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Finanzierung der Energiewende ohne Subventionen: Chancen und Risiken

Um das für 2035 gesetzte Ziel von 55 bis 60 Prozent Prozent erneuerbarer Stromerzeugung zu erreichen, müssen bis dahin etwa 220 Milliarden Euro in Erneuerbare Energien investiert werden – und deutlich mehr, wenn das 65 Prozent-Ziel der neuen Koalition realisiert werden sollte.

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© adam121 / stock.adobe.com

Dieses Geld muss vor allem von institutionellen und privaten Kapitalgebern kommen, die sich bisher auf eine Begrenzung ihres Risikos verlassen konnten: Investitionen in die Energiewende waren nämlich durch Subventionen und Abnahmegarantien besichert. Doch stetig fallende Auktionspreise bei Neuausschreibungen zeigen, dass die Erneuerbaren Energien (EE) in Zukunft ohne Subventionen auskommen könnten.

Risiken für Investoren steigen, könnten Zielerreichung nach hinten verschieben

Mit nach unten nicht abgesicherten Erträgen aus dem Stromverkauf steigt das Risiko für Investoren und als Folge die Kapitalkosten. Dies könnte den flächendeckenden subventionsfreien Ausbau der Erneuerbaren um rund ein Jahrzehnt verzögern. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Studie von Aurora Energy Research. Das Energiemarkt-Modellierungs- und -Beratungsunternehmen hat auf Basis von Risikoszenarien eine Preisuntergrenze errechnet, mit der Investoren mit hoher Sicherheit rechnen können, wodurch die Risiken begrenzt und die Kapitalkosten im Rahmen gehalten werden. 

Kombination mehrerer Risiken ist möglich, aber nur eingeschränkt

„Die Hauptrisiken für Investoren sind niedrige Gas-, Kohle- und CO2-Kosten, schnell fallende Technologiekosten für Erneuerbare und starker subventionierter Ausbau“, sagt Manuel Köhler, Geschäftsführer von Aurora Energy Research Berlin. Rein theoretisch wäre der schlimmste Fall für Investoren das gleichzeitige Eintreten mehrerer dieser Risiken. Allerdings ergibt sich aus der Studie, dass nicht jede Kombination wahrscheinlich ist und sich die Auswirkungen auf den Strompreis zudem nicht addieren: "Insbesondere eine Kombination aus hohen Subventionen für den EE-Ausbau und niedrigen Rohstoffpreisen ist sehr unwahrscheinlich", sagt Köhler. "Denn sie würde zu untragbar hohen Kosten führen, während die damit erreichten zusätzlichen Emissionseinsparungen gering wären."

40 Euro pro Megawattstunde Strom zwischen 2030 und 2040 als Untergrenze erwartet

Auf Basis aller wahrscheinlichen, kombinierbaren Risikoszenarien kommt die Studie für den Zeitraum zwischen 2030 und 2040 auf eine untere Preisgrenze von durchschnittlich 40 Euro pro Megawattstunde. „Investoren können mit hoher Sicherheit damit rechnen, dass die durchschnittlichen Strompreise nicht unter 40 Euro pro Megawattstunde fallen werden“, so Köhler. "Damit wird die Fremdkapitalbeschaffung erleichtert und der subventionsfreie Ausbau von EE-Anlagen etwa ab Ende der zwanziger Jahre realisierbar."

Neue indirekte Quasi-Subventionen zur Erreichung eines Strompreis-Floors denkbar

Die Regierung, die ihre Energiewendeziele zu möglichst geringen gesellschaftlichen Kosten erreichen will, kann zudem weitere Instrumente einsetzen, um die Finanzierungskosten zu senken. So würde ein CO2-Mindestpreis die Strompreisuntergrenze sowohl anheben als auch stabilisieren und das Investitionsrisiko damit weiter verringern. Zur Kofinanzierung könnten zudem Entwicklungsbanken wie die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) oder die Europäische Investitionsbank (EIB) Finanzgarantien für den Infrastrukturausbau bereitstellen. (kb)

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