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Fiona Frick: "Passive Strategien sind zu anfällig für Exzesse"

Aktives Risikomanagement gewinnt zunehmend an Bedeutung. Investoren müssen nicht nur die Instrumente zur Diversifikation ihrer Portfolios erweitern, sondern auch ihre Allokation in alternative Anlageklassen erhöhen, glaubt Fiona Frick, CEO des unabhängigen Schweizer Asset-Managers Unigestion.

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Unigestion-CEO Fiona Frick (Bild) rät Investoren, liquide alternative Risikoprämienstrategien in ihre Überlegungen zur Erhöhung der Portfoliodiversifikation miteinzubeziehen. 
© Unigestion S.A.

Die Finanzmärkte erleben derzeit eine Art Paradigmenwechsel, nicht nur in Bezug auf die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, sondern auch was Veränderungen in der Politik der Zentralbanken sowie die Wahrnehmung der Investoren angeht. Deshalb wird ein profundes Verständnis des künftigen Risiko- und Ertragspotenzials jedes Investments und vor allem des Beitrags, den dieses im Portfoliokontext leisten kann, immer wichtiger. Davon jedenfalls ist Fiona Frick, CEO beim unabhängigen Schweizer Asset-Manager Unigestion, überzeugt. Wir haben mit ihr darüber gesprochen, worauf es aus ihrer Sicht ankommt in einer Zeit, da der Markt sozusagen in eine neue Zyklusphase eintritt.

IM: Frau Frick, was genau steckt hinter dem Stichwort Paradigmenwechsel, von dem Sie in der aktuellen Verfassung der Märkte ausgehen?
Fiona Frick: Das wirtschaftliche Umfeld hat sich seit Jahresbeginn stabilisiert, und das Rezessionsrisiko hat sich insbesondere mit der Umkehrung der Geldpolitik in den USA und Europa deutlich verringert. Die Zentralbanken sind von einer koordinierten Straffungsstrategie Mitte 2018 zu einer synchronisierten Akkommodationspolitik übergegangen, um zu verhindern, dass sich die derzeitige makroökonomische Verlangsamung in die nächste Rezession wandelt. Das aktuelle Umfeld erfordert daher einen neuen, viel selektiveren Ansatz bei der Risikoallokation als in den vergangenen zehn Jahren. Aktives Risikomanagement und die Flexibilität zur Anpassung sind unerlässlich.

IM: Aber was bedeutet das konkret in Bezug auf die Umsetzung innerhalb eines Portfolios? 
Frick: In einer Zeit, in der sich das Wirtschaftswachstum verlangsamt, sollten Wachstumsaktiva wie Aktien, Private Equity und Anleihen mit Vorsicht behandelt werden, da sich ihr Risiko-Rendite-Profil verschlechtert. Während der vorangegangenen Abschwächung haben Staatsanleihen als starker Diversifikator gewirkt, aber ihre Absicherungsmöglichkeiten sind jetzt eingeschränkt, da die Renditen – zumindest in Europa – bereits auf einem sehr niedrigen Niveau liegen. Die Anleger müssen die Instrumente, die sie zur Diversifizierung ihrer Portfolios einsetzen, erweitern, um ein anderes Engagement in Aktien und eine größere Allokation in alternative Anlageklassen einzubeziehen.

IM: Wie muss Ihrer Ansicht nach eine solche Erweiterung diversifizierender Instrumente genau aussehen?
Frick: Eine erhöhte Volatilität und ein verlangsamtes Gewinnwachstum dürften die Nachfrage der Anleger nach reinem Beta-Exposure im Markt in den kommenden Jahren dämpfen und zu einer stärkeren Differenzierung der Renditen führen. Ein aktiver Ansatz ist daher entscheidend, um diesen Übergang zu bewältigen. Passive Strategien sind zu anfällig für Exzesse, da sie keine Risikoverteilung vorsehen und eher in überbewertete, überfüllte Positionen investiert werden, die anfällig für starke Korrekturen sind.

IM: Was sollten Investoren stattdessen bevorzugen? 
Frick: Zum einen Investments in diversifizierte Portfolios mit Qualitätsaktien zu vernünftigen Bewertungen, die im Übergang vom Aufschwung in die Rezession gut positioniert sind. Wir empfehlen darüber hinaus, ein Portfolio mit Futures und Optionen dynamisch abzusichern, um das Aktien-Exposure zu reduzieren, wenn die Wahrscheinlichkeit von Marktstress steigt. Für uns ist dieser disziplinierte Ansatz der Risikobudgetierung der beste Weg, um Eigenkapitalrendite zu erzielen und gleichzeitig die Widerstandsfähigkeit nach unten zu gewährleisten und eine positive Rendite-Asymmetrie zu erhöhen. Nach einem Jahrzehnt mit starkem, relativ ununterbrochenem Wachstum dürften traditionelle Anlageklassen jedoch nicht mehr so erfolgreich sein wie in der Vergangenheit. Deshalb werden Investoren alternative, unkorrelierte Renditequellen finden müssen ...

IM: … die sie wo genau finden können?
Frick: Für Investoren, die eine kosteneffiziente und transparente Portfoliodiversifikation anstreben, bieten nach unserer Auffassung liquide alternative Risikoprämienstrategien eine überzeugende Lösung, die langfristig positive Renditen bei einer nur sehr geringen Korrelation zu Aktien und Anleihen erzielt haben. Auch die selektive Allokation von Private Equity bietet hohes Potenzial zur Verbesserung der Gesamtportfolioperformance. In der Vergangenheit hat sich Private Equity im spätzyklischen Umfeld gut behauptet und war eine effektive Absicherung gegen steigende Inflation und ihre unerwarteten Schübe. Auch wenn die Bewertungen privater Unternehmen während einer Konjunkturflaute fallen können, sind die Rückgänge in der Regel weniger ausgeprägt als an den Börsen. Darüber hinaus ist Private Equity eine der wenigen Anlageklassen, die im nächsten Zyklus hohe einstellige Renditen erzielen sollten.

IM: Aber würde nicht eine ansteigende Volatilität an den Aktienmärkten auch Private Equity belasten? Zumindest deuten Korrelationsanalysen darauf hin, dass sich Private Equity tendenziell im Einklang mit Public Equity bewegt, selbst wenn es weniger von der Marktstimmung abhängig ist.
Frick: Nicht nur deshalb ist eine gewisse Vorsicht geboten, denn Private Equity Investments, gerade sogenannte Buyouts, zeigen darüber hinaus auch eine gewisse Korrelation zum High-Yield-Markt, da es Leverage und kapitaleffiziente Strukturen benötigt, um die erforderlichen Renditen zu erzielen. Allerdings ermöglicht es die Breite des Private-Equity-Marktes einem Investor heute, sein Engagement sorgfältig zu steuern. Er kann defensivere Sektoren begünstigen oder solche, die von weltweiten Langfrist-Trends wie der Alterung der Bevölkerung oder der Dekarbonisierung der Wirtschaft profitieren. Wichtig ist auch, in Unternehmen zu investieren, die dank ihrer starken Marktposition, ihres Managements und ihrer Finanzkraft selbst sehr robust sind und daher durch Umsatzwachstum und operative Verbesserungen die erforderliche Basisrendite liefern können.

IM: Wir danken für das Gespräch. (hh)

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