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First Sentier Investors über die Aussichten von Infrastruktur-Aktien

Der Head of Global Listed Infrastructure der ehemaligen First State Investments ist für die weitere Entwicklung globaler Infrastruktur-Aktien in diesem Jahr optimistisch gestimmt.

Peter Meany, First Sentier Investors
Peter Meany, First Sentier Investors
© First Sentier Investors

"Die Aussichten für globale Infrastruktur-Aktien im Jahr 2022 sind positiv. Wir sind weiterhin optimistisch, was die erheblichen Investitionsmöglichkeiten im Zusammenhang mit der Dekarbonisierung des weltweiten Energiebedarfs angeht", schreibt Peter Meany, Head of Global Listed Infrastructure, First Sentier Investors, in einer aktuellen Einschätzung.

Megatrend
Versorgungsunternehmen machen etwa die Hälfte des weltweiten Angebots an Infrastruktur-Aktien aus und sind für kontinuierliches Ertragswachstum gut aufgestellt. Denn parallel zum Bau neuer Solar- und Windparks müssen die Versorger auch ihre Netze modernisieren und ausbauen, um Endverbraucher an die neuen Energiequellen anzuschließen.

Mit technologischen Fortschritten und niedrigeren Kosten für Batteriespeicher im industriellen Maßstab werden Meany zufolge erneuerbare Energien einen immer größeren Anteil an der gesamten Stromerzeugung ausmachen. Mittelfristig dürfte die zunehmende Verbreitung von Elektrofahrzeugen Energieversorgern zusätzlichen Auftrieb geben – zum einen durch Investitionsmöglichkeiten im Zusammenhang mit dem Anschluss von Ladestationen für Elektrofahrzeuge an das Stromnetz, zum anderen durch die höhere Gesamtnachfrage nach Strom. Die Investitionsmöglichkeiten, die sich derzeit im Versorgungssektor bieten, spiegeln sich Meanys Einschätzung nach noch nicht vollständig in den Bewertungen wider.

Zudem sei noch Luft für eine weitere Erholung des Verkehrs-, Fracht- und Passagieraufkommens bei mautpflichtigen Straßen, im Schienenverkehr und bei Flughäfen.

"Auch wenn neue Coronavirus-Varianten den Zeitpunkt dieser Erholung beeinflussen können, ist eine Rückkehr zur Normalität unausweichlich. Märkte reagieren angesichts der anhaltenden Pandemie und des Impffortschritts weniger stark auf neue Entwicklungen rund um das Coronavirus", hält Meany fest.

Hoffnung auf Comeback
Mautstraßen könnten bei einer Erholung des Verkehrsaufkommens dem öffentlichen Personenverkehr Anteile abnehmen und ein starkes Ertragswachstum erzielen. Der Schienengüterverkehr dürfte von weniger Lieferkettenunterbrechungen profitieren. Wenn die Verkehrsengpässe nachlassen, sollten die Ersparnisse der Verbraucher und die niedrigen Lagerbestände die Nachfrage ankurbeln. Flughäfen bleiben jedoch potenziell anfällig für neue Reiseregeln, zumal Freizeit- gegenüber Geschäftsreisen nach wie vor bevorzugt werden.

Bewertungslücken
Aus Bewertungssicht klafft nach wie vor eine große Lücke zwischen den Bewertungen börsennotierter und nicht börsennotierter Infrastrukturanlagen. Diese Lücke dürfte gelisteten Unternehmen die Möglichkeit bieten, Vermögenswerte, die nicht zum Kerngeschäft gehören, mit einem Aufschlag auf ihre Börsenbewertung zu verkaufen. Dadurch könnten solche Infrastrukturunternehmen ihre Bilanzen stärken und ihr Kerngeschäft vereinfachen. Dies würde höhere Bewertungen ermöglichen.

Darüber hinaus erhöhen günstige Bewertung en und anhaltend niedrige Zinssätze die Chance auf Fusionen und Übernahmen im börsennotierten Infrastrukturbereich. Damit würde sich der Trend des Jahres 2021 fortsetzen, als Staatsfonds, Private Equity, ungelistete Infrastrukturmanager und strategische Käufer gleichermaßen ein starkes Interesse an börsennotierten Infrastrukturunternehmen zeigten.

"In den vergangenen zwei Jahren waren die Finanzmärkte gegenüber globalen Infrastruktur -Aktien pessimistisch. Gleichzeitig hält der Optimismus gegenüber risikoreicheren Anlagen an. Dies führt dazu, dass Infrastruktur-Aktien im Vergleich zu allgemeinen Aktien immer stärker durch ihren relativen Wert  überzeugen", merkt Meany abschließend an. (aa)

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