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Finanzstabilitätswächter warnen vor Krediten an schwachbrüstige Firmen

Der nach der Finanzkrise gegründete Finanzstabilitätsrat (FSB) zeigt sich besorgt über die Kreditvergabe an hoch verschuldete Unternehmen. Auch Kryptowährungen sollen kritisch beleuchtet werden.

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© Elnur / stock.adobe.com

Seit einigen Jahren haben Anleger sogenannte Leveraged Loans wieder verstärkt auf dem Schirm. Dabei handelt es sich um Kredite von spekulativer Qualität – die Unternehmen sind bereits hoch verschuldet. Das Financial Stability Board (FSB), dem Finanzministerien, Zentralbanken und Aufsichtsbehörden der G20-Staaten angehören, prüft diesen Bereich angesichts der Rekordvolumen genauer.

Wie der Finanzstabilitätsrat den G-20-Finanzministern in einem Brief mitteilt, besteht die Sorge, dass für unerwartete Geschehnisse in jüngster Zeit nicht genügend Vorsichtsmaßnahmen getroffen wurden. "Das lang anhaltende Weltwirtschaftswachstum und die steigenden Asset-Preise könnten die Anreize geschwächt haben, für den Fall unvorhergesehener Ereignisse vorzusorgen", schreibt das FSB.

Zunehmende Risiken
Das Finanzsystem sei zwar "wesentlich widerstandsfähiger" als vor der Finanzkrise, es sei aber zunehmenden Risiken ausgesetzt, heißt es in dem Brief. Insbesondere die Märkte für Leveraged Loans und für Collateralized Loan Obligations (CLOs), also kreditbesicherte Verbriefungen, würden seitens des FSB derzeit einer "eingehenden Analyse" unterzogen, heißt es.  

Investoren haben nach der Finanzkrise spekulative Kredite gern als Alternative zu klassischen Hochzinsanleihen gewählt, weil es dafür ähnlich hohe Renditen gibt, gleichzeitig aber mehr Sicherheiten: Sie sind durch Vermögenswerte des Kreditnehmers besichert, zudem haben die Gläubiger in der Regel einen vorrangigen Anspruch auf die Unternehmens-Aktiva. In den vergangenen Jahren, als zumindest in den USA die Aussicht auf Zinssteigerungen lebte, waren die meist variabel verzinsten Leveraged Loans zudem als entsprechende Absicherung beliebt.

Höchster Wert seit 2009
Eine Analyse der europäischen Vereinigung für Finanzmarktlobbying Afme zeigt, dass das Volumen an ausstehenden Leveraged Loans in Europa auf einen Wert von rund 200 Milliarden Euro angewachsen ist. Das ist ungefähr doppelt so viel wie vor vier Jahren und der höchste Wert in der Afme-Tabelle, die bis 2009 zurückgeht.

Das unter dem Eindruck der Finanzkrise gegründete FSB will die Auswirkungen des strukturellen Wandels auf die Finanzmarktstabilität generell genauer beleuchten. Unter die Lupe genommen werden derzeit auch die Risiken, die von sehr großen Banken ausgehen ("too big to fail"), die Nichtbankfinanzierung sowie technologische Innovationen, etwa der Kryptowährungssektor, schreibt das Gremium.

Genaue Überwachung
Angesichts von Entwicklungen wie der Facebook-Währung Libra schlägt das FSB einen ähnlich strengen Ton an wie die internationalen Aufsichtsbehörden. "Stable-Coin-Projekte von potenziell globaler Reichweite und Bedeutung müssen den höchsten aufsichtlichen Anforderungen genügen und genau überwacht werden", so das Gremium. Regulatorische Lücken zu erkennen und zu schließen müsse Priorität haben. Eine Arbeitsgruppe des FSB befasse sich gegenwärtig mit regulatorischen Ansätzen, die den möglichen Nutzen von Stable Coins berücksichtigten, andererseits aber auch zur Eindämmung ihrer Risiken beitragen. Die Arbeitsgruppe will dazu im April 2020 einen vorläufigen und im Juli einen endgültigen Bericht vorlegen. (eml)

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