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Finanzmarktzyklus geht in die Verlängerung

Mit der Entscheidung, den Leitzins im laufenden Jahr nicht mehr zu erhöhen und den Abbau ihrer billionenschweren Bilanz früher als geplant zu beenden, hat die US-Notenbank Fed an den globalen Finanzmärkten neue Euphorie entfacht.

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Dr. Eduard Baitinger ist seit 2015 Head of Asset Allocation in der Feri Gruppe.
© FERI Trust

Wie sehr die Märkte momentan zur Sorglosigkeit neigen, veranschaulicht der starke Anstieg von Wetten auf fallende Börsen-Volatilität. Die sogenannten VIX-Shorts haben ein Rekordniveau erreicht und könnten – ähnlich wie Anfang 2018 – als „Brandbeschleuniger“ wirken, wenn die Volatilität entgegen der Mehrheitsmeinung plötzlich doch ansteigt. Auch die EZB marschiert in dieselbe Richtung wie die Fed. Die europäische Notenbank plant im Jahresverlauf neue Liquiditätsspritzen für angeschlagene Banken, was sogar eine Ausweitung der Notenbankbilanz auf neue Rekordstände mit sich bringt.

Fundamentale Schwäche der Wirtschaft von Notenbanken kaschiert
Dass die Notenbanken den Finanzmarktzyklus damit weiter am Leben halten, ist die gute Nachricht. Die schlechte Nachricht ist: Der simultane Aktionismus der großen Notenbanken weist auf eine fundamentale Schwäche der Wirtschaft hin. Das deutet auch der inverse Verlauf der US-Zinsstrukturkurve an. Erstmals seit 2007 lag die Rendite für zehnjährige US-Staatsanleihen im März etwa eine Woche lang unter der Rendite für dreimonatige Anleihen. Diese Konstellation war in der Vergangenheit häufig ein verlässlicher Indikator für nahende Rezessionen. Darüber hinaus ist die Wirkungsdauer von geldpolitischen Maßnahmen gerade in der aktuellen spätzyklischen Phase begrenzt. Bei einer weiteren fundamentalen Eintrübung wird auch die Geldpolitik an ihre Grenzen stoßen, was früher oder später noch extremere Maßnahmen der Notenbanken erzwingen könnte.

Europa: die Risiken bleiben
Auch die europäischen Börsen wurden vom globalen Stimmungshoch erfasst. Dies kann jedoch nicht über die unverändert schwierige Lage in Europa hinwegtäuschen. Das Brexit-Chaos, die Verlangsamung der Konjunktur in China und der gebremste Welthandel hinterlassen ihre Spuren.

Besonders hart trifft es die Exportnation Deutschland
Die deutsche Wirtschaft zeigt sich ungewöhnlich fragil und ist vom Zugpferd der EU zum spürbaren Belastungsfaktor mutiert. Zwar geben die aktuellen fiskalischen und monetären Maßnahmen der chinesischen Führung Anlass zur Hoffnung, dass sich die Lage in China bessert. Allerdings kann es bis zu zwölf Monate dauern, bis diese Impulse vollständig ihre Wirkung entfalten. Bis dahin sollten deutsche und europäische Portfolioanlagen einer strikten Risikokontrolle unterliegen. (kb)

  

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