FinPro 2025 liefert strategische Impulse für Institutionelle
Geopolitische Risiken, technologische Innovationen und Nachhaltigkeit prägen die Kapitalmärkte. Auf der FinPro 2025 trafen sich Entscheidungsträgerr aus Versicherungen, Versorgungswerken und dem Asset Management, um neue Perspektiven betreffend Asset Allocation und Risikomanagement zu diskutieren.

Auch wenn globale Unsicherheiten zunehmen - die Kapitalanlage ist und bleibt ein zentrales Steuerungsinstrument für Stabilität und Zukunftssicherung. Die FinPro 2025, Fachkonferenz für innovative Finanzprodukte, griff Themen wie geopolitische Risiken, technologische Innovationen und Nachhaltigkeit auf und widmete sich ihnen in der Tiefe und im Hinblick auf praktische Relevanz. Rund 300 Experten aus der Finanz- und Versicherungswirtschaft versammelten sich am 17. und 18. Juni 2025 auf Schloss Bensberg bei Köln.
Die Veranstaltung, organisiert von der V.E.R.S. Leipzig GmbH unter der Schirmherrschaft von Prof. Dr. Fred Wagner (Universität Leipzig), bot einen differenzierten Blick auf die strategischen Herausforderungen institutioneller Anleger.
Kapitalanlage unter Druck: Geopolitik, Zinswende und Systemrisiken
Zum Auftakt der Konferenz skizzierte Thomas Sehn, Vorstandsmitglied der HUK-COBURG, in seiner Keynote, wie geopolitische Spannungen und die veränderte Zinslandschaft institutionelle Portfolios unter Druck setzen. Sein Plädoyer: Eine zukunftsfähige Anlagestrategie braucht nicht nur Resilienz, sondern auch Flexibilität – und die Bereitschaft, bewährte Muster zu hinterfragen.
Im weiteren Verlauf des ersten Konferenztags zeigten Asset Manager wie Goldman Sachs, UBS, Amundi, Allianz Global Investors und Robeco, wie unterschiedliche Anlagesegmente auf den Wandel reagieren: von Growth Equity und KI-gestützten Investmentansätzen über Life-Science-Immobilien bis hin zu Private Debt und klimafreundlichen Fixed-Income-Strategien reichten die Vorträge. Quantitative Methoden und ESG-orientierte Allokationsmodelle wurden dabei ebenso diskutiert wie die Rolle von NextGen-Infrastruktur.
Kompakte Impulse mit praktischer Relevanz
Das speziell kuratierte Kurzformat – mit schnellen, fokussierten Präsentationen – wurde von den Teilnehmenden besonders geschätzt. Die FERI AG stellte Volatilitätsstrategien zur Portfoliobeimischung vor, die Hahn Gruppe gab Einblick in den Lebensmittel-Einzelhandelsimmobilienmarkt, und Lupus Alpha präsentierte Overlay-Ansätze zur Absicherung gegen Drawdowns. Am Folgetag erweiterten Columbia Threadneedle, Nordea und Ninety One das Format um Strategien zu globalen Anleihen, Schwellenländern und Smart Indexing, einem hybriden Ansatz zwischen passiver und aktiver Allokation.
Geopolitik im Fokus: NATO-General warnt vor hybriden Bedrohungen
Ein Highlight jenseits der klassischen Kapitalmarktperspektive war der abendliche Vortrag von General Christian Badia, dem stellvertretenden Kommandeur des Allied Command Transformation der NATO. In seiner eindringlichen Analyse plädierte er für mehr strategische Resilienz gegenüber hybriden Bedrohungen wie Cyberangriffen, Desinformation und Infrastruktursabotage. Er forderte von Wirtschaft und Politik ein stärkeres sicherheitspolitisches Bewusstsein – auch im Hinblick auf Kapitalströme und technologische Abhängigkeiten.
Zweiter Tag: ESG, systematische Strategien und makroökonomische Perspektiven
Der zweite Konferenztag stand im Zeichen tiefgehender Fachbeiträge: Fidelity International stellte ein integratives Modell zur Bewertung von Biodiversitätsrisiken vor, Schroders diskutierte Cat Bonds im Kontext zunehmender Klimarisiken. Auch Fixed-Income-Strategien erhielten besondere Aufmerksamkeit – mit Beiträgen von Insight Investment, Union Investment und Ampega zur systematischen Steuerung von Zins- und Kreditrisiken, inklusive CDS-Overlay-Modellen.
Impulse zur Finanzierung kritischer Infrastruktur sowie zu US-Aktienstrategien kamen von Metzler und ODDO BHF. Die übergreifende Erkenntnis lautete: Datenqualität, technologische Kompetenz und strategische Führung sind die Schlüssel zu resilienter Allokation in einem volatilen Marktumfeld.
Den Schlusspunkt setzte Prof. Marcel Fratzscher, Präsident des DIW Berlin. In einer pointierten Analyse sprach er über Deutschlands wirtschaftspolitische Herausforderungen – von der Reformträgheit bis zu Investitionsdefiziten – und forderte mehr Mut zur Transformation.
Fazit: Kapitalanlage wird zum strategischen Ordnungsfaktor
Die FinPro 2025 machte deutlich: Kapitalanlage soll kein Selbstzweck sein, sondern vielmehr ein strategischer Hebel zur Gestaltung der ökonomischen und gesellschaftlichen Zukunft. (ip/kb)