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Fisch AM: "Die Schwäche des US-Dollar ist ein Warnsignal!"

Das Gleichgewicht zwischen positiven und negativen Kräften an den Finanzmärkten und bei der globalen Wirtschaftsentwicklung bleibt vorerst bestehen, meint Beat Thoma, CIO von Fisch Asset Management in Zürich. Doch dann werde es zu Veränderungen kommen, ist der Experte überzeugt.

Beat Thoma, CIO bei Fisch Asset Management
Beat Thoma, CIO bei Fisch Asset Management in Zürich
© Axel Gaube / Institutional Money

„Wir sind unverändert im Goldilocks-Umfeld (liquide Geldpolitik, tiefe Inflation und eine – wenn auch relativ schwache – wirtschaftliche Erholung nach dem Schock). Hinzu kommt eine ‚Wall of Worry‘ in Form einer realistischen Einschätzung der Lage durch viele Marktteilnehmer und Konsumenten. Historisch sorgte diese Kombination stets für eine solide Unterstützung der Aktien- und Kreditmärkte, wie wir sie auch aktuell beobachten", so das Résumé von Kommentar von Beat Thoma, CIO bei Fisch Asset Management in Zürich.

Es beginnen sich jedoch erste größere Veränderungen im System abzuzeichnen
Der US-Dollar fällt erstmals seit Ausbruch der Covid-19-Krise deutlich und reagiert damit auf die extrem expansive Geldpolitik der US-Notenbank. Der Goldpreis und verschiedene Industriemetalle spiegeln dies bereits mit deutlich steigenden Kursen wider. Damit bestehe die Möglichkeit einer durch die Dollarschwäche ausgelösten Kettenreaktion, meint Thoma: "Steigende Rohstoffpreise führen zu höheren Inflationserwartungen und reduzieren dadurch den Handlungsspielraum der Notenbanken – mit entsprechenden Folgen für die Finanzmärkte."

Weitere Entwicklung wird genauestens beobachtet
Denn die Schwäche des US-Dollars stellt einen grundlegenden Wechsel im aktuellen Reaktionsverhalten des Finanzsystems auf die Geldpolitik dar. Zudem bestehen weiterhin verschiedene andere Risiken: Die Konjunktur beginnt sich nach einem Zwischenspurt (aufgrund des Nachholbedarfs) wieder abzuschwächen. Gleichzeitig sind die Bewertungen der Finanzmärkte auf sehr hohem Niveau, haben sich von der fundamentalen Realität abgekoppelt und sind stark von einer lockeren Geldpolitik abhängig. Und dies alles vor dem Hintergrund weiterer Rückschläge bei der Bekämpfung der globalen Pandemie.

Fallender US-Dollar und liquide Geldpolitik wirken noch positiv
Kurzfristig dürften sich der fallende Dollar und die liquide Geldpolitik aber noch positiv auf die Märkte auswirken, da die Folgen der erwähnten Kettenreaktion erst mittelfristig wirksam würden, so Thoma. Ein mögliches Überschießen der Inflation werde von den Notenbanken toleriert und der tiefere Wechselkurs reduziere den Stress in vielen Emerging Markets. Letzteren werde es ermöglicht, ihre eigene Geldpolitik umzusetzen und beispielsweise die Zinsen zu senken ohne die eigene Währung damit abzuwerten. (kb)

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