfte dagegen etwas weniger stark profitieren, da die gesamtwirtschaftliche Erholung auch ohne Impfstoffe weitergehen dürfte", erklärt Thoma abschließend. (aa)

 

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